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    Aschaffenburg

    Nach Maifest-Absage in Aschaffenburg: "Lage etwas beruhigt"

    Die Absage des Maifestes in der Fröbel-Schule hat ein Nachspiel: Rechte Hetze und Anfeindungen. Foto: Armin Weigel, dpa

    Weil zahlreiche Schüler und Eltern aufgrund des Fastenmonats Ramadan nicht teilnehmen konnten, hatte die Aschaffenburger Fröbel-Schule ihr Maifest verschoben. Daraufhin kam eine Welle der Empörung auf die Mittelschule zu. Etliche Mails und Anrufe erreichten das Sekretariat. "Uns wurde vorgeworfen, dass wir zum Gehilfen des Islam werden oder vor dem Islam einknicken", sagte Schulleiter Johannes Grod vergangene Woche. 

    Die Entscheidung der Schule und das Echo in den sozialen Medien sorgten bundesweit für Schlagzeilen. Zuletzt habe sich die Situation gleichwohl etwas beruhigt, sagt Grod. Die Schule könne sich nun langsam wieder auf ihre ursprüngliche Aufgabe, die Bildung, konzentrieren. "Wir bekommen zwar immer noch viele Mails, aber es ist weniger geworden." Die Rückmeldungen fielen mittlerweile gleichermaßen positiv wie negativ aus.

    "Hassmails" aus Dresden, Österreich und der Schweiz

    "Wir bekommen auch viel Zustimmung für unsere Entscheidung", sagt der Schulleiter. Auch die Regierung von Unterfranken hätte sich hinter die Mittelschule gestellt. Warum sich dennoch so viele Unbeteiligte auf die Schule eingeschossen hatten, sei schwer nachvollziehbar. Hassmails seien auch aus Dresden, Baden Baden, Schweiz und Österreich gekommen. "Die haben wirklich gar nichts mit uns zu tun", sagt Grod. Man hätte die Schule mit unzähligen Anrufen und Nachrichten lahmlegen wollen, weiß der Schulleiter aus den sozialen Medien. "Aber wir haben das ausgesessen."

    Gerhard Bleß, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV),  erkennt ebenso eine Entspannung der Situation. "Es scheint nun kein großes Thema mehr zu sein", sagt er über die abflachenden Diskussionen in den Medien. Dies läge auch daran, weil die Schule ihre Entscheidung, das Maifest abzusagen, sehr gut erklärt habe. Respekt vor der Religionsfreiheit und das gemeinsame Schulleben seien die Gründe für eine Verschiebung des Termins gewesen. "Das einzige, was man kritisieren kann, ist, dass man den Termin von Anfang an anders hätte ansetzen können. Aber jeder macht mal Fehler", so Bleß.

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