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    RENGERSBRUNN

    Neuer Putz für die Wallfahrtskirche

    Steinmetze, Zimmerleute, Spengler, Schlosser – die Wallfahrtkirche Mariä Geburt in Rengersbrunn wird in diesem Jahr von Handwerkern besonders rege frequentiert. Nach der Restaurierung des Gnadenbilds im vergangenen Jahr ist derzeit die Fassade des Gotteshauses an der Reihe.

    Fast der komplette Putz musste abgenommen werden. Nur an der oberen Etage des Turms und an der Sakristei konnte er erhalten bleiben, berichtete Bauleiter Radu Marginean vom Architekturbüro Armin Kraus in Gemünden. Ursprünglich sollte der Putz nur ausgebessert werden. Das erwies sich jedoch als nicht machbar.

    Putz macht die Sanierung teurer

    Das macht die Sanierung der Kirchenfassade auch teurer als die ursprünglich kalkulierten 325 000 Euro. Zu den Kosten steuern Kirchengemeinde und Gemeinde kleinere Anteile bei. Gut zwei Drittel werden vom Bistum Würzburg getragen.

    Steinmetze überprüften die in den Außenmauern verbauten Sandsteine auf Schäden. Neben dem Giebel wies vor allem die Straßenseite Schäden auf, weil sie Spritzwasser und Tausalz ausgesetzt ist. Die Steinmetze werden kleine Schadstellen zuspachteln. Größere Schadstellen wurden ausgesägt, etwa an den Pilastern der Giebelseite, den pfeilerartigen Vorsprüngen links und rechts des Eingangs. Dort werden neue Steine eingepasst. Der vorgesägte Ersatz – Sandsteine in verschiedenen Größen – liegt schon neben der Kirche bereit. Kleine Steine können eingeklebt werden, größere werden gedübelt.

    Die neuen Steine sollten später vom alten Bestand nicht zu unterscheiden sein. Daher müssen zum einen die Fugen fein geschlossen sein, zum anderen darf sich das neue Material in der Farbe nicht von den alten unterscheiden. Die Arbeiten werden schriftlich dokumentiert und in Fotos festgehalten.

    Im letzten Arbeitsschritt werden die Sandstein-Oberflächen lasiert, erläutert Bauleiter Marginean. Die aufgetragene Lasur schützt zum einen den eher weichen Sandstein vor neuen Beschädigungen, und sorgt zum anderen dafür dass der von Natur aus etwas blassere Rotton des Steins kräftiger wird.

    Altes Farbkonzept bleibt erhalten

    Die Maler haben schon die ersten Farbmuster für den Anstrich auf den neuen Putz aufgetragen. Sie müssen jetzt vom Denkmalschutz und den anderen Beteiligten abgenommen werden. Erst dann kann am Turm mit dem neuen Anstrich begonnen werden. Denn der optische Eindruck der Wallfahrtskirche soll sich nicht verändern, erläuterte Marginean. Die alte Farbkonzeption soll erhalten bleiben. Das war eine Vorgabe der Denkmalpflege für das 1777 im Übergang vom Barock zum Rokoko errichtete Gotteshaus, das eine ältere Kapelle ersetzte, die auch schon Ziel von Wallfahrern war.

    Viele Arbeiten bei der Außenrenovierung der denkmalgeschützten Rengersbrunner Kirche können nur von Firmen ausgeführt werden, die sich mit historischen Arbeitsweisen auskennen. So durfte zum Beispiel der neue Putz wie der alte nur aus natürlichen Materialen bestehen, ohne die heute üblichen Kunststoffe.

    Neben diesen großen Arbeiten wurde eine ganze Anzahl kleinerer Aufträge vergeben. So werden die Schallläden erneuert. In den neuen sind die hölzernen Lamellen, hinter denen die Kirchenglocken schlagen, nicht ganz so steil gestellt wie in den alten. Dadurch wird etwas weniger Schall nach unten gelenkt, eine kleine Lärmschutzmaßnahme für die Anwohner. Auch die elektronische Steuerung des Geläuts ist komplett neu.

    Gefeiert wird erst am 1. Mai

    Im Glockenstuhl und am Treppen-Aufgang des Turms wurden Schäden behoben. Das Uhrwerk der Turmuhr wurde überholt. Das Zifferblatt wurde ausgebaut, bekam einen neuen Anstrich und wurde wieder eingesetzt. Im Rahmen der Fassadensanierung werden auch Schäden am Glas eines Turmfensters behoben. Und die Wallfahrtskirche bekam eine komplett neue Blitzschutzanlage.

    Rund drei Viertel der vorgesehen Arbeiten sind bereits erledigt, so Bauleiter Marginean. Wenn das Wetter mitspielt, sollten alle Arbeiten in diesem Jahr erledigt sein. Gefeiert wird der Abschluss der Arbeiten erst im kommenden Frühjahr, informiert Pfarrer Edward Zarosa, zusammen mit der Eröffnung des Wallfahrtsjahres. Die findet in Rengersbrunn traditionell am 1. Mai statt. Dazu werden hochrangige Vertreter der Kirche eingeladen.

     

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