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    Marktheidenfeld

    Musikforum: Romantik und Beethovens unsterbliche Elise

    Im Jahr des 50. Gründungsjubiläums waren Christine Heim (Saxophon) und Luise Königshausen (Akkordeon und Klavier) zu Gast in der Bibliothek des Balthasar-Neumann Gymnasiums. Foto: Martin Harth

    Mit rund 150 Zuhörern erfuhr das zweite Konzert der neuen Reihe Musikforum in der Bibliothek des Baltasar-Neumann-Gymnasiums durchaus beachtlichen Zuspruch. Schule und Stadt wollen kammermusikalischen Aufführungen von Musikern aus der Region ein neues Podium bieten. Die Form von Gesprächskonzerten soll dabei den Gästen die Personen und deren musikalische Arbeit näherbringen, wie Oberstudiendirektor Hartmut Beck in seiner Begrüßung betonte.

    Die Konzertpianistin und Dozentin an der Würzburger Musikhochschule Luise Königshausen lebt in Bergrothenfels. Mit der gebürtigen Aschaffenburgerin Christine Heim, die an der Würzburger Hochschule im Fach Saxophon lehrt, hat sie vor einigen Jahren das Duo "Les Philous" aus der Taufe gehoben.

    Schöpfungen aus Jazz, Chanson oder Tango

    Das Programm der beiden soll nach ihren eigenen Worten etwas spitzbübisch Besonderes und Heiteres beinhalten. Den Beleg für ihre Idee blieben die beiden am Mittwochabend in brillanter Manier keineswegs schuldig. Der erste Teil des Abends fand seinen Schwerpunkt in raffinierten Bearbeitungen von Werken der klassischen E-Musik, später sollte der musikalische Fokus eher bei Schöpfungen aus Jazz, Chanson oder Tango liegen.

    Ganz feierlich geriet der Auftakt mit Astor Piazollas (1921 bis 1992) andächtigem "Tanti anni prima" im ruhigen Zusammenspiel vom Königshausens Akkordeon und Heims sensiblen Alt-Saxophon. Arien und große Emotionen bieten die romantischen Opern des Sizilianers Vincenzo Bellini. Diesen Charakter nahm Antonio Pasculli (1842 bis 1924) mit seiner "Omaggio a Bellini" auf, die auf Saxophon und Flügel eindrucksvoll interpretiert wurde.

    Da Christine Heim ihren Part mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen bewältigen musste, stellte Luise Königshausen auch einige Solo-Klavierwerke vor. Ihre hohe Virtuosität und Fingerfertigkeit an den Tasten kamen so bei der "La La Land"-Filmmelodie (Justin Hurwitz) aus dem Jahr 2016, bei dem innigen oder dem bekannten Song "Summertime" aus George Gershwins moderner Oper "Porgy and Bess" zum Tragen.

    Beinahe vergessene Werke

    Neben so populären Melodien prägten auch beinahe vergessene Werke und deren Komponisten den Abend, etwa als Christine Heim zur Klavierbegleitung mit dem Sopransaxophon mit zwei Sätzen aus Carl Reineckes (1824 bis 1910) romantischer Sonate "Undine", den Willen, auf eigenen Beinen zu stehen und die weiche, verträumte Verliebtheit, aus einem heute wenig bekannten Werk der Programmmusik lebendig werden ließ.

    Nach der Pause ging es mal träumerisch und mal etwas flotter mit "Zwei Spanischen Tänzen" des Katalanen Enrique Granados (1867 bis 1916) in eine ganz andere Musikwelt und die beiden Musikerinnen zeigten sich souverän den folgenden Stil- und Charakterwechseln gewachsen. Zum bewegten wie bewegenden französischen Akkordeon- Walzern wurde mit der Bearbeitung von zwei Chansons der großen Edith Piaf geführt. 

    Zum Ausklang durfte man sich nach großem Schlussapplaus noch an den Charaktermelodien von Kommissar Maigret und Miss Marple erfreuen. Im Beethoven-Jahr 2020 war die Bearbeitung von "Für Elise" ein ungemein passgenauer Abschluss für ein glanzvolles Konzert mit vielen musikalischen Facetten und Höhepunkten.

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