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    Gemünden

    Mann stahl E-Zigarette von Sohn: 2450 Euro Strafe

    Symbolbild Justiz Foto: Christopher Schulz

    War es ein Diebstahl oder nur ein "Tauschgeschäft"? Ein 49-jähriger gelernter Maler und Lackierer stand wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Gemünden. Er soll im Juni von dem bei seiner getrennt lebenden Frau wohnenden Sohn eine E-Zigarette gestohlen haben. "Ich wollte nur Druck machen, um meine Sachen zu bekommen", sagte der Angeklagte vor Richterin Laura Paczesny.

    Einen Strafbefehl über 4200 Euro hatte der arbeitsuchende Mann aus dem Raum Gemünden für seine Tat erhalten und dagegen Einspruch eingelegt. "Die Geldstrafe ist schon sehr hoch, das ist krass", sagte der Angeklagte. Dass das, was er getan hat, nicht ganz korrekt war, hatte er eingesehen. Seine Einlassung hinsichtlich des "Tauschgeschäfts", kam daher auch nur etwas halbherzig herüber.

    E-Zigarette nur als "Pfand"?

    Bei ebay-Kleinanzeigen hatte er gelesen, dass seine Ex und der gemeinsame Sohn einen Fernseher, Musikanlage und andere Güter aus dem einstigen gemeinsamen Haushalt zum Verkauf angeboten hatten. "Die Sachen gehören aber mir", sagte er der Richterin. Darum sei er auch am 9. Juni zur neuen Wohnung seiner Frau gegangen und habe die Herausgabe der Gegenstände gefordert. Als dies verweigert wurde, habe er die auf einem Tisch liegende E-Zigarette als "Pfand" mitgenommen. Der Wert: rund 150 Euro.

    An der Anzahl der Tagessätze waren Richterin und Staatsanwalt nicht bereit etwas zu ändern. Schon allein wegen der elf Einträge des Mannes im Bundeszentralregister. Darunter auch einige einschlägige. Hehlerei, gemeinschaftlich begangener Diebstahl, vorsätzliche Körperverletzung sowie der unerlaubte Anbau von Betäubungsmitteln hatten ihm sogar schon einmal eine Freiheitsstrafe eingebracht.

    Trennung von Frau und Kindern hat ihn aus der Bahn geworfen

    Allerdings war das Gericht bereit, die Höhe der 70 Tagessätze neu zu berechnen. Schon allein deswegen, weil im Strafbefehl sein Einkommen geschätzt worden war. Mittlerweile bezieht der Mann jedoch Krankengeld. Und das voraussichtlich noch für einen längeren Zeitraum. "Auch die Trennung von der Frau und den beiden Kindern haben mich aus der Bahn geworfen", meinte er.

    In der Neuberechnung der Tagessatzhöhe reduzierte das Gericht sie von ehemals 60 Euro auf nun 35 Euro, nachdem der Angeklagte den Strafbefehl als rechtskräftig anerkannte und seinen Einspruch nur noch auf die Tagessatzhöhe beschränkt hatte. Somit reduzierte sich für ihn die Geldstrafe von 4200 Euro auf 2450 Euro. Immerhin eine sehr teure E-Zigarette. Das Urteil ist rechtskräftig.

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