• aktualisiert:

    Karsbach

    Marco aus Karsbach: Alexandra, willst Du mich heiraten?

    Der Burgsinner Friseur Marco Lauro macht an diesem Mittwoch seiner Alexandra Fehn in Karsbach mit diesem Foto öffentlich einen Heiratsantrag. Die beiden sind seit genau 25 Jahren ein Paar (linkes Bild) und haben zwei Kinder (rechtes Bild). Foto: Michael Fillies

    Am 14. August sind es genau 25 Jahre, dass der Neapolitaner Marco Lauro und Alexandra Fehn aus Karsbach zusammen sind. Sie haben zwei Kinder, Giuliano und Valentina, 16 und 11 Jahre alt. Dass sie nicht verheiratet sind, war bisher kein großes Thema für die beiden. „Schatzi, wir machen das mal, wenn die Kinder aus dem Haus sind“, hat Marco Lauro bisher immer gesagt. „Wenn wir uns früh fragen: ,Was könnten wir heute Schönes machen?‘, dann schlägt einer von uns mal vor: ,Heute gehen wir heiraten.‘“

    Doch zum 25-Jährigen will man seiner Lebensgefährtin schon ein bisschen was bieten. Und weil Marco Lauro gemerkt hat, dass die Gefühle für seine Alexandra im Lauf der Jahre nicht schwächer, sondern stärker geworden sind, und weil er sich sicher ist, in ihr „die beste Mutter“ für seine Kinder gefunden zu haben, hat er sich überlegt, das Projekt Hochzeit doch etwas vorzuziehen.

    Natürlich könnte er seiner Lebensgefährtin im privaten Umfeld ganz zwanglos einen Antrag machen. Aber ein bisschen spektakulärer stellt sich der gebürtige Neapolitaner das schon vor. Es dürfen ruhig ein paar Tausend Leute mitbekommen, wie stark seine Gefühle für Alexandra sind, meint er. Deshalb hat er sich über einen Freund an die Main-Post gewandt, um seinen Antrag öffentlich vorzutragen.

    Heimlich Vorbereitungen getroffen

    Marco Lauro hofft natürlich, dass sie Ja sagt, wenn sie seine Frage liest. Ganz frei von Bedenken ist er zwar nicht. „Sie könnte natürlich auch Nein sagen“, ist ihm klar. Solche Gedanken können ihn aber nicht davon abhalten, von seiner Seite alles zu tun, um eine baldige Hochzeit möglich zu machen. Marco Lauro war bei der VG, um sich zu informieren, welche Papiere dafür benötigt werden. Er besorgte seine Geburtskurkunde aus Italien. Sogar eine Geburtsurkunde seiner Frau konnte er schon organisieren, ohne dass seine Pläne aufflogen.

    Ihm persönlich könne man sie – weil nicht verheiratet - zwar nicht aushändigen, beschied man ihn bei der VG, man könne sie aber per Post an seine Lebensgefährtin schicken. Es gelang Marco Lauro, seine Lebensgefährtin zu überzeugen, dass die Urkunde sicher von der Versicherung in Auftrag gegeben worden sei, bei der sie derzeit eine private Unfallversicherung abschließen wollen. Nur die beiliegende Rechnung über 12,50 Euro schmeckte ihr überhaupt nicht, da sie noch über Kopien ihrer Geburtsurkunde verfügt hätte.

    Marco Lauro ließ außerdem vom italienischen Konsulat in Frankfurt den Antrag für das Ehefähigkeitszeugnis kommen, die er für die Heirat auf einem deutschen Standesamt braucht. Den Antrag heimlich auf den Weg zu bringen, stellte sich aber zunächst als unmöglich heraus. Denn auf dem mehrseitigen Formular ist auch die Unterschrift seiner künftigen Frau vorgesehen. Den Wunsch, schon am Tag nach dem Antrag aufs Standesamt gehen zu können, legte Marco Lauro daher schweren Herzens ad acta.

    Noch ein wenig Geuld für Papierkram vonnöten

    „Ich hab‘ die ganzen Papiere da, kann sie aber noch nicht abschicken“, bedauert er. Er hatte sich schon damit abgefunden, dass ein paar Tage vergehen werden zwischen dem hoffentlichen Ja seiner Lebensgefährtin bis zur Zeremonie auf dem Standesamt, da machte die VG neue Hoffnung. Es würde reichen, wenn er seine Angaben und Unterschrift beim Konsulat einreicht. Drei Tage später machte das Konsulat diese Hoffnung mit einem Telefonanruf jedoch zunichte. Seine künftige Frau müsse unterschreiben. Marco Lauro wünscht sich jetzt wenigstens, dass wegen der Papiere nicht zu viel Zeit bis zur Heirat verstreicht, vielleicht nur „zwei Wochen oder so“.

    Dass der Neapolitaner vor 30 Jahren erstmals nach Deutschland kam, hat auch mit einer Hochzeit zu tun. Bei der traf er einen Onkel, der zu jener Zeit in Lohr arbeitete. Dieser nahm seinen Neffen für einen Kurztrip mit nach Deutschland. Marco Lauro war als Frisör damals von seinem Arbeitgeber jeweils für die Sommermonate freigestellt, weil im Salon nur wenig zu tun war, solange die Kundschaft Ferien machte.

    „Kurztripp“ nach Deutschland dauert schon mehr als 30 Jahre

    In Lohr fiel ihm der Frisörsalon Wiegandt in der Grabenstraße auf, der damals gerade umgestaltet worden war. „Alles neu, viel Holz“, erinnert sich Marco Lauro. Und als er wieder einmal neugierig „neispitzte“, kam Peter Wiegandt vor die Tür und sprach ihn an. Marco Lauro verstand damals noch kein Wort Deutsch. Erst der Onkel dolmetschte, dass sich sein Neffe so für den Laden interessiere, weil er selbst Frisör war.

    „Könntest du meiner Schwester die Haare machen“, habe Wiegandt ihn gefragt. Dabei zeigte sich Marco Lauro offenbar versiert genug, sodass er ein paar Tage im Salon mitarbeiten durfte. Und schließlich das Angebot bekam, zu bleiben. Marco Lauro blieb, um Deutsch zu lernen. Damit könnte er später auch in Italien im Sommer Arbeit als Frisör finden, etwa am Gardasee oder an der Adria, wo viele Deutsche Urlaub machten, rechnete er sich aus.

    Er blieb vier Jahre bei Peter Wiegandt. Später arbeitete Marco Lauro im Salon Roser in Gemünden, in Thüngersheim und in Würzburg. Als ihm vor 17 Jahren sein Freund Antonio Irollo berichtet, dass Liesl Bechold den Friseursalon Krieger in Burgsinn aufgeben möchte, pachteten er und seine Lebensgefährtin das Geschäft und machten sich dort selbstständig.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Anmelden