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    Lohr

    Leserforum: Sechs verlorene Jahre in Lohr

    Zum Artikel "Lohr geht finanziell am Krückstock" vom 25. Januar:

    Heute klagt Lohrs Bürgermeister über die Finanznot, die er mitverursachte. Vor sechs Jahren war er nicht bereit ein drittes Bürgerbegehren gegen die Stadthalle zu unterstützen. Erwartungsgemäß kostete sie nicht 15,3, sondern 25 Millionen. Er fabulierte 2014 von einem zu gründenden Verein, der helfen solle, die Halle zu betreiben. Nach der Wahl versuchte er erst gar nicht seine Schnapsidee umzusetzen, sondern schuf doppelt so viele Planstellen, wie ein Gutachten forderte. Es prognostizierte ein jährliches Defizit von 360 000 Euro, nun ist es doppelt so hoch.

    Finanzielle Nachhaltigkeit wäre nötig gewesen, um eine ökologisch nachhaltige Politik zu finanzieren. Denn Lohr hat kein Einnahme-, sondern seit dem Neubau ein Ausgabenproblem. Das erkannten viele Bürger frühzeitig und zeigten der Politik in zwei Bürgerentscheiden die "Rote Karte". Doch das hinderte weder Selinger am Abriss, noch Prüße an der Neuplanung. Auch Dr. Paul war ein williger Vollstrecker des Neubaus, hatte er doch die Unterstützung von Blenk bis Zeitz. Das führte zu 10 000 000 Euro Schulden.

    Zusätzlich gibt es bei den Stadtwerken seit Selinger noch ein 15 Millionen Schulden- Tendenz steigend. Die damaligen Stadträte hätten allen Grund ihre Sitzungsgelder zur Haushaltsanierung zurückzugeben. Doch nach der Wahl werden sie Abgaben, Gebühren, Steuern für die Bürger und die Sitzungsgelder für sich erhöhen- wie gehabt… Wegen der Finanzmisere fand unter dem grün-affinen Stadtoberhaupt keine "Energiewende" statt. Solarmodule sind nur auf sechs Prozent der Lohrer Dächer, während Hafenlohr mit dem öko-affinen Bürgermeister Schwab schon jetzt mehr Solarenergie ins Netz einspeist, als es bezieht. Dort fährt seit zwei Jahren ein Streetscooter des Bauhofs und spart CO2.

    In Lohr verdienen Privatinvestoren auf städtischen Dächern 20 jahrelang Geld. Der leere Lohrliner nebelt die Lohrer mit CO2 ein, bis das Rathaus erkennt, dass 95 Prozent der Lohrer den Bus nicht nutzen. Wann erkennen Lohrs Grüne, dass ein Nationalpark ein ökologischer und finanzieller Gewinn wäre? Stattdessen finanziert der grün-affine Bürgermeister trotz Klimawandels ein Gutachten, um auf ökologisch bedeutsamen Wiesen, die für den Luftaustausch im Tal wichtig sind, Gewerbeflächen auszuweisen. Dafür verdient er den „Black Planet Award“. Wer Schotterflächen vor Häusern verteidigt, ist ein Umweltdinosaurier, der das Insektensterben beschleunigt. Statt mit dem Dienstwagen vorzufahren, führe ein ökologisches Vorbild in der Kleinstadt Lohr seit sechs Jahren Bus und Fahrrad und ansonsten mit der Bahn...

    Fazit: Für die Energiewende waren es sechs verlorene Jahre, da auch grüne Stadträte den Zusammenhang zwischen finanzieller und ökologischer Nachhaltigkeit nicht (rechtzeitig) erkannten. Schade.

    Werner Wolf
    97816 Lohr

    Bearbeitet von Stefan Pompetzki

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