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    Sendelbach

    Politischer Aschermittwoch: Grüne wollen die Rathäuser stürmen

    Rund 45 Besucher sind zum dritten gemeinsamen politischen Aschermittwoch von Kreisverband und Ortsverband der Grünen in Lohr gekommen. Foto: Thomas Josef Möhler

    Zuversichtlich haben sich die Grünen beim dritten gemeinsamen politischen Aschermittwoch von Kreisverband und Ortsverband in Lohr hinsichtlich der Erfolgsaussichten bei der Kommunalwahl gezeigt. "Wir Grüne wollen die Rathäuser stürmen", sagte die Lohrer Ortsvorsitzende Bärbel Imhof.

    Nach ihren Angaben wurden in Bayern 157 neue Ortsverbände der Grünen gegründet, davon mit Marktheidenfeld und Frammersbach zwei im Main-Spessart-Kreis. Die Kommunalwahl am 15. März sei richtungsweisend: "Noch einmal sechs verlorene Jahre für Klima- und Umweltschutz, Verkehrs- und Energiewende und faire Landwirtschaft kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten."

    Hart ins Gericht ging Imhof mit den "famosen Herausforderern" des amtierenden grün-roten Lohrer Bürgermeisters Mario Paul. CSU-Kandidat Dirk Rieb nannte sie "schweigsam". Mit dem Slogan "Wir müssen besser werden" habe er den Zustand seiner Partei "treffend beschrieben".

    Landtagsabgeordneter Paul Knoblach. Foto: Thomas Josef Möhler

    Beim Bürgervereins-Kandidaten Michael Kessel bezweifelte Imhof, wie sie sagte, "dass er gewusst hat, was er tut", und kritisierte Kessels Aussagen wie ein Gewerbegebiet in der Mainaue und einen Straßentunnel nach Rechtenbach.

    "Wahlbetrug mit Ansage"

    Grünen-Kreisvorsitzender Gerhard Kraft (Karlstadt) meinte, er habe noch nie erlebt, dass ein Bürgermeisterkandidat wie Kessel nur das Bürgermeisteramt, aber kein Stadtratsmandat annehmen wolle. Das sei "Wahlbetrug mit Ansage". Es wäre nach seiner Meinung ehrlicher, wenn Kessel gar nicht für den Stadtrat kandidieren würde.

    Zum Wahlkampf auf Kreisebene meinte Kraft: "Unsere Themen werden inzwischen von allen anderen übernommen, zumindest verbal." Bei den Landratskandidaten schieden sich die Geister nur am Bau der B 26n. Der Grünen-Kandidat Christian Baier sei dagegen, "alle anderen dafür".

    Kritik an Bauern

    "Wir haben gutes Personal, Leute, die der Sache verpflichtet sind und nicht der Politkarriere", erklärte Grünen-Bezirksvorsitzender Volker Goll (Aschaffenburg). Die Grünen hätten viele Praktiker aus den Berufen in die Parlamente gebracht.

    Grünen-Landtagsabgeordneter Paul Knoblach (Schweinfurt), selbst Bio-Bauer, bescheinigt den protestierenden Landwirten, sie hätten Aufmerksamkeit für die Landwirtschaft erreicht. Inhaltlich sei er anderer Meinung, denn die Protestierenden wollten, "dass alles so bleibt, wie es ist" – noch umfangreichere Tierhaltung, keine Pestizidreduzierung und keine Änderungen der Agrarfinanzierung der EU. Das sei eine "Politik, die sich nicht mehr halten lässt".

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

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