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    Karlstadt

    Nach Kritik: ILE-Managerin erklärt nutzen der Allianz für Thüngen

    ILE-Managerin Verena Mörsner mit ihrem Flyer zur Direktvermarktung im Main-Werntal. Foto: Günter Roth

    Eine gewisse Aufregung gab es in der letzten Sitzung des Marktgemeinderates Thüngen, als Bürgermeister Lorenz Strifsky den Haushalt der Allianz Main Werntal im Rahmen der "Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) vorstellte. Zwar ist für Thüngen der finanzielle Aufwand von 5500 Euro jährlich bei einem Gesamtvolumen von 175 000 Euro durchaus überschaubar, doch äußerten einige Ratsmitglieder den Verdacht, dass bislang für die Werntalgemeinde nichts Rechtes, vor allem nichts Greifbares dabei herausgekommen sei. In einem Gespräch mit dieser Zeitung gab Verena Mörsner, die Umsetzungsmanagerin für die ILE MainWerntal, einen Überblick über ihre Arbeit.

    Gleich vorweg die grundsätzliche Information: Der Haushalt der ILE deckt lediglich die Ausgaben für Personal-, Projekt- und Beratungskosten ab, die Allianz kann keine Maßnahmen durchführen, finanzieren oder bezuschussen.  Eventuell aufkommende Missstimmungen sieht Mörsner hauptsächlich als Problem der Kommunikation. Deshalb möchte sie einmal Jährlich ein Gespräch mit allen ILE-Gemeinderäten anbieten, das nächste soll in diesem Herbst stattfinden.

    Gemäß der öffentlichen Workshops mit interessierten Bürgern und den bisherigen Vereinbarungen der fünf Gemeinden Gösssenheim, Eußenheim, Karlstadt, Thüngen und Arnstein wurden in den vergangenen Monaten 45 Handlungsfelder und fünf sogenannte "Leuchtturmprojekte" erarbeitet. Dabei stehen die Innenentwicklung der Kommunen, das Kernwegenetz, die Bildung sowie die Daseinsfürsorge und ein touristisches Vorhaben "Wasser erleben" im Mittelpunkt.

    Was bisher für Thüngen herausgesprungen ist

    Für die Marktgemeinde Thüngen seien durchaus wichtige Leistungen erbracht worden, so Mörsner. Es wurden Innenentwicklungspotenziale erhoben und der Wohnbaulandbedarf erstellt. Durch gezielte Eigentümerbefragung soll jetzt auch das Leerstandsrisiko ermittelt werden. Beratung gab es auch für das angestrebte Projekt für einen Dorfladen und in der neu aufgelegten Broschüre für Direktvermarkter in den ILE-Gemeinden hätten sich durchaus mehr als nur ein Betrieb einbringen können.

    Für das von Thüngen favorisierten Projekt "Wasser erLeben" sieht die ILE-Managerin sehr gute Chancen. Der vorgesehene Platz beim bestehenden Freizeitgelände an der Wern sei dafür bestens geeignet und es läge auch schon eine Projektbeschreibung vor. Die Allianz könne die Gemeinde hier Hilfe zur weiteren Projektierung anbieten und bei der Suche nach bestmöglichen Förderungen unterstützen. Die entscheidende Aktivität allerdings müsse von der Kommune ausgehen. Hier liegt für den Markt Thüngen die Problematik, denn mit der eingeleiteten aufwändigen Generalsanierung der Schule sind zumindest mittelfristig viele eigene Finanzmittel gebunden.

    Aufwertung des Radwegs könnte Thüngen nutzen

    Von Nutzen für Thüngen könnte die weitere touristische Aufwertung des Radweges entlang der Wern sein. Mit seinen rund 78 Kilometern sei er nicht so prominent besetzt wie der Main-Radweg, sagt Mörsner. Durch entsprechende Informationssysteme am Radweg und sogenannte "Altortschleifen" könnte man die vielen Radler in die Ortskerne mit ihren Sehenswürdigkeiten, Versorgungsstrukturen und kulturellen Besonderheiten führen.

    Insgesamt sieht die ILE-Managerin die Allianz auf einem guten Weg. Wenn sie auch keine eigenen Fördermittel bereitstellen kann, sieht sie sich als Schnittstelle und stellt fachliche Beratungsmöglichkeiten her, vermittelt und beantwortet auch oft Fragen aus der Bevölkerung. Der Thüngener Bürgermeister Lorenz Strifsky betonte auf Anfrage, er stelle die Zusammenarbeit mit der ILE in keiner Weise infrage, vielmehr hob er den hohen Stellenwert der bisherigen Zusammenarbeit hervor.

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