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    Stetten

    Mit dem Nachtwächter durchs Weindorf

    Der Stettener Nachtwächter führte im Auftrag der Geschichtsfreunde Steten 75 Interessierte durchs nächtliche Weindorf. Foto: Robert Heßdörfer

    Auch der zweite abendliche Dorfrundgang mit dem Stettener Nachtwächter Robert Heßdörfer stieß wieder auf ein großes Interesse in der Bevölkerung. Etwa 75 Interessierte begleiteten ihn auf seiner nächtlichen Tour durch das Winzerdorf. Die Führung erfolgte in Zusammenarbeit mit den Geschichtsfreunden Stetten.

    Auf seinem Weg erzählte er mit viel Humor "Gschichtli un Gedichtli", aber auch vom Leben der Winzer. Er berichtete über die Zeiten, als man noch mit dem Holder in die Weinberge, fuhr um mit "Roudhawe, Römmhawle un Koascht die Bodenbearbeitung durchzuführen und zur Weinlesezeit mit "hölzerne Koaffe, Budde un Laas-Ömmer" hantieren musste.

    Anfang des 19. Jahrhunderts hatten das neue Steuerrecht und  Rebkrankheiten wie die Peronospora, die der Nachtwächter noch bis vor kurzem für eine örtliche Klosterschwester hielt, die Rebflächen von 200 auf heute 40 Hektar dezimiert. Erst durch die Gründung der Winzergenossenschaft kam in Stetten der Weinbau wieder in die Gänge, und ließ "das einst reichste Weinnest des Hochstifts" erneut aufblühen.

    Weiter, so vermutet der Nachtwächter, sei der exzellente Wein vom Stettener Stein einst als Zehntwein nach Würzburg versandt worden, wo ihn Goethe als den "Würzburger" lieben lernte. Allerdings seien die schriftlichen Beweise hierfür bei einem Brand verloren gegangen. Auch die Probleme der Stettener mit der französischen Sprache wurden erwähnt, die Ihren neuen Aussichtspunkt, das "Terroir f" liebevoll als "Terror f" bezeichnen.  Mit einem Dämmerschoppen endete die Führung im Bocksbeutelkeller des ehemaligen Schultheißenhauses.

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