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    LANGENPROZELTEN

    Alle sind auf den gleichen Kerl reingefallen

    Die musikalische Komödie „Liebe, Lust und Lockenwickler“ feierte Premiere in der Spessartgrotte in Langenprozelten. Moll... Foto: Ute Brummer

    Bei der ausverkauften Premiere der musikalischen Komödie „Liebe, Lust und Lockenwickler“ am Freitagabend in der Spessartgrotte wurde gleich der erste Auftritt mit Gelächter und Beifall vom Publikum quittiert.

    In rot glitzernden, engen Leggins, darüber eine kurze Jeans, ein rosa gefärbtes Haarkrönchen auf dem Kopf, betritt Pierre, der schwule Friseur, den Catwalk bzw die Bühne. „I'm too sexy for my love“ singt er und wackelt hinreißend mit dem Po, während er den Frisörsalon für die Kunden richtet. Die Rolle ist Tobias Wick wie auf den Leib geschrieben.

    Doch auch die Damen überzeugten mit ihren Auftritten. Die gesangliche Qualität, gepaart mit Spielwitz und Freude an den jeweiligen Rollen, führte zu einem sehr lustigen und kurzweiligen Abend. Jaqueline (Astrid Andresen), die Kollegin von Pierre, spielt den heißen, verführerischen Vamp. Offenbar eine männerfressende Frau, die sich sehr gut gehalten hat.

    Im krassen Gegensatz dazu steht die schüchterne, unschuldige Landpomeranze Rita, ausdrucksvoll und überzeugend dargestellt von Astrid Haas. Je mehr Prosecco Pierre ihr einflößt, umso redseliger wird die junge Braut. Verballhornte Sprichwörter wie „Ich hab' ihm ordentlich die Termiten gelesen“ oder „Die dümmsten Bauern haben die größten Eier“ führten zu wahren Lachsalven.

    Einsam, verbittert, kratzbürstig

    Und dann poltert Molly auf die Bühne. Einsam, verbittert, kratzbürstig, seit vielen Jahren jeden Samstag der Alptraum im Salon. Iris Katzer zieht alle Register ihres Könnens, singt, tanzt und schneidet wunderbare Grimassen. Zu Donna Summers Hit „Hot Stuff“ spielt sie mit ihrem Frisierumhang Luftgitarre – es ist einfach mitreißend. Immer wieder brandete Szenenbeifall auf.

    Schnell ist klar, dass alle vier am Abend eine Verabredung haben. Die heiße Jaqueline hat immer was am Laufen, die Braut sowieso und Pierre hat endlich im Netz seinen Loverboy gefunden. Die große Überraschung ist, dass auch Molly sich auf ein Date vorbereitet. Zu dem Zeitpunkt wissen sie aber noch nicht, dass alle mit derselben Person verabredet sind.

    Und dann passiert das Unglaubliche: Durch ein Unwetter stürzt ein Baum um und blockiert den Ausgang aus dem Salon. Gefangen im gleichen Schicksal geht der Smalltalk über in einen Streit, wer am attraktivsten sei. Bezeichnungen wie „Du Abrissbirne“ oder „Zipfelklatscher“ heizen die Stimmung ordentlich an. Sie gestehen sich gegenseitig aber auch ihr „erstes Mal“. Bis auf Rita, die sich selbstverständlich für die Hochzeitsnacht aufgespart und ihr „Jungfernhäuschen“ noch bewahrt hat.

    Pierre wird sentimental und erzählt von seinen Gefühlen als Junge. Wie es war, wenn die anderen Jungen zum Fußball sind und er lieber mit den Mädchen Bändertanz machen wollte. Die zickige Molly gibt zu, wie sehr sie die Samstage im Salon genießt, und Jaqueline beichtet, dass sie eigentlich ebenfalls alleine ist. Und dann die Erkenntnis, dass alle auf den gleichen Kerl reingefallen sind.

    Also sinnt man auf Rache! Von wegen „Die schrägste Schrapnelle der Stadt!“ Kurzer Hand lädt Rita alle zu ihrer Hochzeit ein. Pierre darf sogar das Brautkleid anziehen und sagt, dies sei der glücklichste Tag in seinem Leben. Im Paradies könne es nicht schöner sein.

    Mit „Celebration“ von Cool and the Gang ging eine sehr gelungene Premiere zu Ende. Anhaltender Applaus war die Belohnung für die geschlossene Leistung der Schauspieler.

    Weitere Termine: Beginn jeweils 20 Uhr: 5., 12., 19., 26. Mai, 15. und 24. Juni, sowie 7., 21. und 27. Juli.

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