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    Gemünden

    Musikschule Gemünden finanziell gesichert

    Wie 2018 (Foto) und in den Vorjahren wird die Big Band der Sing- und Musikschule Gemünden am Montag, 29. Juli, wieder ein Konzert auf der Scherenburg geben. Foto: Saskia Vierling

    Mit einer guten und einer schlechten Nachricht wartete der Leiter der Gemündener Sing- und Musikschule, Mathias Weis, im Stadtrat auf: Das 2015 beschlossene, auf vier Jahre ausgelegte Finanzierungsmodell funktioniert, es wird beibehalten; die Schülerzahl ist im Schuljahr 2017/2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 416 auf 353 gesunken.   

    Höhere staatliche Förderung erzielt

    Das Finanzierungsmodell beruht darauf, dass der städtische Zuschuss an den Trägerverein zum einen auf 66 000 Euro im Jahr (zuzüglich der Tariferhöhungen für die Lehrkräfte) begrenzt wird und zum anderen innerhalb von vier Jahren flexibel ausgezahlt wird, wodurch im ablaufenden Zeitraum in drei Jahren in Folge auch der höchstmögliche Zuschuss des Freistaats – er bemisst sich nach der städtischen Förderung – erreicht wurde. Der städtische Zuschuss beträgt von 2016 bis 2019 insgesamt 282 444 Euro. Gegenüber der früheren jährlichen Abrechnung konnte die Musikschule fast 18 700 Euro mehr Staatsmittel erhalten. Der Finanzbedarf der Schule liegt bei etwa 230 000 Euro im Jahr.   

    Von auswärtigen Schülern verlangt die Gemündener Musikschule um 20 Prozent höhere Gebühren. Nur die Gemeinde Karsbach und der Musikverein Gräfendorf in Verbindung mit der Gemeinde Gräfendorf übernehmen diesen Auswärtigenzuschlag für die Schüler aus ihren Gemeindegebieten. Mathias Weis rechnete dem Stadtrat vor, wie wichtig direkt gewährte Mittel von Kommunen sind, damit der Freistaat eine höhere Förderung gewährt.

    353 Schüler aus 17 Orten

    Von den 353 Schülern im abgelaufenen Schuljahr wohnten 242 im Stadtgebiet. Aus Gräfendorf kamen 26, aus Karsbach 16, aus Fellen 15, aus Rieneck 13 und aus Lohr elf. Aus insgesamt 17 Orten stammen die Unterrichteten. Der Altersdurchschnitt lag bei knapp 22 Jahren. Besonders stark ist der Rückgang in der Altersgruppe der über 15-jährigen Schüler, was Weis nicht genauer analysiert hat, er aber hauptsächlich auf die Belastung durch das verkürzte Gymnasium sowie die Musikangebote in den Realschulen und Gymnasien zurückführt.

    Eine ausgiebige Diskussion entzündete sich an der Feststellung des Musikschulleiters, dass von den umliegenden Grundschulen offenbar nur Gräfendorf Interesse am Projekt WIM („Wir musizieren“) der Bayerischen Musikakademie Hammelburg hat. WIM bietet Grundschullehrern nahezu kostenfrei fünf Fortbildungen und anderthalb Schuljahre lang Unterstützung im Unterricht durch einen ausgebildeten Musiklehrer an. Schon bei der Vorstellung des Programms im November vorigen Jahres (wir berichteten) waren nur zwei der vier eingeladenen Grundschulen vertreten.

    Appell an die Grundschulen

    Bis jetzt werde WIM im Raum Gemünden nicht genutzt, wunderte sich Mathias Weis: "Da ist kein Wille dazu erkennbar. Aber das kann sich ändern. Wir können niemand zwingen." Nach allerlei Mutmaßungen im Gremium über das Desinteresse meinte Bürgermeister Jürgen Lippert, man solle sich mit Spekulationen zurückhalten. Doch er appelliere "an unsere Grundschulen": Es wäre schön, nähmen sie das Angebot an.

    Die Anregung von Stadtrat Richard Rauscher, die Musikvereine zu einem Runden Tisch zusammenzurufen, will Mathias Weis aufgreifen. Mit dem Musikverein Seifriedsburg arbeite die Schule gut zusammen.

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