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    LOHR

    Neue Fahrzeuge und bald auch bessere Bezahlung für die Wehr?

    Je ein Löschfahrzeug übergab Lohrs 2. Bürgermeisterin Christine Kohnle-Weis am Freitag an die Feuerwehren Ruppertshütten und Steinbach. Die  Lohrer Stützpunktfeuerwehr bekam einen Kommandowagen.
    Je ein Löschfahrzeug übergab Lohrs 2. Bürgermeisterin Christine Kohnle-Weis am Freitag an die Feuerwehren Ruppertshütten und Steinbach. Die Lohrer Stützpunktfeuerwehr bekam einen Kommandowagen. Foto: Dehm

    Drei neue Feuerwehrfahrzeuge übergab 2. Bürgermeisterin Christine Kohnle-Weis am späten Freitagnachmittag auf dem Schlossplatz: Je ein mittleres Löschfahrzeug bekamen die Feuerwehren Ruppertshütten und Steinbach, an die Lohrer Stützpunktfeuerwehr ging ein Kommandowagen.

    Feuerwehrfahrzeuge seien für die Feuerwehrleute kein Spielzeug, sondern dringend benötigte Hilfsmittel, sagte Kohnle-Weis. Sie gab zu bedenken, dass Feuerwehrleute Arbeit verrichteten, die nicht nur für den Leib gefährlich sei, sondern auch für die Seele sei. Als Beispiele nannte sie den Hochhausbrand in London mit über 80 Todesopfern und das Busunglück in Münchberg vor wenigen Tagen, bei dem 18 Menschen ihr Leben ließen.

    Während solcher Einsätze funktionierten die Feuerwehrleute einfach, meinte die 2. Bürgermeisterin; die Aufarbeitung des Geschehens folge danach.

    Laien mit professionellem Können

    Was die Bezahlung betreffe, seien die Helfer in den freiwilligen Feuerwehren Laien, was ihre Ausbildung betreffe, seien sie jedoch Profis. In nächster Zeit werde sich an diesem Missverhältnis etwas ändern, kündigte sie an und dankte den Feuerwehrleuten für „herausragende und segensreiche Arbeit“ und gleichzeitig allen Lohrer Hilfsorganisationen für „hervorragende Zusammenarbeit“.

    Laut Norbert Penz, dem stellvertretenden Kommandanten der Lohrer Stützpunktwehr, hat der erarbeitete Feuerwehrbedarfsplan gezeigt, dass in Steinbach ein wasserführendes Fahrzeug mit Atemschutz notwendig sei und in Ruppertshütten ein Fahrzeug mit größerem Wasservorrat. In die Planung seien mehr als 750 Stunden investiert worden, vor einem Monat seien die beiden Fahrzeuge dann in Ulm abgeholt worden.

    Brandeinsätze mit Menschenrettung

    Die beiden mittleren Löschfahrzeuge mit jeweils 1000 Liter fassenden Wassertanks sollen laut Penz schwerpunktmäßig bei Brandeinsätzen mit Menschenrettung eingesetzt werden. Entsprechend sei auch die Ausrüstung der Fahrzeuge.

    Die beiden Löschfahrzeuge entsprächen dem neuesten Stand der Technik und leisteten so ihren Beitrag zur Verbesserung der Schlagkraft der Wehren. Da ihr Gesamtgewicht bei 7,2 Tonnen liege, sei kein Führerschein der Klasse C notwendig, um sie zu fahren. Zwar habe jedes der beiden Löschfahrzeuge rund 180000 Euro gekostet, ihr Wert als Mittel zur Menschenrettung sei allerdings unschätzbar.

    Fahrzeug-Ringtausch

    Der neue Kommandowagen der Lohrer Wehr wird laut Penz unter anderem bei den Sicherheitswachen für den Betrieb der Stadthalle, bei Fahrten zu Lehrgängen und als Zugfahrzeug eingesetzt; es handle sich um ein Gebrauchtfahrzeug, das man von der Feuerwehr Aschaffenburg erworben habe.

    Das bislang in Ruppertshütten stationierte Löschfahrzeug 8/6 werde an die Feuerwehr Rodenbach weitergegeben, so Penz, die dann auch über ein wasserführendes Fahrzeug verfüge. Das bisherige Rodenbacher Fahrzeug ohne Wassertank bekomme die Feuerwehr Wombach und ersetze dort das 35 Jahre alte Löschfahrzeug. Damit, so Penz, erhöhe die Stadt „die Abdeckung des Stadtgebiets mit Rettungsmitteln für den kritischen Wohnungsbrand von 42 auf 47 Prozent.

    Große Schar an Gratulanten

    Zu den neuen Fahrzeugen gratulierten Kreisbrandrat Peter Schmitt, Kreisbrandinspektor Harald Merz, der Chef der Polizeiinspektion Lohr, Wolfgang Remelka, Kathrin Hock vom THW-Ortsverband Lohr, Katja Dülk von der Rotkreuz-Bereitschaft Lohr und Dominik Allig von der Herstellerfirma Iveco-Magirus, der auch symbolische Schlüssel für die Fahrzeuge übergab.

    Die beiden Pfarrer Sven Johannsen (katholisch) und Albrecht Koch (evangelisch) segneten die Fahrzeuge gemeinsam, wobei sie betonten, dass der Segen nicht den Autos gelte, sondern den Menschen, die sie nutzten.

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