• aktualisiert:

    KARBACH

    Meckernde Ziegen als Landschaftspfleger

    Eine Herde von etwa 60 Ziegen übernimmt derzeit notwendige Landschaftspflegemaßnahmen um der Verbuschung der Trockenstan... Foto: Josef Laudenbacher

    Eine Herde von Ziegen übernimmt Pflegemaßnahmen auf den Trockenstandorten und Wacholderheiden auf der Südseite des Mühlbergs entlang des Baumhofweges südlich des Marktes Karbach gelegen. Rund fünf Dutzend Tiere erhalten als „natürliche Rasenmäher“ den wertvollen Lebensraum und schützen dadurch seltene Tier- und Pflanzenarten.

    Das Gemecker der Ziegenherde ist nicht zu überhören. Aber man muss schon Glück haben, wenn sie sich am Baumhofsweg gesammelt zeigen. Meist wenn sie Durst haben. Ansonsten verstecken sie sich im schattenspenden Gebüsch. Am EU-Umweltprojekt „Mainmuschelkalk“ sind vier Gebietskörperschaften beteiligt, darunter auch der Landkreis Main-Spessart. Die genügsamen Tiere sind günstiger und effizienter als die bisherigen maschinellen Entbuschungsarbeiten der Landschaftspflege.

    Lange nicht genutzte Trockenstandorte werden so wieder nutzbar gemacht und bieten Platz für seltene Tier- und Orchideenarten und andere Pflanzen. Die Ziegen sorgen für eine natürliche Pflege der Flächen und hemmen das Wachstum von Büschen und Bäumen, indem sie Äste, Baumrinde und trockenes Gras fressen. Die Tiere ersetzen das aufwändige, maschinelle Beseitigen der in Jahrzehnten dichtgewachsenen Büsche und Sträucher.

    Die Kalkmagerrasen, eine landschaftliche Besonderheit um Karbach herum, sind durch Jahrhunderte andauernde Beweidung entstanden. Hier finden sich Küchenschelle, Diptam, Purpur-Orchidee, Schwalbenschwanz, Heidelerche und viele weitere seltene Arten mit überregionaler Bedeutung. Zwischenzeitlich ist die Beweidung auf den Magerrasen aufgegeben worden, weil sie unwirtschaftliche war. Es wurde sichtbar, dass die ungenutzten Weiden im Laufe der Jahre und Jahrzehnte stark verbuschen und die licht- und wärme gebundenen Arten verschwinden. Dem will man entgegensteuern.

    Der Erhalt und die Entwicklung dieser wertvollen Lebensräume gelingen nur durch ein fortdauernde nachhaltige Nutzung und Pflege. Daher gilt der Schutz durch Nutzung menschlicher und tierischer Landschaftspfleger als ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts.

    lau

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!