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    Erlenbach

    Neues Konzept für Jung und Alt

    Das Wetter am Christi-Himmelfahrtstag lockte wieder Tausende Wein- und Wanderfreunde nach Erlenbach, wo der Sportverein seinen traditionellen Weinwandertag durchführte - dieses Mal mit einer neuen Route und einem Stopp am alten Sportplatz. Foto: Dorothea Fischer

    Der Sportverein Erlenbach (SVE) zieht nach dem Christi-Himmelfahrts-Tag eine positive Bilanz. "Die Änderungen, die wir an unserem Weinwandertag durchsetzten, haben unsere Erwartungen erfüllt", resümierte Vorsitzender Guntram Arnold. Die Anpassungen waren notwendig geworden, weil es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorkommnisse mit angetrunkenen Gästen gab.

    Nach Arnolds Angaben waren Sicherheits- und Rettungsdienst heuer mit dem Verlauf des Tages sehr zufrieden. Er selbst zog ebenfalls eine positive Bilanz – etwa 5000 Besucher und mehr Umsatz als am verregneten Vatertag 2018. Auch Nicolas Rumpel, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Marktheidenfeld, verzeichnete für den Weinwandertag nur wenige Vorkommnisse in Erlenbach. "Im Großen und Ganzen ist es einigermaßen ruhig geblieben", so Rumpel.

    Neuen Anlaufpunkt geschaffen

    Dies liege vor allem daran, dass man versucht habe, einen neuen Anlaufpunkt für junge Besucher zu schaffen, so Arnold. Kritiker befürchten, dass der traditionelle Erlenbacher Weinwandertag dadurch "seinen Charakter verliere", weiß Arnold. Doch auch etablierte Veranstaltungen wie der Erlenbacher Weinwandertag, der seit mehr als 40 Jahren an Christi Himmelfahrt stattfindet, müssten den Bedürfnissen der Besucher angepasst werden.

    Gemütliche Runde: bneim Weinwandertag in Erlenbach luden mehrere Stationen zur Rast und zum Schöppeln ein. Foto: Dorothea Fischer

    Waren es vor vier Jahrzehnten noch rund zehn Kilometer Wegstrecke, so beträgt die offizielle Wanderroute jetzt weniger als die Hälfte. Das liegt vermutlich weniger daran, dass den Besuchern die Kondition fehlt. Stattdessen sind beliebte Stationen, wie etwa das "Kracken-Nest" von Lothar Wirsching weggefallen.

    Der Vorstand des SVE war kreativ. Junge und ältere Vereinsmitglieder arbeiteten gemeinsam ein Konzept aus, das für alle Altersgruppen etwas zu bieten hatte. Neu in diesem Jahr war eine Station etwas abseits der Wanderroute am alten Sportplatz auf dem "Teufel". Dort versammelten sich ab Nachmittag vor allem Jugendliche und Junggebliebene. Bei Cocktails und Burger entstand zu den Klängen der Musik von DJ Sascha Beeger eine Festival-Atmosphäre.

    Arnold: Von keinen Beschwerden gehört

    "Mit etwa 1500 jungen Leute war der Platz voll", so Arnold. Kam es zu Streit oder waren dort auffällig Betrunkene, sei das schnell gesehen worden und Rettungsdienst, Polizei und Sicherheitskräfte konnten sofort eingreifen, so der Vereinsvorsitzende. Um 19 Uhr habe sich der Platz schnell geleert. "Mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass es im Ortsgebiet Beschwerden gab", so Arnold weiter.

    Im Polizeibericht von Nicolas Rumpel heißt es: "Ohne größere Sicherheitsstörungen verlief am Donnerstag der Weinwandertag in Erlenbach." In zwei Fällen mussten junge Männer des Sportplatzes verwiesen werden, sagte Rumpel auf Anfrage. Einer war stark angetrunken und widersetzte sich dem Sicherheitspersonal. Als die Beamten ihn zur Ausnüchterung in Schutzgewahrsam nehmen wollten, habe er sie verbal beleidigt und habe ihnen den Mittelfinger gezeigt.

    Ein anderer Mann zündete in der Menschenmenge auf dem Fußballplatz ein Bengalisches Feuer und erhielt dafür einen Platzverweis. Er muss sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffrecht verantworten. Ansonsten wurden im Rahmen der für den Anlass obligatorischen Jugendschutzkontrollen Zigaretten und Alkohol bei minderjährigen Besuchern der Veranstaltung sichergestellt. Insgesamt seien zehn Beamte vom Nachmittag bis zum Abend präsent gewesen.

    Wetter war für die Veranstaltung optimal

    Der Besucheransturm zum Start an der Festhalle um 10 Uhr war heuer eher gering. Trotzdem bevölkerten um die Mittagszeit wieder Tausende Menschen die Wege und Plätze in und um Erlenbach. Das sonnige und zum Teil bewölkte Wetter war genau richtig, um beim Wandern und Schöppeln nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen.

    Entlang des Weges konnten sich die Besucher in den Stationen am "Teufel" und in der Gottvaterschänke auf dem Alten Berg verköstigen. Zudem hatte das Galariestüble im Ort geöffnet, wo Gabi und Paul Diener ihre Gäste im Auftrag des SVE bewirteten. Ende der offiziellen Route war an der Festhalle, wo Petra und Volker Liebler die Besucher bis zum Abend musikalisch unterhielten.

    "Wir haben mit dem neuen Konzept eine gute Basis geschaffen", so SVE-Vorsitzender Guntram Arnold, "darauf können wir die nächsten Jahre aufbauen." Er hofft, damit allen Besucher gerecht zu werden. Dass sich traditionelle Gepflogenheiten und jugendliches Ambiente nicht widersprechen müssen, zeigte sich darin, dass die "echte",schlotzige Erlenbacher Linsensuppe, genossen auf den Palettenmöbeln in der Weinlounge, besonders gut schmeckte – und recht schnell ausverkauft war.

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