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    RECHTENBACH

    Mehr Lkw im Ort als vor der Mauteinführung

    Die Lkw-Mauteinführung auf deutschen Bundesstraßen zum 1. Juli ist nach Ansicht des Rechtenbacher Gemeinderates ein „Schuss in den Ofen“. Denn wie eine Messung nun ergeben hat, fahren seitdem noch mehr Lkw durch den Ort als vor der Einführung.

    Wie Bürgermeister Klaus Bartel in der Ratssitzung am Montagabend informierte, wurde an einem Donnerstag im August mit dem gemeindlichen Verkehrsmessgerät eine Zählung auf Höhe des Gasthauses Krone und somit fast mitten im Ort durchgeführt. Im Zeitraum zwischen 0 und 24 Uhr wurden insgesamt 6169 Fahrzeuge gezählt. Davon waren 5235 Pkw und 934 Lkw. „Das sind über 200 Lkw mehr als vor der Mauteinführung. Das ist enorm“, kommentierte Bartel die von dem Mess-System ausgelesenen Verkehrsdaten.

    In den Nachtstunden, so der Bürgermeister, sei es eher ruhig. Auffällig sei aber, dass auch hier viele Lkw durch Rechtenbach fahren. Zwischen 0 und 1 Uhr wurden zehn Pkw und fünf Lkw gemessen, zwischen 1 und 2 Uhr zehn Pkw und acht Lkw, zwischen 2 und 3 Uhr 16 Pkw und 13 Lkw, zwischen 3 und 4 Uhr 41 Pkw und 16 Lkw, zwischen 4 und 5 Uhr 125 Pkw und 43 Lkw und zwischen 5 und 6 Uhr 256 Pkw und 64 Lkw. Insgesamt wurden in der Nachtzeit zwischen 0 und 6 Uhr und am gleichen Tag zwischen 22 und 0 Uhr 527 Pkw und 158 Lkw gezählt. 25 Prozent des Verkehrs in der Nacht könne daher dem Schwerverkehr zugeordnet werden, sagte Bartel.

    „Der Schuss ging nach hinten los“, meldete sich Freie Wähler-Ratsmitglied Christian Werthmann. Hatte man mit der Mauteinführung doch gehofft, dass sich der Schwerverkehr wieder mehr auf die Autobahnen verlagere. „Dass nun nach der Mauteinführung mehr Lkw durch Rechtenbach fahren als vorher, das geht in die falsche Richtung. Da müssen wir handeln“, forderte er.

    Mit dem Mess-System wurden zudem auch die gefahrenen Geschwindigkeiten gemessen. Mit bis zu 30 km/h waren 103 Fahrzeuge unterwegs, mit bis zu 40 km/h 851 Fahrzeuge, mit bis zu 50 km/h 3607 Fahrzeuge, mit bis zu 60 km/h 1532 Fahrzeuge, mit bis zu 70 km/h 60 Fahrzeuge. Tempo 80 hatten drei Wagenlenker auf dem Tacho, Tempo 90 zwei Fahrzeuge und ein Fahrzeug wurde mit bis zu 100 km/h gemessen – und das mitten im Ort.

    In diesem Zusammenhang informierte Klaus Bartel, dass, sobald die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind, die Geschwindigkeitsmessungen am Ortseingang von Aschaffenburg kommend künftig direkt ab dem Ortsschild erfolgen sollen. „Die, die immer mit 96 Sachen da reinschießen, werden sich umgucken“, kommentierte Christian Lang (Freie Wähler).

    Weiter wies Bartel darauf hin, dass er kürzlich beim Landratsamt beantragt habe, dass – ähnlich wie in Laufach – in der Ortsdurchfahrt Parkplätze gekennzeichnet werden dürfen. Dies, so Bartel, helfe vielleicht, dass zum einen weniger auf dem Gehweg geparkt wird und zum anderen, dass man steuern könne, wo geparkt werden darf. Das Landratsamt habe den Antrag allerdings prompt abgelehnt.

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