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    KARLSTADT

    Musik, Stimme und viel Feingefühl

    Das Berliner a cappella Vokalensemble „Gretchens Antwort” gab ein begeisterndes Konzert im Rahmen der Reihe Musik in historischen Häusern und Höfen im Anwesen der Familie Göbel in der Färbergasse in Karlstadt. Die Sängerinnen (von links) Jessica Jorgas, Anne Stabler, Steffi Klein und Liza John gaben dem Veranstaltungsmotto „Frauen Power“ mit ihren Gesangsdarbietungen hörbaren Ausdruck. Foto: Josef Riedmann

    Vier junge Frauen bestritten, allein mit ihren Stimmen, einen unvergesslichen Konzertabend im Anwesen der Familie Göbel in der Färbergasse. Das A-cappella-Ensemble „Gretchens Antwort“ überzeugte in der Konzertreihe Musik in historischen Häusern und Höfen in ihrem Auftritt mit zarten bis kraftvollen Gesangsdarbietungen, persönlichen Texten, Charme und Wortwitz das Publikum.

    „Frauen Power“, dem Schwerpunkt der Konzertreihe der Stadt Karlstadt in diesem Jahr, wurden die „Gretchen“ voll gerecht. Die Gretchenfrage des Lebens beantworten die vier jungen Damen am liebsten mit ihrer Musik. Gleich zu Beginn setzten sie mit ihrer Interpretation des Queen-Hits „Don?t stop me“ ein mitreißendes Beispiel ihrer Gesangsperformance. „Gretchens Antwort“, das sind Steffi Klein (Sopran), Jessica Jorgas (Mezzosopran) und Anne Stabler (Contra-Alt). Für die erkrankte Sophie Gaffrontke (Mezzosopran) war beim Karlstadter Konzert Liza John eingesprungen.

    Komödiantisches Talent

    Die umfangreichen Ausdrucksmöglichkeiten mit ihren Stimmen zeigten die vier Sängerinnen in melodiösen ruhigen Arrangements zu „A Woman?s Worth“ (Alicia Keys) oder Leonard Cohens „Halleluja“. Bei den witzigen Interpretationen von „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen, Herbert Grönemeyers „Männer“ oder „Wochenend und Sonnenschein“ von den Comedian Harmonists zeigten sie neben ihrem perfekt aufeinander abgestimmten Gesang auch komödiantisches Talent.

    Klassische Werke gehörten ebenfalls zum Repertoire wie „Dido?s Lament“ nach Henry Purcell, das summend zart wie ein Streichquartett endete. Felix Mendelssohn-Bartholdys „Hebe deine Augen auf“ interpretierte das Quartett inmitten der Zuhörer stehend. Ohne Mikrofone zeigten sie hier in feinster Intonation ihr gesangliches Können.

    Die Vocalband aus Berlin zeigte sich begeistert von Karlstadt. In das Göbel?sche Anwesen in der Färbergasse mit seinem lauschigen Innenhof, ein zum Wohnhaus umgebautes ehemaliges Handwerkerhaus einer Fassmacher- und Büttner-Familie, hätten sie sich verliebt, scherzten die Vier. Ihren ungewöhnlichen Namen erklärte die seit dreieinhalb Jahren bestehende Gesangsgruppe damit, dass sie sich im Theater kennen gelernt haben.

    In Goethes Tragödie „Faust“ stellt Gretchen der Hauptfigur Heinrich Faust die Gretchenfrage. An das Theater erinnerte auch das Vortragen von teils sehr persönlichen Briefen der Sängerinnen, die jeweils mit „Liebes Leben“ begannen. „LiebesLeben“ heißt auch das Programm des Vokalensembles, das 2017 in Berlin Premiere hatte.

    Sportlich endete das Konzert mit dem Lied „Zeig deine Muskeln“. Mit den Zugaben „An Irish Blessing“ und einem Beatles-Medley verabschiedeten sich die vier sympathischen Sängerinnen von den faszinierten Konzertbesuchern.

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