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    Marktheidenfeld

    Procter & Gamble in Marktheidenfeld feiert 1000. Azubi

    Clara Hartmann ist der 1000. Azubi bei Procter & Gamble. Kurt Kasamas aus Wiesenfeld ist dienstältester Mitarbeiter. Foto: Christian Schwab

    Am Mittwoch wurden bei Procter & Gamble in Marktheidenfeld die Gläser gehoben. Gefeiert wird Clara Hartmann. Sie ist 17 Jahre alt und wird in dem Unternehmen die nächsten dreieinhalb Jahre Mechatronikerin lernen – und sie ist der 1000. Azubi der Firma in Marktheidenfeld.

    In seinem Grußwort beim Sektempfang blickt Personalleiter Hugo Schwab auf die 58-jährige Geschichte von Berufsausbildungen im Marktheidenfelder Werk zurück. Er fragt: "Was steckt hinter einer guten Ausbildung?" Für ihn sind es die Ausbildungsleiter. Gleich drei Generationen von ihnen sind vor Ort und erzählen, wie sich Ausbildung seit 1961 verändert hat.

    Wie hat sich die Ausbildung in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

    Nach dem Sektempfang stehen sie alle zusammen und erzählen. Karlheinz Nickola war der erste Ausbildungsleiter im Werk. Von 1969 bis 1994 kümmerte er sich um seine Azubis und prägte die Geschichte des Unternehmens maßgeblich mit. Unter ihm öffnete die erste Lehrwerkstatt, er führte erstmals Ausbildungspläne ein. Institutionen wie der traditionelle Seniorennachmittag der Azubis, der bis heute gepflegt wird, sind auf Nickola zurückzuführen. Auch Studienreisen zu anderen Betrieben und Betriebssport während der Arbeitszeit ermöglichte er.

    Drei Generationen Ausbildungsleiter (von links): Rudolf Knape (1998–2002), Thomas Schäbler (seit 2002), Karlheinz Nickola (1969–1998). Foto: Christian Schwab

    Einer seiner Nachfolger ist Rudolf Knape. Bis 2002 leitete er die Ausbildung bei Procter & Gamble (damals noch Braun) in Marktheidenfeld. Wie erlebte er seine Auszubildenden damals? "Grundsätzlich war es so, dass die Leute zu uns wollten", erklärt Knape. Dementsprechend motiviert seien seine Azubis gewesen. Bis heute, sagt er stolz, sei bei Procter & Gamble auch noch keiner durchgefallen.

    Derzeit ist Thomas Schäbler Ausbildungsleiter. Er bestätigt die Erfahrungen seines Vorgängers. "Wenn es Veränderungen gab, dann nur bezüglich der Arbeit," sagt er. Neu dazu gekommen seien vor allem technische Aspekte. "In dem Bereich lerne ich oft auch von meinen Azubis", sagt Schäbler und lacht.

    So findet Procter & Gamble Nachwuchs

    Oft hört man von Nachwuchsproblemen in der dualen Ausbildung. Viele junge Menschen bevorzugen ein Studium. Wie geht Procter & Gamble dieses Problem an? "Wichtige Faktoren sind das Umfeld wie Freunde und Familie, aber auch Praktika und Schnupperprogramme, wie die Nacht der Ausbildung oder der Girl's Day", erklärt Schäbler.

    So fand auch die 1000. Auszubildende, Clara Hartmann, zu ihrer Ausbildung. Bei ihr waren es der Vater und eine Freundin, die beide schon dort arbeiten. Beim Girl's Day schaute sie dann bei dem Unternehmen vorbei und war überzeugt. Was erwartet sie von ihrer Ausbildung zur Mechatronikerin? "Vor allem Spaß und dass ich viel Neues lerne", antwortet Hartmann.

    Dienstältester Ex-Azubi erzählt aus seinem Arbeitsleben

    Während Clara Hartmann am Anfang ihrer Ausbildung steht, ist diese bei Kurt Kasamas aus Wiesenfeld so lange her wie bei keinem anderen Procter & Gamble-Mitarbeiter. Seit dem 1. September 1972 ist er bei dem Unternehmen und damit dienstältester Mitarbeiter. Kasamas lernte damals Elektromechaniker, heute ist er Laborleiter.

    Als Kasamas vor 47 Jahren anfing, hieß das Unternehmen noch "Braun". "Mittlerweile sind wir ein amerikanisches Unternehmen", sagt er. Veränderungen in der Arbeitswelt sind für ihn also nichts Neues. Er erklärt: "Ich bin in meiner Zeit bei Procter & Gamble mit der Technik gewachsen." Musste er anfangs etwa noch händisch mit Schiebern messen, kann er sich heute auf Lasermessgeräte verlassen.

    Nach dem Tarifvertrag hat Clara Hartmann nach ihrer Ausbildung eine unbefristete Übernahmegarantie. Theoretisch könnte also auch sie einmal so lange wie Kasamas bei Procter & Gamble bleiben.

    Procter & Gamble in Marktheidenfeld: 58 Jahre Ausbildung
    1. August 1961: Beginn der Berufsausbildung in Marktheidenfeld, vier Auszubildende
    1. September 1975: Begrüßung des 100. Azubis
    1. September 1999: Begrüßung des 500. Azubis
    1. Oktober 2001: Start der Kooperation mit der dualen Hochschule Mosbach für technische und kaufmännische duale Studiengänge
    1. September 2015: Erstmals 100 Azubis zeitgleich in Ausbildung
    1. September 2019: Begrüßung des 1000. Azubis, aktuell 120 junge Menschen in Ausbildung bzw. einem dualen Studium

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