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    Marktheidenfeld

    Marktheidenfelder Wasserversorgung braucht drittes Standbein

    Der Bund Naturschutz Kreisverband Main-Spessart besichtigte Anlagen der Wassergruppe, hier das Maschinenhaus im Wachengrund. Foto: Ernst Dürr

    Vor kurzem besichtigte der Kreisverband Main-Spessart des Bund Naturschutzes (BN) Anlagen der Wassergruppe Marktheidenfeld. Treffpunkt war am Zeltplatz Hubertus bei Windheim, wo Erich Perchermeier, stellvertretender BN-Kreisgruppen-Vorsitzender und Sprecher der Marktheidenfelder Ortsgruppe des BN, feststellte, dass der heiße und trockene Sommer des Jahres 2018 das Thema Wasser wieder in den Fokus gerückt habe.

    Den teilweise kritischen Fragen der Teilnehmer standen Verbandsvorsitzende Helga Schmidt-Neder und technischer Betriebsleiter Klaus Woitas Rede und Antwort. Schmidt-Neder versicherte, dass der Zweckverband zur Wasserversorgung der Marktheidenfelder Gruppe, wie die Wassergruppe richtig heißt, die Verantwortung für das Grundnahrungsmittel Wasser und für die Sicherung der Wasserversorgung der angeschlossenen Orte ernst nehme. Gerade angesichts des drohenden Klimawandels habe man in diesem Jahr ein Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem auf Sicht des Jahres 2025 strategische Überlegungen für Reaktionen auf Klimawandel, Erwärmung und Trockenheitsphasen möglich werden sollen.

    Gutachten soll Alternativen bringen

    Dabei sollen Handlungsspielräume im gesamten Gebiet des Zweckverbands untersucht und aufgezeigt werden. Hinsichtlich der künftigen Entwicklung sprach Woitas Klartext: „Die nächsten zehn Jahre brauchen wir ein drittes Standbein“. Im Wachengrund seien keine weiteren Brunnen möglich, im oberen Bereich des Weihersgrunds gebe es zwar noch eine ungenutzte Quelle unterhalb Breitsol, deren Erkundung mit einem sehr ungewissen Ergebnis aber einen sechsstelligen Bereich kosten würde. Mit dem beauftragten Gutachten wolle man Alternativen erhalten.

    Die Gruppe wanderte zunächst zum Georgsbrunnen im Wachengrund, wo der technische Betriebsleiter des Zweckverbandes Woitas an die im Jahr 2004 erfolgte Inbetriebnahme der Wassergewinnungsanlage Wachengrund erinnerte. Nächste Station war das Maschinenhaus im Wachengrund, wo es Brotzeit und Getränke gab. Dort zeigte der Betriebsleiter die Vielzahl der technischen Einrichtungen auf, die von nur vier Mitarbeitern betreut werden. Allein die Leitungen zur Verteilung des Trinkwassers zu den einzelnen Gemeinden haben demnach eine Gesamtlänge von etwa 60 Kilometern. Per Pkw-Fahrgemeinschaften ging es weiter in den Weihersgrund, wo zunächst zu Fuß ein Blick auf die Brunnen geworfen wurde, bevor das es im dortigen Wasserwerk weitere Erläuterungen gab.

    Am Ende dankte Perchermeier Schmidt-Neder und Woitas für die fachkundige Führung. Man habe Einblick in einen hervorragend funktionierenden Wasserversorger bekommen. Angesichts des Klimawandels mahnte er jedoch zur Vorsorge und vorausschauender Planung hinsichtlich zu erwartender trockener Sommer. Er appellierte dazu an Bürger und Kommunen, Wasser zu sparen und den Flächenverbrauch zu begrenzen.

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