• aktualisiert:

    BURGSINN

    Projekttag: Schüler unterrichten Schüler

    Was passiert mit der 20-Cent-Münze auf dem Flaschenhals, wenn man die Flasche in heißes Wasser stellt? Die Grundschüler verfolgen gespannt die „Wunder der Physik“ wie die Achtklässler der Sinngrundschule ihren Workshop zum Projekttag „Groß für Klein“ nannten. Foto: Roland Bauernschubert

    „Sie sind nicht so streng, wie die Lehrer.“ In einer kurzen Spielpause am Basketballfeld der Sinngrundschule treffen Buben und Mädchen aus den Klassen 1 bis 5 ein eindeutig positives Urteil über ihre heutigen Kursleiter Niklas und Silas.

    Die beiden Neuntklässler stehen jeweils in einem Team aus ihren mehrere Köpfe kleineren Schulkameraden und unterstützen sie im Kampf um Körbe und Punkte. Zuvor haben Silas und Niklas den Grundschülern die Basis des Basketballspiels vermittelt. Dribbling, Ballwurf und Geschicklichkeit in einem Parcourslauf und vor allen Dingen den Spaß am Basketball haben die beiden Hobby-Basketballer ihren Mitschülern aus der Grundschule in zwei Kursen am Donnerstagvormittag vermittelt. Als „Lehrer“ haben sie sich dabei große Anerkennung ihrer kleinen Schützlinge verdient.

    Miteinande stärken

    Gleich daneben auf dem Pausenhof befindet sich eine andere Station des Projekttages „Groß für Klein“, der die Schülerinnen und Schüler der Grund- und der Mittelschule näher zusammenbringen soll. Mit Unterstützung der Feuerwehr Rengersbrunn erhalten die Kleinen von den großen Schulkameraden einen Einblick in die Feuerwehrarbeit und dürfen sich am Ausfahren des Flutlichtmastes ebenso probieren wie an der Tragspritze.

    40 Jungen und Mädchen, und damit fast die Hälfte der Mittelschüler an der Sinngrundschule, waren sofort dabei, als die Klassenleiterin der 1 b, Sabine Plawky fragte, wer in einem selbst gewählten Projektangebot sein Wissen an die Grundschulkinder weiter geben wolle. Damit war der erste Projekttag „Groß für Klein“ an der Sinngrundschule geboren, an dem die Sechst- bis Neuntklässler in kurzweiligen Angeboten ihr Wissen und Können an die Erst- bis Fünftklässler vermitteln sollten.

    Aus Sicht von Schulleiter Bruno Schneider eine besonders gute Gelegenheit für die Schüler, sich noch besser kennenzulernen. Wie die Initiatorin Plawky sieht Schneider in dem Klassen übergreifenden Austausch einen Gewinn für mehr Miteinander an der Schule.

    Der Projekttag bringt die Grund- und Mittelschüler beim Basketball ebenso zusammen wie beim Fußball, Tennis und bei gemeinsamen Sportspielen. Die Großen geben Anregungen und helfen beim Dot-Painting, liefern Ideen beim verrückten Basteln und 3-D-Basteln und vermitteln hauswirtschaftliches Können beim Einhorn-Waffeln backen. Und „Moves zu cooler Musik“ erlernen die Kleinen von den älteren Mitschülern beim Showtanz.

    Neugierige Blicke ernten die Workshop-Leiter im Physiksaal, wo die Kleinen aufmerksam verfolgen, wie ein Draht ein Stück Papier zum Verglimmen bringt, nachdem ihre großen Schulkameraden über einen Trafo Strom durch den Draht schickten. Um Didaktik bemüht, fragen die „Lehrer“ aus der 8. Klasse auch stets nach den Ideen ihrer Schüler, welche physikalischen Folgen in den einzelnen Experimenten wohl durch Erwärmung und Abkühlung, durch Strom oder nicht Strom zu erwarten seien.

    Fast schon professionell bringen indes Veronique, Franziska und Marcel den Kindern der Grundschule wichtige Kenntnisse in Erster Hilfe bei. Mit Kopf-, Knie- und Armverbänden versehen, die sie sich gegenseitig angelegt haben, können die „Patienten“ aus den Klassen 1 bis 5 schon selbst erklären, warum man bei einer blutenden Fingerkuppe das Pflaster schräg einschneiden muss. Und mit Eifer machen sie sich gleich an die nächste Aufgabe, einen Druckverband am Unterarm.

    Gut für das Selbstvertrauen

    Die Herausforderung, die die Mittelschüler meisterten, indem sie sich vor den Mitschülern artikulierten, etwas zeigten und erklärten, sei gut für das Selbstvertrauen, ist sich Sabine Plawky sicher und freut sich über die durchweg souveränen Auftritte der Großen und die aufmerksame Mitarbeit der Kleinen.

    Die Kommunikation über die Klassengrenzen hinweg funktionierte in allen Workshops reibungslos und damit ganz im Sinne von Plawky und Schulleiter Schneider, die sich sicher sind, dass Groß und Klein künftig auch bei der täglichen Begegnung im Schulhaus und auf dem Pausenhof offener und vertrauter aufeinander zugehen.

    Besser verarztet, geht wohl kaum. Was die Grundschülerinnen und -schüler von den Kursleitern im Workshop „Erste Hilfe“ am Projekttag der Sinngrundschule lernten, war nicht zu übersehen.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!