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    MAIN-SPESSART

    Raiffeisenbank: Wachstum durch immer mehr Mitglieder

    Die Herren der Zahlen: Vorstandsvorsitzender Helmut Kraft (links) und Stellvertreter Michael Zeuch präsentieren die Bilanzzahlen der Raiffeisenbank Main-Spessart für 2013.Foto: Andreas Brachs

    Mit niedrigen Zinsen Geld verdienen: Dieses Kunststück ist der Raiffeisenbank Main-Spessart auch im vierten Geschäftsjahr nach der Fusion gelungen. In allen wesentlichen Geschäftsbereichen verzeichnet sie ein Wachstum.

    Vorstandsvorsitzender Helmut Kraft und sein Stellvertreter Michael Zeuch stellten am Montag in der Lohrer Geschäftsstelle die Bilanz für 2013 vor. Erstmals erreichte die Bilanzsumme knapp 1,2 Milliarden Euro, denn die Bank konnte sowohl bei Geldanlagen als auch bei -ausleihungen zulegen. Wesentlicher Aspekt für den Erfolg: Im vergangenen Jahr gewann die Genossenschaftsbank 2200 neue Mitglieder. Mit diesem Zulauf erhöht sich das Geschäftsvolumen, so dass die Bank teils ausgleichen kann, was mit Zinsen allein nicht zu erwirtschaften ist.

    Wer sein Geld zur Raiffeisenbank trägt, legt es überwiegend in kurzfristige Festgelder oder Sparanlagen an. Auch stark nachgefragt: Bausparverträge des Partners Schwäbisch Hall; die niedrigen Bauzinsen lassen grüßen. Die privaten Wohnungsdarlehen schlagen sich auch bei der Kreditvergabe nieder. Etwa die Hälfte der Ausleihungen ging 2013 an Unternehmen, die andere Hälfte an Häuslebauer. Fünfjährige Baukredite seien mittlerweile zu Zinsen mit einer 1 vor dem Komma zu haben, erklärte Direktor Kraft.

    Sorgen bereitet ihm allerdings die Regulierungswut der Gesetzgeber, vor allem der Brüsseler Behörden. Im Zuge der Bankenkrise wurden höhere Auflagen zur Überwachung der Geldhäuser erlassen, die einen steigenden Verwaltungsaufwand mit sich bringen. Grundsätzlich sind Kraft und Zeuch für eine Kontrolle des Finanzsektors, allerdings schränken sie ein, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland schon immer ihre Hausaufgaben gemacht und auf solide Finanzkonzepte geachtet hätten. Doch nun stehen sie ebenso unter der Knute der EU wie die Großbanken, für die die engmaschige Kontrollen gedacht sind. „Wir sind die Leidtragenden einer überbordenden Regulierung“, klagte Zeuch. „Die Verhältnismäßigkeit muss stimmen“, pflichtete ihm Kraft bei. „Man kann regionale Genossenschaftsbanken nicht mit internationalen Finanzkonzernen vergleichen.“ Die Raiffeisenbank Main-Spessart versteht sich als Bank für die Region, für Mittelständler und Privatleute, die inzwischen rund 48 000 Girokonten bei ihr vorhalten.

    Den Mitgliedern unter ihnen lässt die Bank wie im Vorjahr eine Dividende von 1,75 Prozent auf ihre Geschäftsanteile zukommen. Wer darüber hinaus fleißig Geschäfte mit dem Kreditinstitut pflegt, kommt einschließlich der Bonuspunkte sogar auf eine Rendite von fünf bis maximal 11,75 Prozent, rechnete Kraft vor. Mit der Gesamtausschüttung von rund 1,3 Millionen Euro an die 36 740 Mitglieder waren die Vertreter bei ihrer Versammlung am Freitag in Wiesenfeld einverstanden.

    Doch die Bank lässt auch ihre 336 Angestellten profitieren – zum Beispiel durch Teilzeitmodelle, die sie mittlerweile zur Nummer 1 unter den bayerischen Genossenschaftsbanken gemacht habe, wie Direktor Zeuch betonte. Oder durch ein Aus- und Fortbildungssystem, das bestrebt ist, Mitarbeiter zu qualifizieren und zu halten. Längst gibt die Bank nicht nur Abgängern höherer Schulen eine Chance. Auch gute Mittelschüler werden gern genommen und können sich weiterentwickeln. In die Zukunft gerichtet ist auch die Investition der Raiffeisenbank in ihre Geschäftsstellen. In Lengfurt soll das Geldinstitut in einen Neubau umziehen. In Wiesenfeld könnte man sich eine räumliche Integration von Filiale und Dorfladen vorstellen, wenn die Bürger das Projekt vorantreiben und dauerhaft unterstützen. Im Langenprozeltener Schulungszentrum soll eine Dokumentationsstelle für die Geschichte der Genossenschaftsbank im Landkreis entstehen. An der Anzahl ihrer 46 Geschäftsstellen will die Bank auf absehbare Zeit nichts ändern, obwohl inzwischen 700 Anrufe täglich im Telefon-Service eingehen und 2800 Kunden am Tag lieber online mit ihrer Bank in Verbindung treten. Alle Wege sollen den Kunden offenstehen. Der Weg des Vorstandsvorsitzenden Helmut Kraft bei der Bank endet dagegen Ende 2015. Er tritt dann in den Ruhestand und überlässt die Führung seinem designierten Nachfolger und heutigem Stellvertreter Michael Zeuch. Und da Direktor Bernd Jacobs das Triumvirat zeitgleich verlässt, baut die Raiffeisenbank schon heute zwei Nachfolger auf, um das Direktorat wieder zu komplettieren.

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