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    Lohr

    Musik spielt bei ihm die erste Geige

    John Walkowiak Foto: Gabi Nätscher

    »So lange meine Schüler bei mir noch etwas lernen und die Chöre nicht rebellieren, mache ich weiter.« John Walkowiak, der am Donnerstag 70 Jahre alt geworden ist, denkt nicht ans Aufhören. Die Musik hat sein Leben bestimmt, auch wenn der bescheidene und freundliche Amerikaner behauptet, vieles sei nur Zufall gewesen.

    Seine Mutter Isolde Stolz stammt aus Sendelbach und lernte seinen Vater Walter Walkowiak 1946 kennen. Der US-Soldat war in Lohr stationiert. Das Paar heiratete 1948 in New York, am 10. Januar 1949 kam John Walkowiak in South Bend (Indiana) zur Welt. In seiner Ahnenreihe hat er zwei berühmte Komponisten: Die Brüder Leopold und Robert Stolz sind sein Urgroßvater beziehungsweise Urgroßonkel. Hinweise auf sein Talent und Können lehnt John Walkowiak dennoch ab: Er sei nur »durchschnittsbegabt«, betont er.

    Erste Geige mit 12

    Dass auch er zur Musik gefunden habe, »hat sich so ergeben«. Mit 12 Jahren schenkte ihm seine Mutter eine Geige des Lohrer Geigenbauers Johann Wurm. Nach dem Highschool-Abschluss 1970 begann er ein Musikstudium. Sein Onkel Hermann Stolz, Lehrer in Lohr, ermutigte ihn, ans Konservatorium in Würzburg zu gehen.

    Walkowiak konnte nur ein paar Brocken Deutsch, als er 1972 sein Studium in Würzburg aufnahm, das er 1975 abschloss. Wieder kam der Zufall zu Hilfe: In Lohr hatte gerade die städtische Sing- und Musikschule aufgemacht, mit ihrem Leiter Peter Häring hatte er zusammen studiert.

    Und so lebt Walkowiak seit 1975 in Lohr und arbeitet als Lehrer für Geige und Klavier an der Musikschule. Daneben spielt er Orgel und Bratsche. Walkowiak leitet ein Schülerorchester im SOS-Kinderdorf Hohenroth. Seit fast 20 Jahren ist er Dirigent der »Sängerrunde« Rechtenbach und der »Eintracht« Rodenbach. Vor ein paar Jahren ist der Chor »Musica Viva« aus Wombach dazugekommen.

    Wo anfangen?

    Er habe die Kurve nicht gekriegt, antwortet er auf die Frage nach dem Ruhestand. In den nächsten Jahren wolle er schon ein bisschen langsamer machen. »Aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.«

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