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    Arnstein

    Parkplatz für Schwerbehinderte am Schlegel

    Die beiden Parkplätze am Arnsteiner "Schlegel" könnten zu einem behindnertengerechten Parkplatz zusammengelegt werden. Gleich in der Nähe befindet sich eine Praxis für Physiotherapie. Foto: Günter Roth

    "Es gibt zu wenige ausgewiesene Parkplätze für Schwerbehinderte in der Innenstadt" räumte Bürgermeister Franz-Josef Sauer in der jüngsten Stadtratssitzung ein. Allerdings sei auch gerade der Bereich um die Goldgasse wegen der geringen Breite und des unebenen Belags dafür äußerst schwierig. Dritter Bürgermeister Bernd Röll warnte auch davor, Anwohner zu verprellen, welche die Zonen vor ihren Häusern oft liebevoll pflegten.

    Auslöser für diese Überlegungen war der Antrag einer Praxis für Krankengymnastik auf die Ausweisung eines entsprechenden Parkplatzes. Die Praxis habe viele gehbehinderte Patienten und damit große Anfahrtsprobleme, die am nahegelegenen "Schlegel" keine Möglichkeit zum Abstellen ihrer Fahrzeuge haben und am Wenzberg wegen der dortigen Schräge enorm schwierig aus- und in einen Rollstuhl umzusteigen.

    Als geeigneten Standort für einen Behindertenparkplatz nannte der Praxisinhaber Timo Aumüller den Platz vor dem Anwesen Goldgasse 25. Als offizieller Beauftragter der Stadt für die Anliegen Behinderter beklagte Stadtrat Rolf Janiak, bei der angesprochenen Ortseinsicht nicht eingebunden und auch nicht informiert gewesen sei. Damit die Bereitschaft zu einer barrierefreien Stadt kein Feigenblatt sei, müssten zusätzlich weitere Parkplätze geschaffen werden.

    Es gibt Richtlinien für Schwerbehindertenparkplätze

    Ein Schwerbehindertenparkplatz muss entsprechend der Vorschriften fünf Meter lang sowie 3,50 Meter breit sein und zusätzlich im Heckbereich eine 2,50 Meter tiefe Bewegungsfläche aufweisen. Zudem wird eine ebene Fläche gefordert. In der Goldgasse ist das wegen der fehlenden Gesamtbreite nicht machbar, außerdem ist das extrem holprige Pflaster nicht geeignet.

    Der Dritte Bürgermeister Bernd Röll unterstützte diese Gedanken zwar grundsätzlich, gab aber auch zu bedenken, dass viele Anwohner gerade in den schmalen Innenstadtgassen den öffentlichen Raum vor ihren Anwesen liebevoll mit Pflanztöpfen und Blumen schmückten. Man solle hier keinen Schnellschuss loslassen, sondern sensibel damit umgehen und mit den Anwohnern reden. Zudem könnte ein Behindertenparkplatz an dieser Stelle unter Umständen die Einfahrt von Fahrzeugen mit Anhänger in die Goldgasse erschweren.Sein Kollege Martin Fischer brachte als Alternative eine Umwidmung der beiden öffentlichen Parkplätze am Schlegel ins Spiel. Schließlich einigte sich der Stadtrat, die Abstimmung nach einer weiteren Ortseinsicht durchzuführen.

    Geschwindigkeitsreduzierung in der Marbacher Straße von Reuchelheim

    Einen zusätzlichen Ortstermin wird es auch bei den Maßnahmen um eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Marbacher Straße von Reuchelheim geben. Einige Bürger hatten dort ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern angeregt. Die Polizei jedoch hält diese Maßnahme nicht für zielführend, weil die Marbacher Straße aufgrund ihrer baulichen Art ausreichend Sicht biete, um Personen rechtzeitig wahrzunehmen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen oft nur in der ersten Zeit wahrgenommen und beachtet würden. Diese Achtsamkeit stumpfe im Laufe der Zeit ab. Stattdessen rät die Polizei, offizielle Schilder "Achtung Kinder" am Straßenrand aufzustellen und zusätzlich Piktogramme auf der Fahrbahn aufzubringen.

    Aus den Reihen der Stadtratsmitglieder wurden zusätzliche Streifen auf der Fahrbahn und eine aktive Geschwindigkeitskontrollanlage angeregt. Dieses und die Festlegung des genauen Standorts für die Bodenmarkierungen sollen in einem baldigen Ortstermin festgelegt und die sich daraus ergebenden Erfolge später verifiziert werden.

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