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    Marktheidenfeld

    Neuer Buchladen an altem Ort in Marktheidenfeld

    In die Räume des ehemaligen Bücherparadieses in der Bronnbacher Straße in Marktheidenfeld kommt Ende Januar 2019 eine Filiale der Schöningh-Buchhandlung aus Würzburg. Foto: Laura Brönner

    Letztlich ging es sehr schnell. Mitte Dezember traf Adolf Wolz jun. die Entscheidung, in der Bronnbacher Straße in Marktheidenfeld einen Filiale seiner Buchhandlung Schöningh zu eröffnen.  Denn ab 1. Januar waren die Räume des Bücherparadieses zu mieten, dessen Inhaberin Aline Ziemann-Heusler ihr Geschäft aufgab. "Das ist also keine Übernahme", erklärt Wolz, "sondern ein neuer Buchladen, der zufällig an der gleichen Stelle ist." Ganz so zufällig war es allerdings nicht, die Vermieterin wollte an der Stelle gerne wieder einen Buchladen haben und inserierte im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, wo Wolz auf die frei werdende Ladenfläche aufmerksam wurde.

    Seit Jahren an Marktheidenfeld interessiert

    Und ganz so spontan war die Entscheidung für den Filialstandort auch nicht, erzählt Adolf Wolz bei einem Gespräch im Hauptsitz am Franziskanerplatz in Würzburg. Schon 2014, als der Buchpavillon in der Kolpingstraße schloss, spielte Wolz mit dem Gedanken, in Marktheidenfeld eine Filiale zu eröffnen. Doch die Tatsache, dass es noch eine weitere Buchhandlung gab und das Kaufhaus Udo Lermann auch Bücher im Sortiment hatte, habe ihn dazu gebracht, das Vorhaben wieder fallen lassen.

    Adolf Wolz, Inhaber der Buchhandlung Schöningh mit Hauptsitz in Würzburg, eröffnet Ende Januar eine Filiale in der Bronnbacher Straße in Marktheidenfeld. Foto: Ralf Thees

    Aktuell geplant ist, die Marktheidenfelder Schöningh-Buchhandlung am 31. Januar zu eröffnen, sagt Wolz. Bis dahin sei noch viel zu tun. Drei neue Mitarbeiter wurden in der Kürze der Zeit gesucht und auch gefunden. Der rund 100 Quadratmeter große Laden selbst wird nur wenig umgebaut, die Regale beispielsweise übernimmt Adolf Wolz von seiner Vorgängerin aus dem Bücherparadies.

    Doch die müssen bis Ende des Monats noch gefüllt werden, der Rest der Räume den Bedürfnissen der neuen Schöningh-Buchhandlung angepasst werden. Das Sortiment werde Unterhaltungsliteratur umfassen, Kinder- und Jugendbücher und Sachbücher aus Bereichen wie Reise, Gesundheit oder Körper und Seele. "Mit der Zeit wird da bestimmt noch eine Zufeilung auf die Marktheidenfelder Kunden passieren", erklärt Adolf Wolz.

    Mit dem Betrieb von Filialen habe die Buchhandlung Schöningh Erfahrung, wie Wolz sagt. Marktheidenfeld ist nach Höchberg, Kitzingen, Bad Kissingen und Miltenberg der fünfte Standort außerhalb des Stammsitzes in Würzburg, 45 Mitarbeiter hat Schöningh insgesamt. "Ab einer gewissen Größe hat man natürlich Vorteile gegenüber Einzelkämpfern", erklärt Wolz. Es brauche beispielsweise nur eine zentrale EDV-Anlage für alle Standorte, nur eine Buchhaltung für alle Läden und oft bekäme man durch die Größe auch günstigere Konditionen bei Lieferanten. 

    Offener Mainkaiparkplatz wichtig

    Marktheidenfeld hält Wolz für einen angenehmen Ort, "es hat ein schönes Sortiment im Einzelhandel". Mit der Stadt hat er sich aus unternehmerischer Sicht natürlich vorher beschäftigt. "Es ist ein typisches Mittelzentrum mit all seinen Vor- und Nachteilen", so Wolz. "Die Frequenz in der Innenstadt ist da, und Parkplätze gibt es auch genügend." Über die geplante Sperrung des Mainkaiparkplatzes hat er sich informiert, ihm seien für seine Buchhandlung aber die Parkplätze dort wichtig. "Man muss für die Leute möglichst einfach erreichbar sein", sagt Wolz. 

    "Es ist ja nicht so, dass keine Bücher mehr gekauft werden", sagt Wolz, die Nachfrage sei nach wie vor da. Es gehöre aber auch als Buchhandlung dazu, Entwicklungen wie eBooks nicht zu verschlafen. In seinen Läden könne man eBooks wie auch die Lesegeräte dazu kaufen, den Kunden wird dort bei Fragen und Problemen auch geholfen. Auch über den Online-Shop der Schöningh-Buchhandlung würden viele Bücher gekauft.

    "Natürlich nervt es uns, wenn Amazon nicht so hoch besteuert wird wie wir", sagt Wolz. Aber der Online-Buchhandel an sich sei nicht der Feind. "Es ist ein Markt, der da ist und an dem wir teilnehmen", so der Schöningh-Chef, "wir versuchen On- und Offline zu verknüpfen." Über den Webshop können man beispielsweise sehen, ob ein Buch im Laden vorrätig ist oder bestellt werden muss.

    Überraschenderweise lassen sich etwa ein Drittel seiner Internetkunden die Bücher nicht nach Hause schicken, sondern an den Laden, wo sie sich die Bücher am Vormittag nach der Bestellung dann abholen. "Schneller geht nicht", sagt Adolf Wolz, "was bis 17 Uhr bestellt wird, ist am nächsten Morgen um 9 Uhr da."

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