• aktualisiert:

    Lohr

    Mädchen-Power bei Rexroth

    Das Konzept, dass weibliche Auszubildende junge Praktikantinnen für technische Berufe begeistern sollen, geht auf. Foto: Frank Zagel

    In der Ausbildungswerkstatt von Bosch Rexroth geht es betriebsam zu: Es wird gebohrt, geschliffen und gelötet. Ausschließlich Mädchen stehen an den Maschinen und Werkbänken. Eine Woche Technik-Camp für Mädchen ist angesagt, zum 19. Mal im Lohrer Industrieunternehmen.

    Bayernweit nutzten seit 2002 nutzten etwa 3500 Praktikantinnen zwischen 12 und 14 Jahren das Angebot des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (BBW) und der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber sowie des bayerischen Wirtschaftsministeriums, um einen Einblick in technische Berufe zu erhalten, erklärt Kathrin Schirmer, die für das BBW das Projekt begleitet.

    Wie wichtig Bosch Rexroth Facharbeiterinnen sind, verdeutlicht Andrea Göbbels, die 2015 die Leitung der Aus- und Weiterbildung übernommen hat. Von den acht Betreuerinnen, die sich um die 16 Praktikantinnen kümmern, seien vier in den letzten Jahren selber im Mädchen-Technik-Camp der Firma gewesen.

    Mädchenanteil steigt

    Bei den Ausbildungsplätzen für technische Berufe verzeichnet Rexroth eine steigende Anzahl von Mädchen. Auch Rexroths Ausbilder für Elektroberufe, Joachim Englert, freut sich über die Mädchen-Power in seiner Werkstatt: »Unsere Aktivitäten der letzten Jahre tragen jetzt auch Früchte.« Die Praktikantinnen könnten früh erkennen, welche »vielfältigen Tätigkeiten« sie bei einer Ausbildung erwarten, so der Ausbilder.

    »Ziemlich interessant« findet Michelle die Tätigkeit, aus einer eisernen Gussform eine funktionsfähige Uhr zu fertgen. Befasst habe sie sich noch nicht mit technischen Berufen, das Interesse für eine Ausbildung in diese Richtung sei »auf alle Fälle« vorhanden, sagt die Zwölfjährige.

    Ina findet das ganze Programm gut. »Vor allem der Zusammenhalt unter uns Mädchen ist klasse«, sagt sie. Die Auszubildende Hannah betreut die Praktikantinnen, die sich aus allen Schuleinrichtungen und über den Landkreis hinaus, beworben hatten.

    In der Elektrowerkstatt löten die Mädchen unter ihrer Anleitung Schaltkreise zusammen, verdrahten diese auf der Rückseite der mittlerweile fertig gefrästen Uhr und fügen LED´s ein. Etwa fünf Stunden Arbeitszeit benötigt die Montage. Neben der Uhr aus Metall werden auch noch ein Schiff und eine elektronische Spielerei, genannt »Der heiße Draht«, gefertigt.

    Ab dem kommenden Jahr möchte Göbbels weiter in die Digitalisierung technischer Ausbildungsberufe vordringen und diese auch ihren Praktikantinnen beim Mädchen-Camp schmackhaft machen.

    Das Interesse für diese Berufe wird die Ausbildungsleiterin sicherlich weiter wecken, wie schon jetzt die zahlreichen Bewerbungen für das Praktikum als auch für Ausbildungsberufe in ihrer Firma belegen.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!