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    Marktheidenfeld

    Mit dem Rad und Malaria durch Afrika

    Mit diesem Fahrrad ist der Dokumentarfilmer 15 000 Kilometer durch Afrika gefahren. Das Kino im Luitpoldhaus zeigte „Anderswo. Allein in Afrika“ (von links): Kinoinhaber Johannes Bröstler, Filmemacher und Darsteller Anselm Nathanael Pahnke und Oliver Hauguth, auf dessen Initiative der Dokumentarfilmer nach Marktheidenfeld kam. Foto: Holger Watzka

    Beeindruckt vom Film „Anderswo. Allein in Afrika“ und der damit verbundenen Geschichte waren knapp 100 Besucher im Kino im Luitpoldhaus in Marktheidenfeld. Mit dem Fahrrad hat Anselm Nathanael Pahnke aus Hamburg den afrikanischen Kontinent von Süden nach Norden durchquert und dabei in einem Jahr 15 000 Kilometer zurückgelegt.

    Beeindruckende Naturaufnahmen und Begegnungen mit den Menschen in Afrika fesselten die Kinobesucher. Am Ende des Dokumentarfilms schob der Darsteller und Filmemacher sein Fahrrad in den Saal und beantwortete gut gelaunt mit einem frohen Lachen die vielen Fragen der Zuschauer.

    Anfangs zu dritt

    Nur mit dem nötigsten Gepäck erkundet Anselm mit zwei Freunden auf dem Fahrrad Südafrika, als seine Weggefährten plötzlich nach Hause fliegen müssen. Mitten in der sengenden Kalahari-Wüste steht Anselm vor der schwierigen Entscheidung: Ebenfalls die Heimreise antreten oder allein durch die Wüste fahren?

    Anfangs noch unsicher wagt Anselm den Sprung ins Ungewisse und taucht tief in den afrikanischen Kontinent ein. Durch seine Art des Reisens entsteht eine unmittelbare Nähe zu Natur und Menschen unterschiedlicher Kulturen. Wasser schöpft er nur aus lokalen Quellen, reist ausschließlich aus eigener Kraft und nachts schlägt er sein Zelt in der Wildnis auf – das lässt ihn den riesigen Kontinent unvermittelt am eigenen Körper erleben.

    Mehrmals an Malaria und Typhus erkrankt

    Tritt für Tritt entwickelt sich sein atemberaubender Weg durch das Herz Afrikas. Nächtliche Begegnungen mit Löwen und Nilpferden und mehrfache Malaria- und Typhus-Erkrankungen fordern ihn stets aufs Neue heraus. Gleichzeitig entfachen die Schönheit der Natur und die offenen, herzlichen Menschen seine Liebe zu Afrika und lassen ihn ein tiefes Vertrauen in seine Mitmenschen und sich selbst entwickeln. Weit über sich hinaus gewachsen, begreift Anselm, dass er allein, aber nicht mehr einsam ist.

    Doch die größte Herausforderung wartet am Ende auf ihn: Die Sahara – 3000 Kilometer gegen den unerbittlichen Nordwind. Nach einem Jahr und 15 000 Kilometern wird Anselm vom ägyptischen Militär verhaftet. Doch der Filmemacher lässt sich durch dieses Erlebnis sein Jahr in Afrika nicht kaputt machen. Pfiffig rettet er seine Filmaufnahmen und entstanden ist daraus ein beeindruckender Dokumentarfilm.

    Immer noch der erste Sattel

    „Es ist noch der erste Sattel“, sagte Pahnke bei der anschließenden Fragerunde grinsend. „Ich habe einen Tag Vorbereitung gehabt“, erklärte der Dokumentarfilmer mit einem Lachen und beschrieb das Fahrrad als optimales Reisemittel. Selbst den Strom für seine Kamera hat er damit produziert: „Hundert Kilometer radeln ist einmal Kamera laden.“

    Auf mögliche Bedrohungssituationen angesprochen, erklärte der studierte Geophysiker, dass er nichts zur Verteidigung dabei hatte: „Ich habe mich angstlos erlebt.“ Die Zuhörer im Kino haben ihm gerne zugehört. „Ich habe mich nie verfahren, weil ich keine geplante Route hatte“, so Pahnke. Schlussendlich konstatierte der Abenteuerradler mit einem Lachen: „Lebensintelligenz kommt mit der Zeit.“

    „Anderswo. Allein in Afrika“ wird im Movie im Luitpoldhaus am 17. und 20. Februar weitere Male gezeigt.

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