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    Gemünden

    Pärchen vor Gericht: Party im Leergutraum eines Discounters

    Symbolbild Gericht Foto: Arne Dedert

    Ein Wiedersehen gab es jetzt am Amtsgericht Gemünden mit einem Pärchen, das sich genau eine Woche vorher wegen Hausfriedensbruchs verantworten sollte. In der ersten Verhandlung reichten die Aussagen der Beschuldigten sowie der Zeugen Richterin Laura Paczesny nicht aus, um das Verfahren einzustellen, aber nicht für eine Verurteilung der Beiden. Jetzt wurden sie freigesprochen.

    Bestand gegen die 42-jährige Frau und den 43 Jahre alten Mann ein wirksames Hausverbot oder nicht, als sie am 19. März bei einem Lebensmitteldiscounter in Gemünden einkaufen waren oder nicht? Wenig hilfreich bei der Klärung dieser Frage war die Zeugenaussage des Filialleiters am ersten Verhandlungstag. Nur mündlich hatte er das Hausverbot gegen das Pärchen ausgesprochen und auch nicht auf die Dauer der Maßnahme hingewiesen. Auch den Zeitpunkt der Verhängung konnte er nur noch sehr vage mit "im Winter" bestimmen. Das Duo war ihm aufgefallen, weil es alkoholisiert im Leergutraum Alkohol zu sich nahm und dort laut Musik hörte.

    Das Hausverbot gegen den Mann bestand schon seit dem Jahr 2017, galt unbefristet und wurde ihm auch schriftlich mitgeteilt. Allerdings war das damals angestrebte Verfahren gegen ihn gerichtlich eingestellt worden, weshalb der Mann, der bereits zehn Eintragungen im Bundeszentralregister hat, davon ausging, dass auch das Hausverbot damit aufgehoben war. Mit den Gesetzen in Konflikt geraten war der Mann unter anderem wegen Diebstahl, Bedrohung, Beleidigung und Körperverletzung. Genau wie seine mitangeklagte Bekannte hat er auch schon "Knasterfahrung". Auf stolze 16 Einträge im Bundeszentralregister bringt es die 42-jährige Frau. Wegen Beleidigung, übler Nachrede und Körperverletzung hat sie eingesessen.

    Doch dieses Mal hatte das Pärchen Glück, denn auch die Zeugenvernahme der beiden Polizeibeamten, die in diesem Fall ermittelt haben, konnte keine Klarheit zum Hausverbot bringen. Deshalb beantragte auch der Staatsanwalt einen Freispruch für das Duo, dem sich die beiden Strafverteidiger kommentarlos anschlossen.

    Richterin Laura Paczesny folgte den Anträgen auf Freispruch, wies die beiden Angeklagten aber noch einmal deutlich darauf hin, dass sie das jetzt bestehende Hausverbot beachten sollen.

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