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    Lohr

    Mit Boulevard-Perle in Jubiläumssaison

    Die Gaukler gehen mit Lucas Nicht (vorne), Inge Schwab, Regissseur Joe Henselewski, Swetlana Rausch (Mitte von links), Petra Zakrzewski, Herbert Lochner-Grossmann, Ditte Remmel und Tanja Nätscher (hinten von links) in die Jubiläumssaison. Foto: Thomas Josef Möhler

    Eine »richtige Perle des französischen Boulevardtheaters«, so Regisseur Joe Henselewski, hat sich der Theaterverein Die Gaukler für seine Jubiläumssaison herausgesucht. »Oh diese Männer« heißt das Stück in vier Akten der Schriftstellerin Francoise Dorin für die 25. Spielzeit. Premiere ist am 25. Oktober im Kulturkeller des Weinhauses Mehling.

    Seit 23. August laufen an den Wochenenden die Proben, an deren Rand das Ensemble am Freitag mit unserem Medienhaus sprach. Das Stück haben die Schauspieler selbst ausgesucht. »Wir mussten wieder ein Stück finden, das zu unserer Besetzung passt«, erklärte Inge Schwab.

    Homogenes Ensemble

    Das bedeutet: Es muss mehr Frauen- als Männerrollen enthalten, denn der Männermangel bei den Gauklern ist immer noch akut. Die Suche sei sehr erfolgreich gewesen, lobte Regisseur Henselewski: »Oh diese Männer« (im Original »Les Bonhommes«) basiere auf temporeichem Wortwitz.

    Es sei nur umzusetzen, »wenn man ein intaktes, homogenes Ensemble hat. Das haben wir. Deshalb flutscht es.« Das Stück spielt laut Henselewski in den späten 1950er/frühen 1960er Jahren und handelt von drei »für ihre Zeit sehr emanzipierten Frauen«. Sie betrieben ein Modegeschäft.

    Viele komische Situationen

    In ihre Wohngemeinschaft platze der depressive neue Nachbar hinein »und setzt sich fest wie eine Zecke«. Er bringe die Frauen dazu, sich um ihn zu kümmern. Daraus ergäben sich »alle möglichen komischen Situationen«. Die Gaukler wissen laut Inge Schwab, was das Publikum von ihnen erwartet: »Die Leute wollen was zum Lachen haben.«

    Regisseur Joe Henselewski ist für die Gaukler kein Neuling. Bereits zum sechsten Mal führt er bei ihnen Regie. Vor 19 Jahren lernten sich beide Seiten kennen, vor 18 Jahren eröffneten sie mit »Lotti sieht Gespenster« den Theaterkeller des Weinhauses Mehling. Zuvor traten die Gaukler im Pfarrheim St. Michael auf.

    Der 53-Jährige Wahlmünchner hat als Regisseur bei den Gauklern angefangen. Zuvor war er Sänger und Schauspieler auf Theaterbühnen und im Fernsehen (unter anderem in den Serien »Der Clown« und »Stromberg«). Jetzt schließt sich der Kreis, denn nach seinen Worten sind die Gaukler »das einzige Vergnügen, der Regie zu frönen«. Seitdem er in München wohne, habe er sich darauf verlegt, Stücke zu schreiben und in ihnen zu spielen.

    Die Gaukler geben ihre Vorstellungen bis März wieder in zwei Gruppen. In der einen Gruppe sind Ditte Remmel, Inge Schwab, Lucas Nicht und Tanja Nätscher, in der anderen Swetlana Rausch, Steffi Staub, Herbert Lochner-Grossmann und Petra Zakrzewski. Die Verteilung der Gruppennummern 1 und 2, wichtig für die Fans einzelner Ensemblemitglieder, wird noch ausgelost.

    Proben am Wendepunkt

    Die Proben waren am vergangenen Wochenende an einem Wendepunkt. Bislang sei der Text zweitrangig gewesen, so Henselewski, weil es um technische Fragen gegangen sei: »Wer kommt wann auf die Bühne, macht welche Tür auf und geht wann wieder ab?«

    Nun stünden Text und Darstellung im Mittelpunkt. Andere Regisseure trennten nicht so strikt. »Ich hab's lieber in klaren Strukturen. Jeder soll erst mal wissen, was er macht.«

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

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