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    Partenstein

    Neuwahlen beim Geschichts- und Burgverein Partenstein

    Mit der Ehrennadel in Gold und mit Urkunden zeichneten der Vorsitzende des Burgvereins Heinz Steigerwald (Dritter von links) und Bürgermeister Stephan Amend (rechts) verdiente Mitglieder aus. Dies sind von links: August Mann, Reinhold Scherg (Ehrenmitglied), Gisela Amend, Siegmar Eyrich, Anita Amend sowie Willi und Mathilde Mützel. Foto: Horst Born

    Neuwahlen der Vorstandschaft und die Ehrung verdienter Mitglieder standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Partensteiner Geschichts- und Burgvereins am Dienstagabend in den "Partensteiner Stuben". Reinhold Scherg wurde für sein außergewöhnliches Engagement zum Ehrenmitglied ernannt.

    Unter der Leitung von Bürgermeister Stephan Amend gingen die Wahlen der Vorstandschaft ruckzuck über die Bühne, da die bisherigen Amtsinhaber komplett weitermachen. Vorsitzender bleibt Altbürgermeister Heinz Steigerwald. An seiner Seite hat er die beiden Stellvertreter Reinhold Scherg und Günter Amend. Die Kasse führt weiterhin Michael Staub. Geschäftsführer ist wieder Harald Rosmanitz und Schriftführer Gert Otto. Die Museumsleitung bleibt in der bewährten Hand von Herbert Amend. Die Kasse prüfen Siegmar Eyrich und Klaus Karg. Pressewart bleibt Horst Born. Komplettiert wird die Vorstandschaft durch 15 Beisitzer. Die Mitgliederzahl des Vereins ist mit 115 konstant.

    Der Verein ist sehr aktiv, dies zeigte die Rückschau von Heinz Steigerwald. Sehr gut angenommen werden die Burgführungen auf dem Schlossberg, sei es von Schulkindern oder diversen Gruppen. Auch die Vorträge des Archäologen Harald Rosmanitz ziehen immer wieder ein interessiertes Publikum an, wie auch die Sonderausstellungen im "Ahlen Kram" von Reinhold Scherg.

    Es gilt aber auch die Funde der Ausgrabungen zu restaurieren. Im abgelaufenen Jahr wurden Funde im Wert von 3200 Euro restauriert. Ein weiterer Kostenvoranschlag über die Restaurierung der unbedingt noch wichtigen Funde ist eingetroffen (circa 8700 Euro) und werden in Kürze bei der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken für einen Zuschuss eingereicht.

    Da die aktuellen Arbeiten an der Burgruine zurzeit mehr oder weniger ruhen, konzentriert sich der Verein mehr auf das Museum und auch auf die Geschichtsforschung. Dazu werden mindestens ein neuer Computer mit entsprechenden Office Programmen benötigt sowie einige Fachprogramme, um zum Beispiel drei verschiedene Inventarlisten zusammenführen zu können. Die Federführung der Inventarisierung liegt bei Harald Rosmanitz. Dafür wird einiges an Ausrüstung benötigt. Bis jetzt macht die Digitalisierung der Geschichtsfreund Udo Weiß aus Lohrhaupten.

    Urkunden digitalisieren

    Er ist momentan dabei, viele alte Urkunden zu digitalisieren und zu übersetzen, die sich mit dem Leben auf der Burg im 16. und 17. Jahrhundert beschäftigen.Es gibt schon viele interessante Ergebnisse, die er im Frühjahr in einem Vortrag präsentiert. Eine weitere Aufgabe ist es, die Beschriftung der normalen Ausstellungsstücke auf einen modernen und aktuellen Stand zu bringen.

    Auch in Sachen Geschichtsforschung ist man rührig. Die Forschungen über den 30-jährigen Krieg in der Gegend fanden in den letzten Monaten durch Silvia Mattsson und Udo Weiß durch Veröffentlichungen neue Impulse.

    Silvia Mattsson, geborene Schnabel aus Partenstein, in Schweden wohnend, hat in Schweden zum 30-jährigen Krieg geforscht und das Kriegstagebuch von Gustav Adolf II (GA)ausfindig gemacht. Darin war zu lesen, wo und wann er sich im Spessart aufgehalten hat. Es ist nicht erwähnt, dass sich G.A. in Partenstein aufgehalten hat oder gar die Burg Bartenstein angegriffen und zerstört hat. Das bedeutet, dass die Burg wahrscheinlich nicht von seinem Heer zerstört wurde und die Daten der Zerstörung in Frage zu stellen sind.

    Auch in einer Londoner Zeitung aus der Zeit, mit Kriegsberichterstattung, ist nichts von der Burg Bartenstein erwähnt. (Das Tagebuch von G. A. ist mehr oder weniger in Deutsch verfasst und bereits digitalisiert im Besitz des Vereins.) Vielleicht müssen die Kenntnisse über die Zerstörung, beziehungsweise den Verfall der Burg korrigiert werden. Hilfreich dabei sind auch die Forschungen von Udo Weiß. Er hat in alten Dokumenten festgestellt, dass noch im 16. Und 17. Jahrhundert auf und um die Burg noch ein buntes Leben festzustellen war. Bei allen Dokumenten ist nur vom "Schloß" Bartenstein die Rede. In Zuge dieser Forschungen wurde auch eine Urkunde aus dem Jahre 1632 von Gustav Adolf II gefunden, die über die Schenkung der Burg Bartenstein und anderen Orten und Burgen, an die Grafen von Hanau nachweist.

    Für dieses Jahr ist einiges geplant. Der Antrag an das Denkmalamt zur Genehmigung der Sanierungsarbeiten wird erstellt. Danach erfolgt die Ausschreibung. Gewidmet wird sich alten Bildern von Personen und Häusern des Dorfes. Diese sollen zu einer Sonderausstellung zusammengestellt werden. Als Jahresschluss wird der Besuch des neu gestalteten Heimatmuseums von Meerholz vorgeschlagen.

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