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    Marktheidenfeld

    Mainkaiparkplatz wieder Ratsthema: Was soll das bedeuten?

    Die sogenannte Baustraße führt am Mehrgenerationenspielplatz und Biergarten vorbei zum Parkplatz am Marktheidenfelder Mainkai. Der Stadtrat möchte sie schließen und den Spielplatz erweitern. Die Bürgerinitiative Mainkaiparkplatz fordert vor der Schließung der Straße ein Verkehrskonzept für die Altstadt. Foto: Joachim Spies

    "Umwidmung des Mainkaiparkplatzes" lautet Tagesordnungspunkt 8 der Stadtratssitzung an diesem Donnerstagabend in Marktheidenfeld. "Was soll das sein?" fragt Hamid Amin-Fahkr, der Besitzer des Café de Mar am Mainkai. Dass das Thema jetzt in den Stadtrat kommt, hat ihn aufgeschreckt. Amin-Fahkr ist einer der Vertreter der Bürgerinitiative in dem vom Verwaltungsgericht angestoßenen Mediationsverfahren. Dessen Ziel: eine konstruktive, einvernehmliche Lösung von Stadt und BI hinzubekommen. Doch das Verfahren ruht seit 8. Februar.

    "Wir wollen jetzt in Ruhe gelassen werden und dass der nächste Bürgermeister und Stadtrat darüber entscheiden", wünscht sich der Gastronom. Das müsse für den Parkplatz am Mainkai gelten und auch für die Baustraße, die geschlossen werden soll. 80 Prozent des Verkehrs zum Mainkaiparkplatz komme über die Baustraße, sagt Amin-Fahkr. Für ihn ist der Parkplatz am Main "das Herz der Altstadt".   

    Anwohner fordern Ersatz für Baustraße

    Ganz so emotional sieht das sein Wirtskollege Karlheinz Eberlein vom "Mainblick" zwar nicht, aber auch er fürchtet eine drastische Zunahme des Verkehrs in der Altstadt, wenn die Baustraße zugemacht wird. Wer wolle das dann noch kontrollieren, wenn diese Kontrollen schon jetzt unzureichend seien? "Wir wollen ein gutes, komplettes Verkehrskonzept für die Altstadt", sagt Eberlein. Dazu gehöre auch eine Entlastungsstraße. Die Bürgerinitiative habe der Stadt ein Konzept vorgelegt und wisse von zwei anderen aus dem Stadtrat und von Altstadtbewohnern. Doch man warte weiter auf eine Antwort aus dem Rathaus.

    Der Mehrgenerationenspielplatz in Marktheidenfeld soll erweitert werden, die "Baustraße" dafür verschwinden. Foto: Joachim Spies

    "Bevor sie die eine Straße zumachen, brauchen wir eine andere", fordert Amin-Fahkr. Der Parkplatz am Main sei laut Eberlein nicht nur für die rund 800 Bewohner der Altstadt, sondern auch für Hunderte von Patienten und Besucher der verschiedenen Gesundheitseinrichtungen rund um den Marktplatz wichtig.

    Verwaltungsgericht möchte Stand der Dinge wissen

    Matthias Hanakam, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt Marktheidenfeld, räumt auf Anfrage der Redaktion ein, dass der Begriff "Umwidmung" vielleicht etwas irritierend sei. Dass das Thema Mainkaiparkplatz jetzt auf die Tagesordnung des Stadtrates komme liege daran, dass das Verwaltungsgericht bei der Stadt nach dem Stand der Dinge gefragt hat. Die Verwaltung möchte deshalb vom Stadtrat den Beschluss haben, dass der Vollzug der Ratsentscheidung vom 22. März 2018 weiter ausgesetzt wird.

    "Wir wollen also keine Schilder aufstellen, aber auch den Beschluss nicht aufheben, sondern es bleibt beim Mainkaiparkplatz vorerst beim Status quo", so Hanakam.  Die nächsten Schritte seien, wie vom Stadtrat beabsichtigt, die Erweiterung des Spielplatzes und die Schließung der Baustraße.Hier laufen die wasserrechtlichen und baurechtlichen Verfahren.

    "Wir wollen den Dialog, wir wollen reden"

    Hamid Amin-Fahkr unterstellt der Stadt mit der Schließung der Baustraße einen Hintergedanken: Nach der Schließung nehme der Verkehr im Untertor und am Mainkai zu und dann werde es aufgrund vieler Beschwerden eine Verkehrszählung am Untertor geben mit dem Ergebnis, dass der Parkplatz geschlossen würde. Das wollten Freie Wähler samt Bürgermeisterin und SPD jetzt vor der Kommunalwahl noch schnell durchbekommen, glaubt er.

    Auch die Bürgerinitiative sei für eine Erweiterung des Mehrgenerationen-Spielplatzes, betont Karlheinz Eberlein, aber nur mit Verkehrskonzept. "Die Altstadt soll attraktiv bleiben", so Eberlein. Die Altstadtbewohner wollten von den Stadträten mit ins Boot geholt werden. Eberlein: "Wir wollen den Dialog, wir wollen reden."

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