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    Partenstein

    Letzte Partensteiner Ortsbäckerei stellt Betrieb ein

    Blick in den Verkaufsraum der Partensteiner Bäckerei Steigerwald. Aus gesundheitlichen Gründen steht dort nun ein Umbruch bevor.  Foto: Karl-Heinz Liebler

    In Partenstein endete am Wochenende die lange Geschichte eines ortsbekannten Ladens: Die "Bäckerei Steigerwald", die einzig verbliebene Ortsbäckerei, hatte ihre letzten Öffnungstage. Im Jahr 1868 wurde sie gegründet und so konnte man 2018 auf 150 Jahre zurückblicken.

    Gerne erinnern sich die älteren Bürger an die alte Bäckerei, an die »Bäckersch Lotte« mit ihrem Mann. Im Laden gab es neben den Backwaren auch einfache Süßigkeiten, die besonders bei den Kindern begehrt waren.

    Erste Kunden um 4.45 Uhr

    Seit 1982 führte nun der "Bäckersch Manfred" mit der "Bäckersch Heike" den Bäckerladen. "Wir haben schon früh geöffnet. Um 4.45 Uhr am Morgen kamen die ersten Kunden", erinnert sich der Bäckermeister. Schichtarbeiter, Pendler, die zum Bahnhof gingen, und Handwerker, die sich ihr Frühstück oder ihre Brotzeit abholten, seien die ersten Kunden gewesen. Zwischen 7 und 8 Uhr sei dann die zweite Welle gekommen: Büroarbeiter und Schulkinder. In den letzten Jahren zeigte sich, dass der Vormittag den wesentlichen Umsatz brachte. "Da war viel los", erzählt Manfred Steigerwald.

    Mit seiner Tochter Lisa und einem Helfer begann die Arbeit in der Backstube schon um 2 Uhr. Die Organisation und die vorbereitenden Arbeiten vor der Öffnung erledigte seine Frau, bevor die beiden Verkäuferinnen dazukamen.

    Rückblickend erinnert sich der Bäckermeister: "Schon als Junge musste man mithelfen und wuchs so in den Betrieb hinein." Es sei trotz der vielen Arbeit eine schöne Zeit gewesen. Man habe flexibel sein und immer wieder einmal etwas Neues ausprobieren müssen. So habe sich das Angebot in den letzten Jahren verändert und erweitert. Die Anzahl der Brotsorten nahm zu und auch die süßen Teile wurden vielfältiger.

    Die letzten Käufer am Samstag sind sich einig: Der "Bauernstollen" und die "Streuselteile" waren das Beste aus dem Angebot. Ein großes Kompliment bekamen die Bäcker von einer Gruppe aus Schweden: Deren einhellige Meinung war, dass die Zimtschnecken, eigentlich in Schweden eine bekannte Delikatesse, hier besser schmeckten als zu Hause.

    Die Schließung des Ladens macht viele Menschen traurig. Sowohl die Besitzer als auch das Personal und die Kunden. "Ich habe hier gelernt, und arbeite nun schon 20 Jahre im Laden", erzählt eine Verkäuferin betroffen. Und eine ältere Kundin ergänzt: "Ich komme seit meiner Kindheit hierher zum Einkaufen".

    Gesundheitliche Gründe

    Der Bäckermeister erklärt, dass die Schließung aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. "Das ist traurig, aber es geht nicht anders. Wir haben jetzt mehr Zeit für uns und können uns mehr um unsere Gesundheit kümmern." Er habe auch schon einige Pläne für Wanderungen und Radtouren im Kopf. Wichtig für den Ort ist, dass der Laden als Einkaufsmöglichkeit erhalten bleibt. Die Landbäckerei Schaub aus Wiesenfeld wird den Bäckerladen ab September weiterführen. Der Verkauf im tegut-Markt bleibt erhalten. Die angestellten Verkäuferinnen werden übernommen.

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