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    Altfeld

    Parkraum für Pkw im neuen Gewerbegebiet begrenzen

    Hinter dem Altort Altfelds soll das neue Gewerbegebiet "Söllershöhe" entstehen. Foto: Mechtild Buck

    In seiner letzten Sitzung des Jahres 2018 ging es um Marktheidenfelder Stadtrat um das geplante Gewerbegebiet „Söllershöhe“ im Stadtteil Altfeld. Landschaftsplaner Markus Fleckenstein stellte die Rückmeldungen der sogenannten Träger öffentlicher Belange und von Bürgern zu den Planungen vor. 28 Behörden, Verbände, Organisationen oder Kommunen wurden angeschrieben, von 18 kam eine schriftliche Stellungnahme.

    Grundsätzliche Einwände oder größere Bedenken zumindest gegen Teilaspekte des Projekts haben der Bauernverband, der Bund Naturschutz und das Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken; dazu noch die Märkte Triefenstein und Kreuzwertheim hinsichtlich des Sondergebiets „Großflächiger Einzelhandel“.

    Mehr als 50.000 Kubikmeter fruchtbarer Boden wird abtransportiert

    Ein Kritikpunkt der Träger öffentlicher Belange war der Flächenfraß mit Auswirkungen auf die Landwirtschaft, den Naturschutz und die Naherholung. 48 Hektar umfasst die Gesamtfläche des Gewerbegebiets „Söllershöhe“, rund 15 Hektar davon sind für Grünflächen vorgesehen. In ihrer Stellungnahme wiederum argumentierte die Stadt unter anderem damit, dass die Reserve an Gewerbeflächen im Stadtgebiet „nahezu erschöpft“ sei und alle Flächen im Besitz der Stadt seien. Damit könne man selbst entscheiden und bedarfsgerecht erschließen, es würde somit kein "Flickenteppich" entstehen.

    Ob der Stadt auch klar sei, dass gut 50.000 Kubikmeter fruchtbarer Oberboden, der vor Ort nicht verwertet werden kann, von der Söllershöhe abtransportiert werden, fragte Stadtrat und Dritter Bürgermeister Joachim Hörnig. Allein dadurch werde ein starker Lkw-Verkehr aufkommen. Es könnten sogar bis zu 100.000 Kubikmeter sein, erklärte Fleckenstein, und die sollen vorrangig der örtlichen Landwirtschaft zur Bodenverbesserung zur Verfügung gestellt werden.

    Söllershöhe schon lange als Gewerbegebiet vorbereitet

    Manche Träger öffentlicher Belange sähen lieber eine Gewerbegebietsentwicklung Marktheidenfelds gemeinsam mit den Nachbargemeinden. Die Stadt stehe in engem Kontakt mit den Mitgliedsgemeinden des ILE-Raums, argumentiert die Stadt, bisher konnte noch kein interkommunaler Entwicklungsansatz gefunden werden, las Landschaftsplaner Fleckenstein den Einwand der Stadtverwaltung vor. Der Standort „Söllershöhe“ sei bereits vor zwei Jahren planerisch vorbereitet worden und Bedarf bestehe jetzt.

    Gewerbegebiet auch für die Versorgung Altfelds

    Ein weiterer Kritikpunkt war die „Umarmung“ Altfelds mit Gewebestandorten. „Darum haben wir ein hohes Gewicht bei der Planung auf das Ortbild gelegt“, so Fleckenstein, ebenso wie auf die Grünordnung und den Naturschutz. Das Gewerbe dort soll auch einen Nahversorgungswert haben. Marktheidenfeld nutze die "Standortgunst Altfelds" für Gewerbeflächen, investiere jedoch auch in den Altort, in Wohnqualität und Infrastruktur, argumentiert hier die Stadt.

    Auch die Bedenken wegen des geplanten Sondergebiets „Großflächiger Einzelhandel“ an der Söllershöhe schwächt die Stadt ab. Dieses Gebiet diene der Nahversorgung Altfelds und der umgebenden Stadtteile. Art und Maß der Nutzung seien streng gefasst, auch sei die Einbindung der Versorgungsstrukturen des Altorts denkbar.

    Sorgen Altfelder Bürger

    Nicht nur Behörden, Verbände oder Organisationen haben Stellungnahmen eingereicht, auch drei Altfelder Bürger. Diese haben Bedenken, dass das neue Gewerbegebiet negative Auswirkungen auf die Tierwelt vor Ort und das Landschaftsbild hat. Hierfür werde aber Ausgleich geschaffen, erklärte Fleckenstein. „Der offene Landschaftscharakter wird verloren gehen, das muss der Stadt klar sein“, erklärte der Landschaftsplaner auch an dieser Stelle. Die drei Altfelder glauben auch, dass Lärm- und Lichtemission die Naherholung dort und auch die Gesundheit der Bürger gefährdet, weiterhin befürchten sie Probleme durch parkende Lkw und Vermüllung, wie schon jetzt am Schlossfeld. Probleme mit parkenden Lkw konnte Markus Fleckenstein nicht ausschließen. Man müsse die Situation dort genau beobachten und gegebenenfalls durch bauliche und auch strafrechtliche Maßnahmen eingreifen.

    Anteil der Parkflächen für die Gewerbe limitieren

    Der Stadtrat diskutierte auch über eine Flächenbegrenzung für Pkw-Stellplätze im neuen Gewerbegebiet. Mit Blick auf Ressourcen- und Flächenverbrauch sollen die Firmen dazu bewegt werden, benötigte Parkflächen in die Höhe oder die Tiefe zu bauen. Bei der Auswertung von Luftbildern von Lohr, Karlstadt und Marktheidenfeld sei Fleckenstein auf Anteile von Parkflächen zwischen 18 und 23 Prozent, einmal sogar auf 30 Prozent gekommen. Die Stadträte hielten das für eine gute Idee und einigten sich mit zwei Gegenstimmen auf einen maximalen Anteil von 15 Prozent Parkflächen pro Gewerbeeinheit an der Söllershöhe. Wolfgang Hörnig gab allerdings zu bedenken, dass man durch diese Regelung möglicherweise vor allem Speditionen anlocken würde, die wenig Pkw-Stellplätze brauchen würden. 

    Der Stadtrat stimmte allen vorgeschlagenen Stellungnahmen und Kenntnisnahmen zu den Einwänden der Träger öffentlicher Belange zu, immer jeweils mit der Gegenstimme von Joachim Hörning.

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