• aktualisiert:

    Gemünden

    Mordverdacht nach Tod eines Säuglings

    Nach dem Tod eines Babys im Raum Gemünden (Lkr. Main-Spessart) ermittelt nun die Würzburger Kripo. Der 23-jährige Lebensgefährte der Mutter kam in Untersuchungshaft.
    Angeklagter (Symbolbild)
    Foto: Boris Roessler (dpa)

    Der Tod eines acht Monate alten Babys im Raum Gemünden (Lkr. Main-Spessart) kurz vor Weihnachten beschäftigt jetzt die Würzburger Ermittler. Nach Informationen dieser Redaktion geht die Kripo dem Verdacht nach, dass der Tod des Säuglings eine nicht natürliche Ursache hat.

    Eine Obduktion in der Würzburger Rechtsmedizin soll den Tatverdacht genährt haben. Das Kind soll an Atemversagen gestorben sein, hieß es am Wochenende in Ermittlerkreisen. Doch die Mediziner sollen auch Spuren von älteren und jüngeren Verletzungen gefunden haben.

    Zwei Quellen bestätigten dieser Redaktion, dass ein junger Mann von Mitte 20 unter Mordverdacht festgenommen wurde. Nach Informationen dieser Redaktion bestreitet er die Vorwürfe.

    Leblos im Kinderbett gefunden

    Burkhard Pöpperl, Leiter der Staatsanwaltschaft Würzburg und Polizeisprecher Björn Schmitt vom Polizeipräsidium Unterfranken bestätigten am Montag wesentliche Aspekte unserer Recherche in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Ihren Worten zufolge war der Säugling am 20. Dezember "aus zunächst ungeklärter Ursache verstorben". Die Mutter hatte ihn "leblos in seinem Kinderbett aufgefunden", heißt es in der Erklärung.

    Der 23-jährige Lebensgefährte der Mutter befinde sich inzwischen "wegen des dringenden Verdachts des Mordes" in Untersuchungshaft.  Die 20-jährige Mutter lebte gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrem Lebensgefährten in einer Wohnung im Landkreis Main-Spessart.

    Mutter verständigte den Rettungsdienst

    Sie selbst hatte am Nachmittag des 20. Dezember den Rettungsdienst verständigt, als ihr Sohn keine Lebenszeichen mehr zeigte. Das Kind kam unter Reanimation in ein Krankenhaus, wo es noch am selben Tag starb. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gab es vorerst nicht.

    Wie in derartigen ungeklärten Todesfällen üblich, übernahm die Kriminalpolizei Würzburg die Ermittlungen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde der Leichnam am Nachmittag des 23. Dezember obduziert. "Aufgrund der hierbei erlangten Erkenntnisse" wurden die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts eines vorsätzlichen Tötungsdelikts geführt.  

    Ermittler verdächtigen den Lebensgefährten der Mutter

    Für die Ermittler kristallisierte sich schnell der Lebensgefährte der Mutter als dringend Tatverdächtiger heraus. "Ihm wird nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen vorgeworfen, Handlungen an dem Kind vorgenommen zu haben, die letztendlich todesursächlich waren", heißt es in der Erklärung. "Der Beschuldigte soll den Tod des Jungen zumindest auch billigend in Kauf genommen haben."

    Die Pressesprecher bestätigen "bei der Obduktion festgestellte Verletzungen des Kindes". Um dies näher zu ergründen, hat die Kripo eine Ermittlungskommission gegründet. Geprüft werde auch, inwieweit der Mutter ein strafbares Handeln vorgeworfen werden kann.

    Wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes ordnete die Staatsanwaltschaft die vorläufige Festnahme des 23-Jährigen an, die am Freitag von Beamten der Kripo vollzogen wurde. Er wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erließ. Der Tatverdächtige kam in eine Justizvollzugsanstalt.

    Fotos

      Kommentare (5)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!