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    Lohr

    Plakatverzicht im Wahlkampf?

    Alle paar Jahre kommt dieses Thema auf: Muss es sein, dass vor Wahlen die ganze Stadt mit Plakaten der Kandidaten zugepflastert wird? In Lohr werden sich die Parteien in den kommenden Wochen mit dieser Frage befassen. Anlass ist ein Vorschlag, den Petra Gryglewski (Freie Wähler) jetzt im Stadtrat machte.

    Sie regte an, dass die Parteien in Lohr aus Gründen der Müllvermeidung und des Umweltschutzes darauf verzichten, überall in der Stadt viele kleine Plakate aufzuhängen. Stattdessen, so Gryglewskis Vorschlag, sollten sich die Gruppierungen auf einige wenige große Plakatwände verständigen, an die dann jede Partei ihre Wahlwerbung kleben kann.

    Bereits bei der Kommunalwahl 2014 habe es ähnliche Überlegungen gegeben, so die Stadträtin. Damals jedoch hatten die Parteien letztendlich wieder zahlreiche Plakate überall in der Stadt aufgehängt. Nachdem Lohr heute einen »sehr grünen« Bürgermeister habe, solle man sich jedoch erneut Gedanken über den Verzicht auf ausuferndes Plakatieren machen, so Gryglewski.

    Bürgermeister Mario Paul hielt den Vorschlag für »bedenkenswert«. Ein weitgehender Verzicht auf Wahlplakate könne jedoch nur auf Freiwilligkeit basieren. Paul kündigte an, das mit den Fraktionsvorsitzenden zu besprechen.

    Die Gruppierungen, die naturgemäß das größte Interesse an Wahlwerbung haben, sind die, die einen Bürgermeisterkandidaten stellen. In Lohr werden das nach jetzigen Stand Grüne und SPD mit dem Kandidaten Mario Paul sowie die CSU mit dem Herausforderer Dirk Rieb sein.

    Grüne befürworten Idee

    Für die Grünen erklärte die Ortsvorsitzende Bärbel Imhof, dass man dem Vorschlag zum weitgehenden Plakatverzicht »prinzipiell positiv« gegenüberstehe. Aus Gründen der Chancengleichheit wäre es jedoch Voraussetzung, »dass alle mitmachen«.

    Auch die Gruppierungen, die neu antreten werden, also voraussichtlich FDP und ÖDP, müsse man beim Abklären des Themas mit an den Tisch holen, so Imhof. Und schließlich sei es erforderlich, dass dann in allen Stadtteilen eine Plakatwand vorhanden ist, auf die alle ihre Plakate kleben könnten.

    CSU will sich besprechen

    Für die CSU erklärte Fraktionsvorsitzender Matthias Schneider, dass er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen könne. Man müsse das Thema erst im Ortsverein besprechen.

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