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    Retzstadt

    Orchideenwanderung Retztal besteigt den Steinweinpfad

    Im Bild (von links) Georg Götz, Roswitha Beichler, Uta Sinner, Reinhold H. Möller, Eberhard Sinner, Heidi Wright und Rolf Richter. Foto: Edmar Rothaug

    Die Retztaler Orchideenwanderung wurde in diesem Jahr exterritorial, und das gleich zweimal. Im Mai war die Kultwanderung erstmals am Karlstadter Saupurzel veranstaltet worden, im Oktober traf man sich zur Besichtigung des terroir f-Punktes am Stein in Würzburg, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Rolf Richter, seit vielen Jahren Teilnehmer der Exkursion im Retztal, hatte eingeladen, den Steinweinpfad zu besteigen. Die Pflege dieses Weges obliegt dem Steinweinpfad e.V., dessen langjähriger Vorsitzender Richter war, und der auch die Trägerschaft für die Errichtung dieses terroir f-Projekts innehatte.

    Rolf Richter, der in den 1980er und 90er Jahren als Präsident der Flurbereinigungsdirektion Unterfranken mit seiner Behörde auch für die Neuordnung der annähernd 6500 Hektar Rebfläche zuständig war, schilderte die Entwicklung des Weinbaus in Franken. Den Steinwein und sein besonderes Terroir nannte Richter ein Aushängeschild für Würzburg und ganz Franken. Die legendäre Bedeutung des Würzburger Stein schlage sich auch im touristischen Stellenwert von Würzburg nieder.

    Rolf Richter berichtete dann, unterstützt von Georg Götz, dem Vorsitzenden des Main-Franken-Kreises, von der Entstehung des terroir f-Punktes und dessen Literaturthema.

    Der ehemalige Staatsminister Eberhard Sinner, zusammen mit dem damaligen Bürgermeister von Retzstadt Reinhold H. Möller Begründer der „Retztaler Orchideenwanderung“, gratulierte zu der idealen „Komposition aus Winzerarbeit, Muschelkalk, Rebe, insbesondere dem Silvaner, und der Terroir-bedingten "Fanglage" für die Sonne, was ja Goethe und viele andere Dichter zu Werken der Weltliteratur beflügelt“ habe.

    Die frühere Bundestagsabgeordnete Heidi Wright erzählte, dass sie einmal der englischen Königin vorgestellt worden sei und die Queen an deren Krönungswein vom Würzburger Stein erinnert habe. Wrights ehemaliger Bundestagskollege Peter Keller ging auf die technische Entwicklung im Weinbau ein und meinte, dass die zunehmende Automatisierung einerseits wohl der Qualität des Weines abträglich sei und andererseits dem Menschen Arbeitsplätze wegnehme.

    Die Besichtigung des terroir f-Punktes am Würzburger Stein wurde mit Verkostungsproben unterstützt von Julius- und Bürgerspital, der Hofkellerei, dem Weingut Knoll sowie dem Weingut Geiger & Söhne, Thüngersheim. Der Kellermeister Reinhold Full (Geiger & Söhne) erkannte Vergleichswerte zwischen den Lagen am Würzburger Stein und dem Thüngersheimer Scharlachberg.

    Dabei wurden auch die erkennbaren Folgen des Klimawandels und seine möglichen Auswirkungen auf den fränkischen Weinbau  angesprochen. Reinhold H. Möller fragte nach dem Schicksal des Müller-Thurgau und der Bacchusrebe. Rolf Richter meinte dazu, dass beide wohl in den Hintergrund gedrängt würden und dafür der Silvaner zur  Leitsorte Frankens werde, aber auch der Riesling und Rotweine in Zukunft eine größere Rolle spielen würden.

    Bearbeitet von Lena Berger

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