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    Lohr

    Lohr: Fischergässler fordern schmaleren Rollatorstreifen

    1,20 Meter Rollatorstreifen sollten reichen, meinen die Anlieger der Fischergasse. Diese Breite hat Christoph Zschocke mit den vier Farbmarkierungen in der Mitte gekennzeichnet. Der Stadtrat hingegen hat mehrheitlich für einen 3,50 Meter breiten Streifen aus Betonsteinen beschlossen. Foto: Roland Pleier

    Raus mit den Autos! Nur noch Anlieger sollten die Fischergasse mit ihren Autos befahren dürfen. Für diese Forderung erhielt Matthias Schneider starken Applaus von den rund 40 Anliegern der Fischergasse. Damit machte der CSU-Stadtrat jedoch ein neues Fass auf. Denn im Kern ging es bei diesem Ortstermin am Mittwochabend unterm Fischertor darum, wie groß der Anteil des künftigen Pflasters mit historischen Pflastersteinen aus Bundsandstein sein wird und wie breit der Rollatorstreifen aus Betonsteinen. 

    Anlieger: Maximalbreite 1,20 Meter

    Der Stadtrat hatte jüngst für die Planvariante mit einem 3,50 Meter breiten Rollatorstreifen für die 150 Meter lange Fischergasse gestimmt – davon ausgehend, dass dies im Sinne der Anlieger und mit diesen abgestimmt war. Vorausgegangen waren offenbar Missverständnisse auf beiden Seiten. Deshalb kam es jetzt zu dem erneuten Ortstermin. Nach eineinhalb Stunden teilweise heftiger und emotionaler Diskussion war klar, was auf dem Wunschzettel der Anlieger steht: Der Rollatorstreifen sollte maximal 1,20 Meter breit sein und nicht mittig verlaufen, sondern mehr auf jener Straßenseite, in die weniger Hofeinfahrten münden. Das ganze getoppt durch die Forderung, es möge doch geprüft werden, ob der barrierefreie Streifen nicht auch mit Natursteinen machbar ist. 

    Anlieger der Fischergasse wollen das Pflaster in ihrer Straße weitgehend erhalten. Foto: Roland Pleier

    Fürs alte Pflaster spricht aus Sicht der Anlieger nicht nur, dass es mit zum Gepräge des Meeviertels gehört und bei Touristen beliebt ist. Pflastersteine bremsen ihrer Meinung nach auch Autos aus. Deshalb protestieren sie seit Juli gegen die ursprünglich vorgesehene Pflasterung mit Betonsteinen – mit einem Teilerfolg

    Christoph Zschocke, Sprecher der Anlieger in der Fischergasse. Foto: Roland Pleier

    Streitpunkt: Mit wieviel Schwund ist zu rechnen?

    Dass beim Pflaster die historischen Steine benutzt werden, darin waren sich offenbar alle einig. Strittig aber ist, für welche Fläche diese ausreichen. Stefan Hümpfner vom Ingenieurbüro Kurt Balling aus Würzburg rechnet damit, dass 30 Prozent der ausgebauten Steine unbrauchbar sein werden. Allenfalls die Hälfte, widersprach Christoph Zschocke, Sprecher der Anlieger, nachdem er zuvor mit zwei Pflasterbaubetrieben gesprochen hatte. "Bei dieser hohen Qualität zehn bis 15 Prozent." Seine kritischen Worte gipfelten letztlich in der Aussage: "Ich habe das Gefühl, das Planungsbüro ist überfordert."

    Der städtische Vorrat an Pflastersteinen aus Buntsandstein, gelagert auf einer Fläche des Bauhofs hinter dem Stadtwerke-Gebäude. Foto: Wolfgang Dehm

    Für wie viel Fläche reicht die Reserve?

    Weitere Steine des Anstoßes liegen derzeit auf einer Lagerfläche des städtischen Bauhofs. Ob es sich dabei um jene handelt, die 2010 für den jetzigen, provisorischen Rollatorstreifen ausgebaut worden waren, oder jene drei Lkw-Ladungen, die ein Bauunternehmen im vergangenen Jahr der Stadt geschenkt hat, konnte keiner so recht beantworten. Aussagen von Anliegern zufolge nutzt der Bauhof immer mal wieder Pflastersteine, etwa um den Bereich um Sitzbänke herum zu befestigen. Fakt ist: Auf dem Bauhof türmt sich ein Haufen Pflastersteine. Und fraglich bleibt, für welche Fläche sie reichen.

    Ortstermin im Fischertor: Bürgermeister Mario Paul erläutert rund 40 Anliegern der Fischergasse die Planvarianten der Pflasterung. Foto: Roland Pleier

    Freilich könnte die Stadt auch Steine zukaufen. Die Frage ist, ob das im beschlossenen Kostenrahmen möglich ist. 540 000 Euro waren ursprünglich für die Sanierung mit durchgängigem Betonpflaster vorgesehen. Für den Einbau der alten Pflastersteine sind schon 80 000 Euro Mehrkosten eingeplant. 

    Ausgesprochen wurde es nicht, aber so manchem schien klar zu sein, dass die Maximalforderung der Fischergässler noch teurer werden könnte. Abzulesen war das aus der Bemerkung Christoph Zschockes: "Sind wir Ihnen das nicht wert?"

    Nun soll das Ingenieurbüro prüfen, inwieweit die Vorschläge technisch umsetzbar sind. Dann kommt das Thema erneut in den Stadtrat. Den Vorschlag Schneiders, dort dann auch zwei Sprecher der Anlieger zu Wort kommen zu lassen, griff Paul auf. "Da spricht eigentlich nichts dagegen." 

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