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    Karlstadt

    Maria gebiert in Karlstadt vor der Stadtmauer

    Kurzerhand nach Karlstadt versetzt die neue fränkische Weihnachtskrippe in St. Andreas die Weihnachtsgeschichte. Alle Menschenfiguren tragen Tracht. Foto: Jürgen Kamm

    Die seit Februar entwickelte fränkisch-Karlstadter Weihnachtskrippe mit bis zu 35 Zentimeter großen Figuren steht jetzt in St. Andreas. Letzte Details fehlen noch.

    Maria und Josef tragen fränkische Tracht und müssen mit Jesus leider draußen bleiben. Die neue fränkisch-Karlstadter Weihnachtskrippe in der Stadtpfarrkirche St. Andreas zeigt die Szenerie um den neu geborenen Heiland mitsamt den Tieren unverkennbar vor der Karlstadter Stadtmauer. Die Krippe wurde kurz nach der Eröffnung der Weihnachtstage in der Kirche vorgestellt und ist derzeit noch unvollendet.

    "Die Karlstadter können schon was", bemerkte Manfred Goldkuhle und erklärte zur Eröffnung, die bisherige Krippe sei zwar sehr schön, aber auch recht kleinteilig gewesen. Die neue Krippe ist ein Gemeinschaftprojekt und völlig anders als die übliche Darstellung im hölzernen Stall.

    Maria kommt vor der Stadtmauer nieder

    Bei einer Weihnachtskrippe müsse es nicht um historische Korrektheit gehen, sondern darum, was Weihnachten bedeutet, erklärte Pfarrer Simon Maier. Interpretiere man die Weihnachtsgeschichte und transferiere sie nach Karlstadt, erscheine es logisch, dass Maria ihr Kind vor dem Toren der Stadt gebar. Deshalb sei die Szene vor dem Maintor und der Stadtmauer angesiedelt, die den Bürgern der Stadt Sicherheit verhieß. Der Engel erscheint in dieser Krippe auch nicht Hirten auf dem Feld, sondern auf der Rathaustreppe, um den Karlstadtern, die es sich mit Musik und Tanz gerade gut gehen lassen, vom Ereignis zu verkünden. Deshalb ist die massive Tür im Tor auch geöffnet und viele Leute stehen  vor der Mauer.

    Zahlreiche Helfer wirkten am Bau und an der Gestaltung der neuen Krippe mit. Seit Februar tagte der zwölfköpfige Krippenausschuss viermal. Das Konzept für die Darstellung der Stadtkulisse Karlstadts stammt von Wolfgang Merklein, die fränkischen Krippenfiguren kommen aus der Kunstwerkstatt Warring in Bischofsheim in der Rhön. Gefräst wurde die Holzkulisse auf einer CNC-gesteuerten Maschine in der Schreinerei Horstmann, gefasst und kunstvoll angemalt vom Kirchenmaler Josef Geißler. Der Bauhof der Stadt Karlstadt unterstütze bei Transport und Aufbau. Bei der Finanzierung halfen neun Sponsoren. Für die Lichttechnik, die noch ausgebaut werden soll, sorgten Bernhard Büttner und Matthias Roth. Mittels Münzeinwurf in eine Sandsteinstele kann die Krippe für eine bestimmte Zeit ins richtige Licht gesetzt werden.

    Drei- und zweidimensionale Darstellung

    Zur Kulisse erklärte Wolfgang Merklein, er habe versucht, Karlstadt in vier Ebenen darzustellen. Ganz vorne dreidimensional der Bereich vor der Stadtmauer und die Mauer selbst mit ihren Türmen, dahinter eher zweidimensional die Bürgerhäuser, das Rathaus und die Kirche. Da einige der Krippenfiguren 35 Zentimeter hoch sind, habe das nicht maßstabgetreu erfolgen können. Die Umsetzung begeistere ihn, "das ist besser, als ich es mir vorgestellt habe". Für die weitere farbliche Ausgestaltung, bisher ist nur der dreidimensionale Bereich farblich gefasst, bat er darum, nicht zu sehr in Detail zu gehen.

    Über die Vorstellung der fränkisch-Karlstadter Weihnachtskrippe wird auch das ökumenische Fernsehmagazin "Kirche in Bayern" berichten. Als Leiterin der Fernsehredaktion der Diözese Würzburg hatte sich Bernadette Schrama das Ereignis in ihrer Heimatstadt nicht entgehen lassen.

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