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    Kreuzwertheim

    Lösung für das Klärschlammproblem

    Im Bild (von links): Katja Michel, Stefan Kaus, Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann und Ludwig Michel.
    Im Bild (von links): Katja Michel, Stefan Kaus, Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann und Ludwig Michel. Foto: Wahlkreisbüro Alexander Hoffmann/Christian Schreck

    „Ein Kostenprodukt wandelt sich hier zu einem echten Wertstoff“, stellte der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann (CSU) nach seinem Besuch in Kreuzwertheim bei der Michel GmbH fest.

    Klärschlamm ist aufgrund seines organischen Anteils eine nicht zu unterschätzende energetisch nutzbare Ressource. Stefan Kaus informierte den Abgeordneten über die Möglichkeiten der Klärschlammtrocknung, insbesondere über sein entwickeltes Trocknungsverfahren. „Ein innovatives Projekt, das sich rechnet und zum Klimaschutz beiträgt, weil es nachhaltig arbeitet“, äußerte sich Stefan Kaus, der seit April 2019 in Zella-Mehlis einen Prototypen im 24-Stunden Betrieb aufgebaut hat, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Bei der Abwasserreinigung entsteht als Restabfall so genannter Klärschlamm, eine breiartige Masse mit immerhin noch mehr als 65 Prozent Wasseranteil. Jährlich fallen in Kläranlagen mehrere Tonnen grobe Stoffe an - vor allem Kunststoffe - dazu rund achtmal so viel Tonnen Sand und Klärschlamm. Eine Verwendung als Dünger eignet sich nur bedingt, da Klärschlamm möglicherweise Schadstoffe enthält. Derzeit wird dieser häufig thermisch entsorgt oder gelagert.

    Bei dem Wasseranteil bedeutet das, dass pro Jahr mehrere „hunderte Sattelzüge mit purem Wasser in die Verbrennungsanlage gefahren werden“, äußerte sich Ludwig Michel, „mit unseren neuen mobilen Trocknungsanlage soll dieser Wassertourismus gestoppt werden". Aus dem Klärschlamm entsteht künftig ein Granulat, das als Grundlage für weitere Verarbeitungen dient. Denn das getrocknete Granulat enthält nur noch weniger als zehn Prozent Wasser.

    Durch neue Verordnungen und Novellierungen wurden die Weichen für die Klärschlammentsorgung neu gestellt. Die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken, Zementwerken, Müllverbrennungsanlagen oder Monoverbrennungsanlagen wird langfristig kaum noch ohne vor- oder nachgelagerte Maßnahmen eines Phosphorrecyclings möglich sein.

    Die Entsorgung von Klärschlamm ist für viele Kommunen ein schwieriges Thema. Der direkte Austausch mit einem innovativen Unternehmen, das die Ressourcen nachhaltig schont, war ein wichtiger Erkenntnisgewinn für den Abgeordneten Alexander Hoffmann (CSU). Die Lösung für das Klärschlammproblem kommt somit direkt aus dem Landkreis Main-Spessart.

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    Bearbeitet von Lena Berger

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