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    KARLSTADT

    Orgelmusik vom Allerfeinsten in St. Andreas

    Orgelmusik vom Allerfeinsten. Andreas Boltz, Dommusikdirektor des Frankfurter Kaiserdoms, bei seinem umjubelten Gastspiel in der St.-Andreas-Kirche in Karlstadt. Foto: Robert Emsden

    Passend zum strahlenden Aprilwetter fügte die Kantorei St. Andreas mit einem weiteren Orgelkonzert ihrer aktuellen Konzertreihe ein neues Glanzlicht hinzu. Als Organist engagiert war Andreas Boltz, der das Amt des Dommusikdirektors am Kaiserdom St. Barthlolomäus in Frankfurt innehat und der auch als Chorleiter und Komponist längst internationales Ansehen genießt.

    Aufgrund seines Musikstudiums in Würzburg, seiner Tätigkeit als Assistent des Domkapellmeisters am Kiliansdom und als Orgellehrer am Bischöflichen Dekanatszentrum für Kirchenmusik in Karlstadt, hatte das Konzert in Karlstadt für Boltz den Charakter eines Gastspiels an alter Wirkungsstätte. Und dieses Highlight wollten sich natürlich einige seiner ehemaligen Orgelschüler nicht entgehen lassen.

    Für diesen Anlass hatte sich der Orgelvirtuose ein abwechslungsreiches und überaus anspruchsvolles Programm zusammengestellt, welches im Vorfeld von ihm erläutert wurde und im Anschluss daran selbstredend in technischer Perfektion und mit unbändiger Hingabe präsentiert wurde. Den strukturellen Rahmen bildeten dabei Sätze aus der 5. Symphonie in f-moll des Franzosen Charles-Marie Widor (geb. 1844), dessen letzter Satz „Toccata“ als eines der bekanntesten Werke der Orgelmusik gilt.

    Dazwischen verzauberte Boltz seine dankbaren Zuhörer mit jeweils einer musikalischen Perle des Barock-Meisters Johann Sebastian Bach (geb. 1685) sowie von Heinrich Scheidemann (geb. 1596), der als bedeutender Vertreter der damaligen norddeutschen Orgelschule gilt.

    Den Abschluss und somit die Krönung des Konzertabends bildete ein filigranes Werk des international renommierten und in Beirut geborenen französischen Komponisten und Orgelvirtuosen Naji Hakim. Sein variantenreiches, eigenwillig anmutendes, doch mit musikalischer Raffinesse durchkonzipiertes Werk „To call my love to my dance“ besteht aus zehn Teilen und gründet auf der Melodie des dänischen Volksliedes „Vil du danse met mig?“ Die sehr unterschiedlich gearteten Passagen, beispielsweise „Valse“ oder „Arabesque“ , oder die eher kokett-verspielten Abschnitte „Tango“ und „Scherzando“, die den Weg zum aufbrausenden „Finale“ bahnten, verlangten selbst einem sehr versierten Organisten einiges ab. Doch hier konnte auch jeder, der sich als Zuhörer eher der traditionellen kirchlichen Orgelmusik verbunden fühlte, durchaus über den eigenen musikalischen Tellerrand hinaushören.

    Am Ende jedenfalls bekundeten die restlos begeisterten Konzertgäste mit stehenden Ovationen Andreas Boltz ihre hohe Wertschätzung und zeigten dies auch in Form von Spenden, die für die Orgelinstandsetzung verwendet werden.

    bob

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