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    Lohr

    Nach Hause kommen und Frieden finden

    "Blau" heißt die erste öffentliche Ausstellung von Werken Mauro Prantls in der Alten Turnhalle. Foto: Thomas Josef Möhler Foto: Thomas Josef Möhler

    "Mauro Prantls Kunst drückt aus, dass er endlich nach Hause kommen und seinen Frieden finden will." Das hat Laudator Klaus Werthmann am Montag in der Vernissage zur ersten öffentlichen Ausstellung mit Bildern und Fotografien des 36-Jährigen in der Alten Turnhalle in Lohr betont. Die Ausstellung steht unter dem Motto "Blau".

    Er habe gerne zugesagt, die Einführung in die Ausstellung zu übernehmen, sagte Werthmann, der Prantl nach dessen eigenen Worten "in einer schwierigen Zeit begleitet hat und es immer noch tut". Denn Prantl sei jung, es sei seine erste Ausstellung und er kenne ihn sehr gut, so der Laudator vor rund 50 Interessierten in der gut besuchten Vernissage.

    Die Person des Künstlers und das Werk seien eng miteinander verknüpft. Prantl habe in seiner Kindheit Schlimmes erlebt. 2014 sei er nach einer Reha in Neustadt nach Lohr gekommen und dort sesshaft geworden. "Hinter den Fakten steckt eine Künstlerseele, die manchmal noch zerbrechlicher ist als unsere", meinte Werthmann.

    Noch auf der Flucht

    Ein Teil von ihm sei immer noch auf der Flucht und fühle sich eingesperrt. Das drücke Prantl in seinen Bildern aus. Themen seien Kummer, Schmerz und Angst, aber auch Sehnsüchte, Hoffnungen und Freude. Die emotionalen Bilder seien in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Die blaue Farbe setze Prantl ein, um Gefühle "abzukühlen".

    Damit setze er seiner inneren Welt, die oft noch sehr düster sei, etwas Leichtes entgegen. Stark beeinflusst wurde Prantl laut Werthmann vom Animationsfilm "Zima Blue" aus der Reihe "Love, Death & Robots" im US-Streamingdienst Netflix. Darin gehe es um einen Künstler, für den der Blauton charakteristisch sei.

    Die Vernissage zur ersten öffentlichen Ausstellung von Werken Mauro Prantls in der Alten Turnhalle war gut besucht. Foto: Thomas Josef Möhler Foto: Thomas Josef Möhler

    Die Werkschau zeigt nach den Worten von Kulturamtsleiter Thomas Funck, dass die Alte Turnhalle nicht nur für größere Ausstellungen, sondern auch für kleinere mit einer kürzeren Dauer genutzt werden könne. Damit könne sich die Halle einem neuen Publikum vorstellen.

    Bilder bleiben hängen

    Er freue sich, dass Prantl den Mut gefunden habe, seine Werke öffentlich zu zeigen, wodurch er das kulturelle Leben Lohrs bereichere. Die Bilder und Fotos bleiben laut Funck auch nach der offiziellen Ausstellung noch einige Zeit in der Alten Turnhalle hängen und können bei den nächsten Veranstaltungen dort betrachtet werden.

    Die Ausstellung ist noch an diesem Mittwoch von 13 bis 18 Uhr zu sehen.

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

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