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    MARKTHEIDENFELD

    Mehr Leerstände in Marktheidenfeld als 2016

    Ladenkarussell in der Altstadt Marktheidenfeld
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    Seit 2016 sucht Arno Schreier schon einen Mieter für seine Räume in der Petzoltstraße 4 und 6 – erfolglos: „Niemand war daran interessiert“, sagt er, „jetzt lasse ich die Räume zu Wohnungen umbauen und versuche, die dann zu vermieten.“ Auch in anderen Geschäften im Marktheidenfelder Stadtzentrum gab oder gibt es in diesem Jahr Veränderungen: In den ehemaligen Friseursalon in der Luitpoldstraße 23 zog Mitte Oktober das „Café Wertvoll“ ein und in der schon lange leerstehenden Obertor-Apotheke wird am 27. Oktober das Apothekenmuseum eröffnen.

    Trotzdem stehen gegenwärtig mehr Geschäfte leer als noch vor zwei Jahren. Auch im Kaufhaus Lermann sind seit diesem Jahr die beiden oberen Stockwerke geräumt. Zur Zeit gebe es aber noch keine neuen Erkenntnisse zur Nutzung der freien Fläche, erklärt Geschäftsführer Ralf Winkelmann. Inge Albert, Leiterin des Stadtmarketings, Kultur und Tourismus, erklärt sich den Leerstand in der Stadt so: „Bei manchen hat die Geschäftsidee nicht funktioniert, manche mussten aus privaten Gründen schließen.“ Angebot und Nachfrage seien da, kämen allerdings manchmal nicht zusammen: „Manchen Mietern sind die Räume zu klein, manchen zu groß, andere finden die Mieten zu teuer oder wollen nicht in renovierungsbedürftige Gebäude investieren.“

    Das bestätigt Erwin Gödert, dessen Immobilienagentur unter anderem Geschäftsräume an Filialen vermittelt: „Die Filialen bräuchten größere Flächen als die vorhandenen“, sagt er. Außerdem sei die Vermittlung von älteren Gebäuden schwierig, da im Voraus für Brandschutzmaßnahmen viel Geld ausgegeben werden müsse.

    Internet ist Konkurrenz und Chance

    Franz Scheckenbach, Leiter der Werbegemeinschaft in Marktheidenfeld, sieht den Grund für die vielen Leerstände eher in der Konkurrenz durch das Internet: „Durch diesen Strukturwandel verliert der Einzelhandel drastisch an Kundschaft“, sagt er. Manche Läden nutzen das Internet allerdings auch als Chance, zum Beispiel „Albert“, das Geschäft für Bürobedarf in der Obertorstraße, das zusätzlich einen Onlineshop betreibt.

    Die Stadt wiederum möchte sich bald gemeinsam mit der Werbegemeinschaft in einem „Online-Schaufenster“ präsentieren. Diese Seite soll allerdings kein Onlineshop werden: „Dafür haben die kleinen Geschäfte keine Kapazitäten“, sagt Scheckenbach, „wir werden auf der Seite die unterschiedlichen Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort vorstellen.“

    Menschen in die Stadt bringen

    Durch gemeinsame Werbemaßnahmen und Aktionstage wie verkaufsoffenen Sonntage, Märkte oder die Adventstombola versuche die Werbegemeinschaft, Menschen in die Innenstadt zu bringen. Auch die Stadt unterstützt Händler und Vermieter dadurch, dass sie sogenannte „Frequenzbringer“ im Stadtzentrum fördert. Ein Beispiel dafür ist die Stadtbibliothek, die laut Inge Albert seit der Neueröffnung im April sehr viele Besucher hat. „Wenn die Leute schon einmal in der Innenstadt sind, erledigen dort oft auch gleich ihre Einkäufe“, erklärt sie. Dank des guten Branchenmixes könne Marktheidenfeld den Kunden ein umfangreiches Angebot bieten.

    Es sei, was die Vermietungen angehe, tatsächlich ein ruhiger Sommer gewesen, sagt sie abschließend. Im Moment nehme die Nachfrage von Seiten der Mieter allerdings wieder zu.

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