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    Gemünden

    Mit roten Kennzeichen Sohn zum Bahnhof gefahren: 1800 Euro Strafe

    1800 Euro Geldstrafe für 43-jährigen Angeklagten aus dem Raum Karlstadt. Es war nicht das erste derartige Vergehen des Mannes.
    Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

    Mit der Verwendung von Kfz-Kennzeichen nimmt es ein 43-jähriger Mann aus dem Raum Karlstadt anscheinend nicht so genau. Zum zweiten Mal stand er jetzt vor dem Amtsgericht Gemünden, weil er ein rotes Überführungskennzeichen missbraucht hat. Zudem bestand für dieses Kennzeichen auch kein Versicherungsschutz mehr. Dafür wurde er jetzt zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

    Es war am 20. Juli, einem Samstag, als der Angeklagte seinen Sohn vom Wohnort mitnahm, um ihn am Bahnhof abzusetzen. Er selber wollte dann weiterfahren zu seiner Arbeitsstelle, einer Kfz-Werkstatt. Das Auto, das er fuhr, trug rote Überführungskennzeichen der Firma. Pech für ihn, dass ihm eine Streife der Polizei entgegen kam und er, so ein Beamter als Zeuge vor Gericht, "sehr nervös reagierte". Daraufhin nahmen die Polizisten eine Überprüfung vor, bei der auch Mängel bei den mitzuführenden Papieren festgestellt wurden. So war die Fahrt auch nicht in einem Fahrtenbuch eingetragen.

    Kennzeichen war zwei Wochen vor der Fahrt abgelaufen

    Aus gutem Grund, wie die Beamten später auf der Dienststelle beim Blick in die Datenbank feststellen mussten. Die Versicherung für das rote Kennzeichen war zwölf Tage vor dieser Fahrt abgelaufen. Die zuständige Kraftfahrzeugzulassungsstelle beim Landratsamt Würzburg hatte nicht nur deswegen auch schon den Einzug der Überführungskennzeichen eingeleitet, weil es "schon länger Probleme mit dem Autohaus und der Werkstatt gab".

    "Das es keinen Versicherungsschutz mehr gab, konnten Sie nicht wissen", so Strafrichterin Laura Paczesny. Deshalb gab der Staatsanwalt auch den rechtlichen Hinweis, dass für den Angeklagten keine Verurteilung wegen des vorsätzlichen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz sondern lediglich wegen einer Fahrlässigkeit in Betracht kommt.

    Selbst einen fahrlässigen Verstoß mochte der 43-Jährige, der nach seinen Worten seit 1993 Probefahrten mit roten Kennzeichen vornimmt, nicht erkennen. Er wollte nicht einsehen, dass bei einer Probefahrt er als Fahrer versichert ist, nicht aber sein mitfahrender Sohn. Diese Privatfahrt wäre auch mit einer gültigen Versicherung für das Kennzeichen nicht statthaft gewesen, versuchte ihm das Gericht klar zu machen.

    Schon zweimal zu Geldstrafen verurteilt

    Ein Jahr zuvor war der Angeklagte schon einmal beim Missbrauch eines roten Kfz-Kennzeichens erwischt worden, als er sich eine Brotzeit kaufen war. Damals war er zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Kurze Zeit später geriet er mit einem Mercedes, der die Kennzeichen des Opel Zafira trug, in eine Kontrolle. Auch in dem Fall handelte er sich eine Geldstrafe ein. "Das ist nicht fair", meinte er vor Gericht, als ihm die Richterin die beiden Einträge aus dem Bundeszentralregister vorhielt.

    Für das neuerliche Vergehen beantragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 2400 Euro (60 Tagessätze zu 40 Euro). Mit den 1800 Euro (45 Tagessätze zu 40 Euro) blieb Richterin Paczesny unter diesem Antrag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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