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    Neustadt am Main

    Piratenschiff für Erlacher Spielplatz vorgeschlagen

    Der Spielplatz im Baugebiet Erlach-Nord soll neu gestaltet werden. Foto: Jochen Kümmel

    Teilerfolg für den Arbeitskreis »Spielplatz«: Mit sechs zu vier Stimmen stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus zu, den Spielplatz im Erlacher Baugebiet »Erlach-Nord« zu erhalten und das durch die Elterninitiative vorgestellte Konzept weiter zu verfolgen.

    »Der Beschluss ist jetzt kein Freibrief, sondern wir gehen jetzt zusammen in die Kostenkalkulation, um einen definitiven Kostenrahmen zu erhalten«, sagte Bürgermeister Stephan Morgenroth. Wenn alles geplant sei, erfolge die Beauftragung im Gemeinderat oder alternativ die Ablehnung der Pläne, wenn möglicherweise der Kostenrahmen gesprengt würde.

    Rückblick: Nach einem Ortstermin auf dem Spielplatz im St.-Johannes-Weg im Ortsteil Erlach vor gut einem Jahr beschloss der Gemeinderat diesen aufzulösen. Begründung: Der Platz im Baugebiet »Erlach-Nord« ist terrassenförmig angelegt und hat einen relativ hohen Unterhalts- und Sanierungsaufwand. Es stand die Frage im Raum, ob sich die Gemeinde zwei Spielplätze leisten möchte, nachdem es keine 150 Meter Luftlinie in der Ortsmitte bereits einen Spielplatz gibt.

    Eltern engagieren sich

    Viele Eltern fanden es schade, dass der Spielplatz immer mehr zurückgebaut wird. Kinder und Eltern legten mit einer Unterschriftenliste ihr Veto ein. Mit Erfolg: Das Gremium setzte seinen Beschluss aus. Eine Elterninitiative zur Erhaltung des Spielplatzes bildete sich und erarbeitete über den Winter einen Alternativvorschlag.

    Ellen Günther präsentierte am Donnerstagabend wie der Spielplatz in Zukunft aussehen könnte und konnte mit ihren durchdachten Argumenten einige Gemeinderäte überzeugen. Mit einem Piratenschiff soll die Nähe zum Main aufgegriffen werden, um Rollenspiele zu spielen. Die Hanglage könnte die Küste sein, vor der das Schiff liegt.

    Als zweites großes Highlight soll eine Röhrenrutsche den Hang hinunterschlängeln. Der Aufstieg der Kids soll durch eine Seilrampe und Reifen erfolgen. Der große vorhandene Sandkasten, soll durch einen zwei auf zwei Meter großen abdeckbaren Sandkasten inklusive Sonnensegel ersetzt werden. Mit wenig Kosten soll ein Weidentunnel realisiert werden.

    Der Pflegeaufwand soll laut Ellen Günther durch Eigeninitiative der Eltern, sowie durch großzügigen Einbau von Fallschutzkies niedrig gehalten werden. In Summe kalkuliert die Elterninitiative mit 19300 Euro. Auch auf erfolgreiche Spendensuche machten sich die Eltern bereits.

    Konzept kommt an

    »Da wächst auch eine Gemeinschaft wieder zusammen«, argumentierte Ellen Günter und warb für das Grundstück in attraktiver Hanglage mit Abenteuercharakter in ruhiger Verkehrslage als kontrastreiche Ergänzung zum bestehenden Spielplatz in der Ortsmitte.

    Alle Gemeinderäte zeigten sich übereinstimmend von Vortrag und Konzept begeistert. Peter Gowor sah Bedenken, den Ort zu teilen. Susanne Selke würde das Piratenschiff lieber auf dem Spielplatz in der Ortsmitte sehen. Christian Weyer hat Bedenken, dass sich Eltern nach einigen Jahren beim Pflegekonzept ausklinken, weil die Kinder aus dem Spielplatzalter herauswachsen. Nach der Begehung hatte Wieland Braun den Spielplatz noch konzeptlos gefunden: »Nach der Vorstellung bin ich völlig anderer Meinung, ich glaube das ist der richtige Platz«.

    Bürgermeister Stephan Morgenroth gab auch zu bedenken, dass vor vielen Jahren für viel Geld ein Dorfplatz mit einem Spielplatz entstanden ist.

    »Meine Idee wäre gewesen, den dortigen Spielplatz aufzuwerten, dass der Platz nicht ganz stirbt«, zeigte Morgenroth Möglichkeiten auf, wie der Spielplatz in der Erlacher Ortsmitte gestaltet werden könnte.

    Bearbeitet von Jochen Kümmel

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