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    Marktheidenfeld

    Marktheidenfeld: Wo am Montag die neuen E-Busse fahren

    Ab Montag fahren in Marktheidenfeld die ersten beiden E-Busse. Die Stadt verspricht sich davon bessere Luft und weniger Lärm. E-Busse haben jedoch einen großen Nachteil.
    Ab Montag wird auf der Linie 681 ein Elektrobus fahren. Helga Schmidt-Neder (rechts) machte mit Katrin Grasmann und Matthias Vornwald-Grasmann eine Probefahrt. Rechts sieht man den neuen E-Bus und links den alten Diesel-Bus.
    Ab Montag wird auf der Linie 681 ein Elektrobus fahren. Helga Schmidt-Neder (rechts) machte mit Katrin Grasmann und Matthias Vornwald-Grasmann eine Probefahrt. Rechts sieht man den neuen E-Bus und links den alten Diesel-Bus. Foto: Martin Hogger

    Für die etwa 200 Marktheidenfelder, die täglich die Linie 681 nehmen, wird die Fahrt ab Montag um einiges ruhiger werden. Ab dann setzt nämlich das Busunternehmen Grasmann einen der zwei neuen Elektrobusse für die Nord- und Südlinie ein. Nachdem viele Autos im Stadtbesitz bereits elektronisch betrieben werden, ist die Stadt mit diesen zwei Bussen dem selbstgesteckten Ziel näher, auch den ÖPNV nachhaltiger zu machen. 

    Bei einer Probefahrt stellten am Freitagmorgen die beiden Geschäftsführer, Katrin Grasmann und Matthias Vornwald-Grasmann, Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder einen der beiden Kleinbusse vor. Für die Fahrgäste ändert sich vor allem beim Mitfahrgefühl einiges. "Er fährt sich ruhiger und fühlt sich nicht so klapprig an", sagt Vornwald-Grasmann. Vom Aussehen hier sind der Elektro- und die Diesel-Busse sich sehr ähnlich. Der E-Bus ist mit 20 Sitz-, sechs Steh- und zwei Rollstuhlplätzen jedoch etwas geräumiger. Die beiden Busse sind barrierefrei. Sie sollen außerdem so schnell wie möglich WLAN bekommen. Aktuell funktioniert das jedoch noch nicht. Was aber funktioniert, ist das Laden von Handys oder Tablets. Jede Sitzgruppe hat zwei USB-Anschlüsse, das Kabel müssen die Gäste selbst mitnehmen. 

    Was sind Vor- und Nachteile von Elektro- und Dieselbussen?

    Diese beiden E-Busse waren ein Grund, warum das Busunternehmen Grasmann den Zuschlag für den Marktheidenfelder Stadtverkehr bekam. "Wir wollten ein Signal als Stadt setzen", sagt Helga Schmidt-Neder. Vornwald-Grasmann will damit Erfahrung im Thema Elektromobilität sammeln: "Das wird kommen und die beiden Busse sind ein idealer Einstieg dafür." 

    Vergleicht man die Diesel-Busse, die auch weiterhin auf einigen Linien fahren werden, mit den E-Bussen, dann haben letztere für das Unternehmen eigentlich nur einen Nachteil. Mit 190 Kilometern hat ein E-Bus eine geringere Reichweite als ein Diesel-Bus. Die Strecke der Linie 681 ist jedoch etwa 220 Kilometer lang. Dieses Problem löst das Busunternehmen, indem es die Busse abwechselnd einsetzt. Während der eine lädt, fährt der andere. Zwar kosten Elektro- mehr als die Dieselbusse. Durch eine Leuchtturm-Förderung vom Freistaat Bayern konnte Grasmann die Busse aber fast zum gleichen Preis kaufen. Zudem spare sich das Unternehmen etwa die Hälfte an Energiekosten, sagt Vornwald-Grasmann. Strom ist billiger als Benzin. 

    Für die Stadt liegen die Vorteile auf der Hand. Elektro-Busse stoßen keine Abgase aus und sind leise. "Einer muss einfach anfangen", sagt Helga Schmidt-Neder. Und das gehe nur mit finanziellen Anreizen. Auch die Stadt schießt Geld für den Umstieg auf Elektromobilität zu. Von 130 000 Euro pro Jahr steigen die Kosten für den Fahrbetrieb um etwa 50 000 Euro pro Jahr. Der städtische Tarif wird sich deshalb aber nicht verändern. Bei Einzelfahrscheinen bleibt der Preis weiterhin bei 1,25 Euro und 60 Cent für Kinder. 

    Gegen Ende der Fahrt sagt Katrin Grasmann noch, dass das nächste Projekt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Busunternehmens sei. Dann könne man die Busse mit 100 Prozent Öko-Strom laden. Helga Schmidt-Neder kommt daraufhin ins Schwärmen: "Wenn am Weltfrauentag dann fairer Kaffee und faire Rosen im E-Bus verteilt werden – ein Traum."

    Elektromobilität in Marktheidenfeld
    Eine moderne Tankanzeige. So viel Akku hat der Bus noch. 
    Eine moderne Tankanzeige. So viel Akku hat der Bus noch.  Foto: Martin Hogger
    Die Stadt hat sechs E-Mobile im Einsatz: Neben den zwei strombetriebenen Fahrzeugen für Mitarbeiter des städtischen Rathauses, einem Elektro-Pritschenwagen des Bauhofs sowie je einem E-Fahrzeug beim Wasserwerk und bei der Feuerwehr ist auch ein Hausmeisterfahrzeug umweltfreundlich im Stadtgebiet unterwegs.
    Ladesäulen für Elektroautos gibt es in Altfeld, am Bauhof, am Aldi und im Parkhaus unter dem Rathaus. 
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