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    Wiesenfeld

    Maria Ott aus Wiesenfeld wurde 95 Jahre alt

    Zum 95. Geburtstag hatte Maria Ott etwa 60 Verwandten eingeladen. Bürgermeister Paul Kruck gratulierte mit Flaaktalern und durfte sich ins Gästebuch eintragen. Foto: Barbara Wolf

    Humor bewies Maria Ott mit ihrer Einladung zum 95. Geburtstag. Sie schrieb: "Am 2. 2. 2020 wird die 'Old Mary' sage und schreibe 95 Jahre alt, das müssen wir feiern!" Bürgermeister Paul Kruck gratulierte und stellte fest: "Wenn man so fit ist wie Sie, will man gerne 95 Jahre alt werden".

    Maria Ott lud zum Geburtstag ihre große Verwandtschaft ein und feierte mit 60 Personen im Gasthaus Stern. Vier der Anwesenden – Gerlinde Heßler, Rudi Gosdschan, Franz-Josef Scheeb und Clemens Kübert – sind Stadträte in Karlstadt. An ihrem 90. Geburtstag konnte sie nicht groß feiern, weil damals ihr Mann Pflegefall war. Diesmal kamen alle. "An der Beerdigung sehe ich meine Verwandten ja nicht", meinte sie lachend.  Mit einem umgedichteten Lied zur Melodie "Wohlauf die Luft geht frisch und rein..." und dem Refrain "Lebe hoch, lebe hoch, lässt sich nicht unterkriegen" ehrten sie die Jubilarin nach dem Mittagsmahl. Ein Geheft mit alten Fotos von Wiesenfeld war unter vielen anderen ein wohlbeachtetes Geschenk. Zur Erinnerung trugen sich alle in ein Gästebuch ein.

    Maria Ott war das Nachzüglerkind von sieben Geschwistern. Ihre Eltern betrieben dort die Ziegelei Röder in Wiesenfeld. Sie begann eine Ausbildung im Büro, wurde zwangsweise im Krieg zur Fernschreiberin ausgebildet und kam in Gefangenschaft. Im Juni 1945 kehrte sie nach Wiesenfeld zurück. Ihr späterer Mann Stefan Ott, der bei der Marine gedient hatte, kam in dieser Zeit ebenfalls in die Heimat. Sie heirateten, bekamen zwei Söhne, vier Enkel und zwei Urenkel, die heute auch schon erwachsen sind.

    Dass ein Ehrenamt fit hält, beweist Maria Ott mit ihrer Präsenz als Leiterin vom Seniorenkreis Wiesenfeld. Damit ist sie automatisch im Seniorenbeirat der Stadt Karlstadt. "Wir haben uns da eingebracht, wo wir wohnen" sagte sie. Wenn der Dorfladen einmal im Jahr seine Bilanz bekannt gibt, interessiert sie sich dafür und geht zur Versammlung. Früher erledigte sie mitunter für sechs Firmen die monatliche Buchhaltung, weil ihr dies mehr Spaß machte als die Hausarbeit. Viel Urlaub brauchte sie nicht. Drei bis vier Tage übers Wochenende gönnten sie sich mehrmals im Jahr mit ihrem Mann. Die Städtereise nach Rom bleibt ihr in sehr positiver Erinnerung.

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