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    Lohr

    Mozarts "Requiem" wird aufgeführt

    Barbara Giousseljannis (Alt) Foto: Dimitri Giousseljannis

    Ganz im Zeichen des Totengedenkens steht das Konzert der Kantorei St. Michael am Samstag, 17. November um 19.30 Uhr, in der Lohrer Stadtpfarrkirche. Zur Aufführung kommen das „Requiem“ in d-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart, dazu ein chorsinfonisches Werk „The Fruit of Silence“ des lettischen Komponisten Peteris Vasks nach einem Text von Mutter Theresa aus dem Jahr 2014 und „Fratres“ von Arvo Pärt für Solovioline, Streichorchester und Schlagzeug.

    Die Ausführenden sind Carla Antonia Trescher (Sopran), Barbara Giousseljannis (Alt), Stefan Schneider (Tenor), Sven Fürst (Bass), die Kantorei St. Michael und ein Würzburger Sinfonieorchester unter Leitung von Alfons Meusert.

    Carla Antonia Trescher (Sopran) Foto: Adamsapfel-Fotografie

    Um Mozarts Requiem ranken sich viele Mythen: Der Auftrag durch einen anonymen "Grauen Boten", der frühe Tod des Komponisten mitten in der Arbeit an der Totenmesse und das unvollendet abbrechende Manuskript geben den perfekten Stoff für einen Krimi ab, heißt es in der Ankündigung. Als Mozart am 5. Dezember 1791 starb, hatte er einige Monate lang am Requiem gearbeitet, das von Graf Franz von Walsegg-Stuppach anonym bei ihm in Auftrag gegeben wurde. Dieser Adelige liebte es, Werke, die er bei fremden Komponisten bestellt hatte, bei seinen Gesellschaften aufzuführen. Nach dem Tode seiner Frau im Februar 1791 wünschte er sich von Mozart die Komposition eines Requiems, also einer Totenmesse für Soli Chor und Orchester.

    Steffen Schneider (Tenor) Foto: Stefanie Wagner

    Da der Graf unerkannt sein wollte, beauftragte er einen Mittelsmann, der auch gleich die Hälfte des Honorars bezahlte. Als sich der 35-jährige Mozart nach der Fertigstellung der „Zauberflöte“ wieder an die Arbeit des Requiems machte, war er bereits vom bevorstehenden Tode gezeichnet und der nahm ihm während der Arbeit die Feder aus der Hand. Zu diesem Zeitpunkt waren vom Requiem nur der Introitus und das Kyrie fertig. Von der Sequenz waren bis zum 8. Takt das „Lacrimosa“ mit den Singstimmen, dem Instrumentalbass und den Motiven der Orchesterbegleitung vorhanden, ebenso die beiden Stücke des Offertoriums. Sanctus, Benedictus, Agnus Dei und die Communio fehlten. Um die zweite Hälfte des Honorars nicht zu verlieren, vervollständigte schließlich auf Bitten seiner Witwe Constanze der Mozartschüler Franz Xaver Süssmayr die Komposition nach vorhanden Skizzen des Meisters. Für die Communio griff er auf die Musik der beiden Anfangssätze „Requiem aeternam“ und „Kyrie“ zurück. In dieser Fassung führte dann im Dezember 1793 der Graf von Walsegg-Stuppach die Totenmesse unter seinem Namen auf.

    Sven Fürst (Bass) Foto: Sven Fürst

    Das „Requiem“ enthält Klänge der Verzweiflung, so kraftvoll und stark, dass sie unmittelbar berühren -gleichsam hoffnungslos und hoffnungsvoll. Die menschlichen Qualitäten verleihen dieser Musik ihre Größe; sie gemahnt an die Verstorbenen und spendet den Überlebenden Trost.

    Kartenvorverkauf: Stadtbibliothek im Alten Rathaus, Tel.: (09352) 848484; Bücherecke Lohr, Tel.: (09352) 807363; Pfarrbüro St. Michael, Tel.: (09352) 875060; Restkarten sind vor dem Konzert ab 18.30 Uhr am Hauptportal der Michaelskirche erhältlich.

    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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