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    Main-Spessart

    Neuer Klinikreferent Bostelaar: Jetzt zügig anpacken

    Klinikreferent René Alfons Bostelaar Foto: Ben Bostelaar

    "Ich sehe mich als Motivator, als Ideengeber und als Lotse", erklärte René Alfons Bostelaar, der neue Klinikreferent des Landkreises Main-Spessart. Fast schien es, als wolle er sofort nach seiner Vorstellung am Montagvormittag im Landratsamt die Ärmel hochkrempeln und mit der Arbeit beginnen. "Wir müssen jetzt zügig Entscheidungen treffen", sagte der 56-Jährige. Entscheidungen zum Neubau des Klinikums in Lohr, zur Gesundheitsversorgung im Landkreis und zu Umstrukturierungen im bestehenden Krankenhaus seien nötig. Schon am 1 . November tritt er seine Stelle an.

    Am Montagmorgen um 9 Uhr traf sich der Kreistag Main-Spessart und votierte einstimmig für René Bostelaar als neuen Klinikreferenten des Landkreises. Schon um 11 Uhr wurde er der Presse präsentiert. "Das ist ein bedeutender Moment für den Landkreis", sagte Landrat Thomas Schiebel.  Der Landrat sagte, er habe "viel Vertrauen" und setze "große Hoffnung" in Bostelaar.  

    Drei Punkte seien bei der Kandidaten-Auswahl entscheidend gewesen: Erfahrung mit einem Krankenhaus-Neubau, Erfahrung mit einem kommunalen Betrieb und das persönliche Auftreten. In allen drei Bereichen konnte Bostelaar punkten. Der 56-jährige gebürtige Niederländer ist Diplom-Krankenhausmanager und war zuletzt in Aachen tätig, wo er einen Klinikneubau mit Zusammenlegung von zuvor zwei Standorten verantwortlich leitete.

    Der Landkreis präsentiert den neuen Klinikreferenten René Alfons Bostelaar. Von links: Dr. Matthias Schneider, Günter Betz, Gabriele Frings, René Alfons Bostelaar und Landrat Thomas Schiebel. Foto: Markus Rill

    Schnell loslegen

    Ursprünglich hatte der Landkreis eine Einstellung zum 1. Januar 2020 ins Auge gefasst, aber der neue Klinikreferent will so schnell wie möglich anfangen. "Ich freue mich auf diese Aufgabe, aber sie wird nicht einfach. Krankenhäuser stehen bundesweit enorm unter Druck", sagte er. Bostelaar bezeichnete den Bau eines zentralen Krankenhauses als den richtigen Schritt. "Das ist viel besser als drei veraltete Krankenhäuser mit hohem Minus zu betreiben." Es sei eine "große Herausforderung, zig Millionen Euro so auszugeben, dass wir ein modernes, schönes Krankenhaus bekommen". 

    Er zeigte sich mit den regionalen Voraussetzungen schon gut vertraut. "Momentan gehen 50 Prozent der Patienten aus dem Landkreis zur stationären Behandlung in eine Klinik außerhalb des Landkreises. Das geht gar nicht!" Er wolle mit Sofortmaßnahmen eine schnellere Versorgung der Notfallpatienten hinbekommen. Und innerhalb eines Jahres will er unter Einbeziehung der Mitarbeiter einen "Masterplan für die Transformation des Klinikums Main-Spessart" erarbeiten. 

    Entscheidungen zügig, mit Augenmaß und überlegt

    Bostelaar nannte Ideen für fachübergreifende Abteilungen, intelligente Dienstpläne für die Entlastung bei Nacht- und Wochenenddiensten und mehr. Aber bei allem wolle er die Mitarbeiter in Workshops einbeziehen und mitnehmen. "Wir müssen mit Augenmaß handeln und nicht schon am Anfang alles kaputt machen", betonte er. Zudem sei es wichtig, nicht "gestückelt" zu entscheiden, sondern die Nachnutzung der Häuser in Karlstadt und Marktheidenfeld sowie die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten zu berücksichtigen. "Wir schießen nicht aus der Hüfte. Wir gehen da jetzt ganz analytisch ran und entscheiden wohlüberlegt."

    Innerhalb von zwei, drei Jahren wolle er das Defizit deutlich senken. Und wenn dann die neuen Strukturen vertraut sind, gelinge auch der Umzug ins neue Klinikum. "Das wird eine Riesenveränderung, aber für die Mitarbeiter und Patienten ein großer Sprung nach vorne!", versprach Bostelaar.  Der Niederländer gibt sich zuversichtlich, diese Aufgabe zu bewältigen, weil er ähnliche Prozesse schon an drei anderen Standorten – Köln, Görlitz und Aachen – geleitet hat. Sein Vertrag läuft zunächst auf fünf Jahre mit der Option auf Verlängerung. Bostelaar glaubt: "Das neue Klinikum in Lohr ist für den Landkreis ein Geschenk." Er meint: "Die Menschen wissen das nur noch nicht."

    Zur Person
    René Alfons Bostelaar wurde in Middelburg in den Niederlanden geboren. Er lebt seit 36 Jahren in Deutschland, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.
    Sein Berufsleben begann er als Krankenpfleger an der Uniklinik Bonn. Von 2003 bis 2009 war er Vorstandsmitglied der Uniklinik Köln, von 2009 bis 2012 Geschäftsführer der Städtischen Klinikums Görlitz GmbH, zuletzt von 2012 bis 2019 Geschäftsführer der Rhein-Maas-Klinikum GmbH in Aachen.



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