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    Frammersbach

    Mehr Anfragen als Plätze bei den "Spessartfüchsen"

    Spaß haben die Kinder bei der Laubschlacht mit Kinderpflegerin Heike Steigerwald. Foto: Frank Zagel

    Seit mehr als einem Jahr betreut der Frammersbacher Waldkindergarten Spessartfüchse seine mittlerweile 17 Kinder im Alter von zweieinhalb bis sechs Jahren. "Es könnte kaum besser laufen", berichtet die leitende Erzieherin Beate Lauter.

    Die Aussicht auf die Marktgemeinde ist an diesem Morgen beeindruckend. Im weitläufigen Areal, das durch Fadenmarkierungen den Kindern ihren Aufenthaltsbereich vorgibt, herrscht ein fröhliches Treiben. Kinderpflegerin Heike Steigerwald, die zuvor sechs Jahre im Lohrer Waldkindergarten gearbeitet hat, befindet sich mitten in einer Laubschlacht.

    An den beiden Tischen, die mit einem Stoffsegel überdacht sind, werden auch die Mahlzeiten eingenommen. Hier hämmert Erzieher Mathias Schmidt gerade mit einigen Mädchen und Jungen Nägel in ein Brett, das anschließend mit Stofffäden verkleidet wird. Er selber bezeichnet sich – einer der wenigen Männer in diesem Beruf – als einen Exoten. Die Kinder lieben ihn. Egal, wo sich Schmidt aufhält, er ist umringt von einer Kinderschar.

    "Bester Platz für Kinder"

    Seinen ehemaligen Beruf als Kaufmann hat er aufgegeben. "Zu langweilig", sagt der 35-Jährige, den die Liebe aus seiner Heimat Dietzenbach in die Spessartgemeinde führte. "Der Wald ist doch der beste Platz für Kinder", erklärt Schmidt, der seit vier Jahren als Erzieher arbeitet – zuvor in einer Tagesstätte in einem Brennpunktviertel Dietzenbachs. "Das ist eine tolle Aufgabe und ein positiver Unterschied zum Regelkindergarten", schwärmt er von seiner Arbeit in der Natur.

    "Im Endeffekt haben wir alle Anforderungen zügig erfüllt", erinnert sich Dieter Kissner, einer der drei Vorsitzenden des Vereins, an die Anfangszeit im Jahr 2017. Damals wurde ein Konzept erstellt, um den Betrieb als Waldkindergarten starten zu können. Für 20 Kinder sei der Kindergarten jetzt zugelassen.

    Das Team der Spessartfüchse: Heike Steigerwald, Dieter Kissner, Mathias Schmidt und Beate Lauter. Foto: Frank Zagel

    Nach Absprache mit der Gemeinde könnte die Kapazität erhöht werden, wenn der neue Kindergarten im Ort fertiggestellt ist. Der Austausch mit der Gemeinde sei "hervorragend", gibt Kissner an. Die Spessartfüchse haben mehr Anfragen als Plätze vergeben werden können. Mit elf Kindern hatte der Betrieb im September vorigen Jahres begonnen.

    Regionaler Bezug

    Das pädagogische Team trifft sich regelmäßig, um Kindern und Eltern gerecht zu werden, sagt Beate Lauter. "Wir fördern Individualität in der Gemeinschaft", erklärt die Pädagogin. Ein regionaler Bezug zu Frammersbach und Heimatkunde sei dem Team wichtig.

    Der regelmäßige Austausch mit den Betreibern des angrenzenden Ponyhofs, der Schäferei und des Wildgeheges ist der Leitung genauso wichtig, wie die Kommunikation auf Augenhöhe mit der Marktgemeinde. Besuche im Ort gehören zum Kindergartenalltag. "Wir möchten signalisieren, dass wir auch zu Frammersbach gehören", so Lauter, "und nicht nur der Kindergarten auf dem Berg sein".

    Auch wenn die Wanderhütte als Zufluchtsort bei Sturm genutzt wird, spielt sich der Kindergartenbetrieb bei jedem Wetter im Wald ab. Wanderungen über Felder und angrenzende Wälder zählen zum Alltag.

    Die Frage an die Zwillinge Niklas und Jonas, ob ihnen das Spielen im Regen genauso viel Spaß macht, wie im spätherbstlichen Sonnenschein, wird von den Sechsjährigen mit "Na klar!" beantwortet.

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