• aktualisiert:

    Pflochsbach

    MSP-Wunschzettel: Alfred Hergenröders unverpackte Wünsche

    Den elften Wunschzettel aus Main-Spessart ließen wir Alfred Hergenröder "schreiben", den Schlossermeister aus Pflochsbach, der früher mal Eisenbahner werden wollte.
    Alfred Hergenröder, Schlossermeister Foto: Roland Pleier

    "Als Bub wollt' ich Eisenbahner werd'", erinnert sich Alfred Hergenröder. Auf die ersehnte Eisenbahn zu Weihnachten aber musste er lange warten. Ebenso auf den Holzlastwagen. Die Oma habe ihn immer mit dem Spruch vertröstet: "Wenn das gläserne Schiff vom Valentinusberg kommt, kriegst Du Dein' Lastwagen."

    60 Jahre später ist das ganz anders. "Auf meinem Wunschzettel steht seit einigen Jahren nichts mehr", sagt der Schlossermeister aus dem Lohrer Stadtteil Pflochsbach, der mit seinen 69 Jahren, seiner Frau und einem Lehrling immer noch in seinem Beruf tätig ist. "Auf dem privaten Sektor hat man sehr viel." Bleiben die klassischen ideellen Wünsche: Dass die Gesundheit noch einige Jahre mitspielt, dass er mit "der Frau, mit de' Kinder, mit de' Hünd" noch Spaß haben kann. 

    Was man nicht erzwingen kann, darf man sich doch wünschen

    "De Hünd." Die Hergenröders haben vier. Er, Alfred, ist Vorsitzender des Schäferhundevereins Lohr, sie, Karoline, die Zuchtwartin. Auch Vorsitzende haben Wünsche: "Dass es die nächsten Jahre so weitergeht wie die letzten", sagt er. "Wir haben Ruhe und Frieden - im Gegensatz zu anderen Vereinen, was man so hört." Und dann ist da auch noch der Wunsch nach "etwas mehr sportlichem Erfolg". Doch dafür müssten "die Leut' halt noch intensiver mit ihren Hunden arbeiten. Das kann man nicht erzwingen, das kann man sich nur wünschen." Freilich weiß er auch: "Das ist ja nur ein Hobby, und das Hobby soll nicht zum Stress werden."

    Dass er so lange arbeitet, wie es noch geht, das hat sich der Schlosser schon in jungen Jahren vorgenommen. Noch geht es, und noch macht er weiter - den Umständen zum Trotz. "Die Firma wär größer", erläutert er. "Arbeit wär da - aber keine Leut'. Die Industrie hat alles kaputt gemacht. Keiner will heute mehr in einen Betrieb mit fünf bis acht Leut'." 40 Lehrlingen habe er über die Jahre hinweg ausgebildet. Doch große Betriebe lockten. Der längste sei zehn Jahre geblieben. "Übrig geblieben ist nichts."

    Sein Kundenstamm - ein Geschenk für seinen Sohn? 

    Nicht nur wegen seines selbst gesteckten Ziels macht er weiter. Auch wegen seines Sohnes. Der habe zwar auch Schlosser werden wollen, hat dann aber doch Heizung/Sanitär gelernt. Auch für ihn "zieh ich's noch a bissle hin", sagt er. Denn der 19-jährige Sohn habe "Ambitionen, selbstständig zu arbeiten. Und ich will ihm die Chance geben, meine Kunden zu übernehmen." Auch ein Wunsch, den man schwerlich in einen Karton packen und mit Geschenkpapier umwickeln kann ...

    Lesen Sie auch, was sich die Menschen in MSP bereits gewünscht haben!

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!