• aktualisiert:

    Lohr

    Lohr: Bürgermeister Mario Paul bleibt ohne Stichwahl im Amt

    Damit hatten keineswegs alle gerechnet: Der parteilose Bürgermeister, nominiert von Grünen und SPD, setzte sich gegen zwei Mitbewerber gleich im ersten Wahlgang durch.
    Bleibt die Nummer eins im Lohrer Rathaus: Bürgermeister Mario Paul im rot-grünen Sportdress bei seiner Nominierung durch die Grünen (links Bärbel Imhof und Wolfgang Weis) und die SPD (rechts Christine Kohnle-Weis und Thomas Nischalke).
    Bleibt die Nummer eins im Lohrer Rathaus: Bürgermeister Mario Paul im rot-grünen Sportdress bei seiner Nominierung durch die Grünen (links Bärbel Imhof und Wolfgang Weis) und die SPD (rechts Christine Kohnle-Weis und Thomas Nischalke). Foto: Roland Pleier

    Als um 19.17 Uhr das Wahlergebnis der Lohrer Bürgermeisterwahl feststand, machte sich Mario Paul auf den Weg von Sendelbach in die Stadt. Bis kurz vor knapp hatte er die Stimmenauszählung zuhause auf seinem Smartphone verfolgt, um sicher zu sein, dass er nicht in die Stichwahl muss.

    "Ich bin sehr froh", sagte er, Als wäre sie bestellt, läutete die Glocke vom Turm der Stadtpfarrkirche herab, als er mit seiner Frau Diana und dem 19 Monate alten Töchterchen Edith über die alte Mainbrücke eilte. "Natürlich fällt die Anspannung ab, die Freude steigt."

    "Es fühlt sich gut an", sagte der 45-jährige Politikwissenschaftler nach sechs Jahren Amtszeit. Das doch eindeutige Ergebnis zeige, dass es ihm und seinen Unterstützern gelungen sei, den riesigen Vertrauensvorschuss von vor sechs Jahren zu bestätigen. "Ich denke, wir konnten schon zeigen, dass wir die richtigen Weichen stellen." Der Wahlsieg sei eine "tolle Bestätigung" auch für sein Wahlkampfteam und seine Familie, allen voran Ehefrau Diana, "die mich unglaublich unterstützt haben". In deren Kreis wolle er ein bisschen feiern. "Für Partystimmung und Triumphgeheule ist nicht die Zeit."

    Mario Pauls Erfolgsrezept

    Paul war im Wahlkampf so gut wie gar nicht auf seine beiden Mitbewerber eingegangen. "Mich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, war schon immer mein Credo", sagte er. "Man muss sich nicht an Mitbewerbern abarbeiten." Den beiden Gegenkandidaten dankte er für einen "fairen, sauberen Wahlkampf".

    Sein Herausforderer Dirk Rieb von der CSU fuhr mit 32,8 Prozent ein achtbares Ergebnis ein. Dass der 43-Jährige damit nur knapp einen Prozentpunkt über dem Ergebnis seines Parteifreundes Ernst Prüße 2014 lag, ist ein Stückweit wohl dem dritten Kandidaten, Michael Kessel, geschuldet. Der 46-Jährige aus Sailauf, den der Bürgerverein per Zeitungsanzeige gefunden und aktiviert hatte, brachte es auf 10,4 Prozent.

    "Zufrieden sind wir nicht", bilanzierte Michael Kessel vom Bürgerverein. Das Minimalziel von zehn Prozent habe er zwar erreicht, aber nicht die 15 bis 20, mit der er eine Stichwahl erzwingen wollte. "Es war sehr interessant", sagte er. Er bereue seine Kandidatur nicht, auch wenn sie letztlich "einfach zu kurzfristig" war. Die vier Monate haben nicht gereicht, um mich bekannter zu machen und was unsere Ziele sind. Da war nicht mehr drin." Auf Facebook bedankte auch er sich bei den Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf.

    Der Stadtrat wird sich verändern

    Im Stadtrat deuteten sich bei Redaktionsschluss Veränderungen an. Mit Peter Sander (FDP) und Torsten Ruf (ÖDP) könnten zwei neue Mini-Parteien in das Gremium einziehen. Die CSU erreicht wohl wieder sieben Sitze als stärkste Fraktion, die SPD vier (-2), die Freien Wähler drei (-1), die Grünen kommen wohl wie bisher auf 5, der Bürgerverein könnte dank Bürgermeisterkandidat mit einem Mandat mehr als Trio antreten.

    Mit wohl sieben Gruppierungen wird der Lohrer Stadtrat also noch bunter. Wie auch immer sie letztlich verteilt sein werden: Paul wird nach wie vor eine Minderheitenregierung führen. Worin er jedoch kein großes Problem sieht: "Erstens hab ich Übung darin", sagt er, "und zweitens konnten wir zeigen, dass wir durch eine sachorientierte Politik auf guten Grundlagen Mehrheiten für wichtige Beschlüsse fassen können."

    Mit 63,5 Prozent lag die Wahlbeteiligung 1,4 Prozentpunkt unter der von 2014 (64,9).

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Main-Spessart-Newsletter!

    Kommentare (3)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!