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    LAUDENBACH (SC)

    Mindesterlös weit übertroffen

    Die einstige Fabrikhalle ist voll von Menschen, die die Maschinen und Kleinteile betrachten, an denen kleine gelbe Zettel mit Nummern kleben, die in einem Katalog aufgelistet sind. So sah es in der Karlburger Firma Lang kurz vor der Versteigerung aus, die dann in der Turnhalle in Laudenbach stattfand.

    Egal ob Schaulustiger, Kleinunternehmer oder Vertreter großer Firmen, alle tummelten sie sich um die stillgelegten Maschinen, betrachteten sie genau, ob sie auch das Richtige für sie wären. In den ehemaligen Büros probierte man die Sessel und Stühle aus und öffnete die Schreibtische. Schon in der Firma wurden die Bieterkarten für die anschließende Versteigerung ausgegeben, die bei allen heiß begehrt waren, die etwas entdeckt hatten.

    Um halb elf Uhr wurde dann gebeten, die Hallen zu verlassen und zur Versteigerung zu fahren. Der ganze Parkplatz war voll mit Autos, und auch die ganze Hauptstraße entlang standen die Busse und Firmenwagen unterschiedlicher Unternehmen.

    In der Sporthalle selbst hatten sich etwa 800 Leute eingefunden, die entweder ein Schnäppchen machen wollten oder etwas für ihr Unternehmen benötigten.

    Die Aufgabe der Versteigerung übernahm die Firma Hämmerle aus Erding. Sie machte vor der Versteigerung auch international Werbung und versandte im Voraus zirka 400 Kataloge, in denen alle 547 Versteigerungsstücke peinlichst genau aufgelistet waren. Die Firma ging mit Zuversicht an die Versteigerung und betonte, dass erfahrungsgemäß die angesetzten Preise weit überboten werden.

    Die eigentliche Versteigerung begann um elf Uhr. Der Auktionator stand vorne an seinem Pult und fing mit den kleinen Sachen wie Aktenschränken und Schreibtischstühlen an, die sehr begehrt waren. Doch mit seinem schnellen Gerede konnte er die Leute schon durcheinander bringen. Die meisten Preise jedoch blieben am Anfang ziemlich am angesetzten Limit, und der Auktionator gab schnell seinen Zuschlag. Als es dann um die größeren Maschinen ging, klingelten Handys, und es wurde vor sich hin gemurmelt, ob man denn noch mehr bieten soll oder ob man das Begehrte seinem Mitbieter überlässt.

    Das Ersteigerte musste in bar oder mit genehmigtem Scheck gleich in der Halle bezahlt werden. Doch zu den Preisen kamen am Ende noch 15 Prozent Aufgeld und 16 Prozent Mehrwertsteuer, so dass man ungefähr 30 Prozent mehr bezahlen musste, was bei größeren Maschinen eine hohe zusätzliche Summe ausmachte.

    Gleich anschließend beziehungsweise am Montag und Dienstag konnten sich die Bieter ihren Kauf in der Firma abholen.

    Die Firma Hämmerle berichtet auf Anfrage, dass alles veräußert wurde. Der vorgesehene Mindest-Erlös sei um ein Vielfaches übertroffen worden, und so seien einige hunderttausend Mark zusammengekommen. Die Gebots-Preise werden stets so festgesetzt, dass man auf jeden Fall von einem Verkauf ausgehen kann. Ziel sei freilich stets zunächst, die Firmen komplett zu verkaufen. Erst wenn das nicht mehr gehe, komme die Auktion in Frage.

    Hauptsächlich waren es Geschäftsleute, die geboten hatten. Ein größerer Posten Maschinen und Werkzeuge sei nach Holland gegangen.

    Was die Halle der Firma Lang betrifft, so gebe es drei bis vier Interessenten aus der Region, mit denen man wegen des Verkaufs in Verhandlung stehe. Sie kämen größtenteils aus der Metallbranche. zz

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